27.08.2018

Ignorieren Sie diesen Text!

Falls dieser Text irgendwann auftauchen sollte: die Suppe war eingefroren, aber jetzt geht scheinbar wieder was.
Falls dieser Text nicht auftaucht, dann seht ihr ihn nicht und müßt ihn demzufolge nicht ignorieren.
Außerdem: Bin dann mal im Urlaub.

12.08.2018

Die Zeit ist um, das Lied ist aus, war da noch was?

https://vimeo.com/246617510

Das war meine erste Begegnung mit großer Rockmusik. Eine meiner ersten Kassettenaufnahmen, so um 1980 rum.

10.08.2018

Durchblick lost

Oh, tut uns leid. Der letzte, der noch wußte, wie's geht, ist gerade in Rente gegangen!

Es gab ja mal den Irrglauben, daß Komplexität ein stabilisierender Faktor sei. Das war in den 70er Jahren.

Meine Forderung ist ganz einfach: Weniger Komplexität. Komplexität ist der Feind. Die Anzahl der Bugs steigt mit der Codegröße. Die Leute stöpseln heute nur noch Komponenten aus Libraries zusammen. Das ist Schönwetter-Programmieren! Ein Programm, das nur beherrschbar ist, wenn es zufällig gerade gut funktioniert, ist wertlos. Wir brauchen Programme, die überschaubar wenig Dinge tun, und dafür vollständig beherrschbar sind. Am besten nicht nur vom Programmierer, sondern auch vom Benutzer. Die Geschwindigkeit, mit der wir uns mit unbeherrschten und unbeherrschbaren Technologien umzingeln, ist aus meiner Sicht ein Vorbote der Apokalypse.

Asimov beschreibt in seiner Foundation Serie eine Zukunft, in der die Menschheit selbst-reparierende Atomkraftwerke gebaut hat. Und als die fertig waren, starben die Leute aus, die die noch reparieren konnten, weil man sie nicht mehr brauchte. Nach vielen Jahren war die Selbstreparatur dann am Ende und es gab niemanden mehr, der die warten konnte.

So ungefähr machen wir das auch gerade. Nur dass wir den Schritt mit dem Selbstreparieren überspringen. Wir bauen direkt Dinge, die niemand mehr reparieren kann. Schlimm genug, wenn die Hardware heute so ist, aber das heißt doch nicht, dass die Software auch so sein muss?!

Mich macht besonders fertig, dass wir jetzt mit "KI" soweit sind, dass wir unwartbare Software absichtlich herbeiführen. Wie in einem Scifi-Film, wo die Aliens erst Hirnfresser-Parasiten schicken, damit die Zielrasse sich selbst kaputtmacht, und man für die Machtübernahme nicht mehr so viel Ressourcen aufwenden muss.

Das bringt uns alle um, in nicht allzu ferner Zukunft. Nicht konkret dieser Fall, aber die Summe all dieser Fälle.

07.08.2018

Vernunft winkewinke!

„Setze die Vernunft an den Richterplatz und lasse sie über jede Tatsache und jede Meinung richten. Sei kühn und hinterfrage selbst die Existenz eines Gottes, denn wenn es einen gibt, wird er der Huldigung der Vernunft eher zustimmen als jener der verblendeten Angst." (Thomas Jefferson)

Was wir heute an unseren Hochschulen erleben, lässt sich mit der Zerstörung der Buddha-Statuen durch die Taliban vergleichen."

(Langer Text eines Literaturprofessors. tl;dr: Es werden gerade 2500 Jahre Kulturgeschichte entsorgt.)

02.08.2018

Zahlen, bitte!

Seit ich in Bayern (wo sie über kostenlose Kitas in Berlin jubeln) arbeite, lerne ich immer mehr Mitmenschen kennen, die etwa so argumentieren würden.

Ob das so hinhaut, weiß ich nicht, sollte man aber zur Kenntnis nehmen. Mag sein, daß da einige Aspekte unberücksichtigt sind, aber der neunmalkluge Schlaumeier aus Berlin, der sich da letztens schön blamiert hat, hatte die auch nicht parat.

30.07.2018

Ach nee. Hipster. Mist.

Gerade eben dachte ich noch so: Chrome und Opera gibt es nicht mehr für 32bit- Kisten, Vivaldi wird auf Uraltrechnern inzwischen zu langsam, also gibt es jetzt für diese Fälle nur noch Chromium und Firefox Quantum? Dann wird es langsam eng. Und nun muß ich das lesen:

Ubuntu entwickelt sich zu einem Programm, das für die Anforderungen moderner Maschinen optimiert wird - zulasten älterer Computer. Von den aktuellen WLAN-Problemen sind ausschließlich Laptops betroffen, die älter als vier oder fünf Jahre sind - in der Linux-Welt ist das normalerweise nichts (...)

Canonical wiederum fehlen die Kapazitäten, für die große Vielfalt möglicher Komponenten die Abwärts-Kompatibilität zu gewährleisten. Und so ist es mal der WLAN-Treiber, der plötzlich nicht mehr "gilt", mal ist es die Grafikkarte, das Energie-Management oder die Erkennung für das Touchpad. Canonical verweist stolz auf die wachsende Zahl kompatibler Neugeräte, blickt aber offenbar nicht zurück auf die Rechner, auf denen Ubuntu oft viele Jahre zuverlässig funktionierte.

Die Nutzer solcher Altrechner bezahlen so den Preis für die strategische Ausrichtung des Ubuntu-Vertriebs: Linux-Systeme begannen als Produkte der Entwicklergemeinde, die mit ihren Distributionen gerade auch ältere Geräte länger lauffähig hielten. Canonical zielt dagegen auf einen anderen, hipperen Markt. Ubuntu soll als Jedermann-Linux endlich auf allen Plattformen zu einer Konkurrenz für Windows und Mac OS werden.

Na super. Als Oldtimerrecycler steht man gerade wieder mal auf verlorenem Posten. Mist.

(Aktuell ging Lubuntu 16.4 überall bei mir. 18.4 (64bit) haute soweit auch hin. Mal gucken, wie 18.4.1 (32bit) auf der alten IBM- Kiste laufen wird... das wird spannend.)

28.07.2018

Inquisition

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Philipps-Universität Marburg mit knapp einer Million Euro für die Erforschung antifeministischer Diskurse. Die Argumentation dieses Instituts lautet: Wenn der Fachbereich Genderstudien als "unwissenschaftlich" kritisiert würde, gefährde das den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Kritik an der feministischen Ideologie habe eine zersetzende Auswirkung auf unsere Gesellschaft, gefährde Pluralität und damit unsere Demokratie.
(...)
Nun erklärt der Professor für Soziologie Gerhard Amendt in einem Offenen Brief an die Projektleiterin Professor Henninger, warum er einer Einladung zur Durchleuchtung durch dieses Institut nicht zugestimmt hat. (Quelle)

Sehr geehrte Frau Professor Dr. Henninger,

eine Ihrer Mitarbeiterinnen hat mich um ein Interview zu Ihrem Projekt "Anti-‚ genderistische' Argumentationen in akademischen Kontexten" gebeten. Verstehe ich das richtig, dass Sie auf der Suche nach dem Anti-Genderistischen sind und mich als Teil einer Feindsymptomatik wahrnehmen und deshalb (!) "konturierend Hintergründiges" von mir erwarten?

"Anti-'genderistische' Argumentationen" sind für Sie wohl alles, was Ihrer Ideologie von bösen Männern mit Allmacht und guten Frauen mit Ohnmacht sich widersetzt. Sie bewegen sich im Umkreis klassischer Polarisierung, die nur Freund und Feind kennt und letztlich an gelösten Konflikten wenig interessiert ist. Genderstudies sind deshalb das Problem und niemals die Lösung von Konflikten.

Ihr Projekt zielt demnach auf Zweierlei. Sie wollen ein neues Phobieetikett aus der Taufe heben: das der Genderstudiesphobie. Sie wollen sich als Psychiater betätigen, obwohl Sie auch davon keine Ahnung haben.

Nun lässt sich nicht leugnen, dass das Etikett Phobie zum politischen Kampfmittel aller Argumentationsunwilligen geworden ist. Mit Wissenschaft hat das aber nichts zu tun. Das Diagnostizieren von psychischen Krankheiten sollte Fachleuten überlassen bleiben und nicht Genderideologen und Politikern. Die Angst, die vor allem jüngerer Wissenschaftler vor den Genderstudies-Politik haben, trägt keine phobischen Züge, sondern ist Ausdruck realer Bedrohung, die von Netzwerken der Genderstudies ausgehen und Karrieren zerstörend vor allem gegen Männer eingesetzt werden. (Die Präsidentin der Goethe-Universität, Profesor Wolf, meint wohl genau das, wenn sie von "Stammtischniveau" spricht.)
Offenbar soll ich dabei mitwirken, antigenderistische Wissenschaftler "auf biographische Faktoren und Vernetzungen zu konturieren". Man kann das getrost als das genderpolitische Äquivalent zum kriminaltechnischen Profiling beschreiben.

Ihr Projekt ist eingemauert in die Gender-Ideologie und durch Gleichgesinntheit mit den Bundesministerien für Erziehung und Wissenschaft verbunden. Letztlich geht es um ein Umerziehungsprogramm, mit dem die Genderideologie in der Kindererziehung, Sexualpädagogik, unter Jugendlichen sowie Institutionen der Weiterbildung, der Parteien, Gewerkschaften und Kirchen verbreitet werden soll. Im geschichtsvergessenen Jargon der SPD: "Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden!"

Das Problem ist weiterhin, mein Kollege Professor Jost Halfmann hat darauf hingewiesen, dass Genderstudies erst dann zur Wissenschaft werden könnten, wenn Sie sich auf das System der Wissenschaft, deren Regelwerke, Methoden und Kommunikationsformen einlassen. Also das Gegenteil der Selbstghettoisierung von Frauen unter den Dächern der Universitäten. Die staatlich finanzierte Isolation begünstigt den sprachlos aggressiven Fremdkörper innerhalb der Universitäten. So lassen sich im Rahmen von parteilicher Forschung - Advocacy Research - politische Erwartungen für sympathisierende Gruppen herstellen.

Ihr Projekt erinnert an Feindaufklärung im Zweiten Weltkrieg. Deren Informationen sollten verstanden werden, damit die Bevölkerung ihr keinen Glauben schenkt und die eigene Schlagkraft dadurch geschwächt wird. Das ist nicht nur leicht durchschaubar, es liefert Außenstehenden einen Einblick in die Feindseligkeit, die für Genderstudies wesensbestimmend ist. Sie wollen die Feindaufklärung nur gründlicher als die Heinrich-Böll-Stiftung und vereinzelte Journalisten betreiben.

Das Projekt bestätigt, dass Genderstudies sich als Ideologie und Diskurs zerstörendes Social Engineering präsentieren und nicht als Wissenschaft!

Gerhard Amendt

26.07.2018

Text des Tages

Vor Kurzem saß ich mit einem buddhistischen Mönch, Leiter der buddhistischen Fakultät in Phnom Penh, im kambodschanischen Siem Reap beim Frühstück. „Ihr müsst doch sehr glücklich sein in der Schweiz und in Bayern", fragte er, „oder?" Ich wollte nicht aus Höflichkeit lügen und beschloss, ihm die Wahrheit zu sagen. „Nein, wir sind eigentlich meistens unglücklich." „Aber warum?", fragte Kou Sopheap mich. „Weil wir ein Recht aufs Unglücklichsein haben. Wir müssen keine soziale Ausgrenzung fürchten, wenn wir unglücklich sind. Wir können uns jeden Morgen unbeschwert für einen weiteren unglücklichen Tag entscheiden."

https://www.rubikon.news/artikel/die-andere-welt

24.07.2018

Zahlenzauber

Gerade hab ich zufällig mal Heute- Journal geguckt, da ging es um den Verfassungsschutzbericht.
Die Zahlen waren so aufbereitet, daß sie möglichst nicht vergleichbar waren. (Mal absolut, mal Prozent, mal Zuwachs...)
Hab sie mir nicht gemerkt, und hab auch keine Lust, hinterherzurecherchieren. Zum argwöhnisch Werden hat es aber gereicht.

Prinzip der Inkompatibilität

„In dem gleichen Maße, in dem die Komplexität eines Systems steigt, vermindert sich unsere Fähigkeit, präzise und zugleich signifikante Aussagen über sein Verhalten zu machen. Ab einer gewissen Schwelle werden Präzision und Signifikanz (Relevanz) fast sich gegenseitig ausschließende Eigenschaften." (Lotfi A. Zadeh)

Tja. Das war 1973. Die scheinbar naheliegende Lösung, die Ungenauigkeit zum Prinzip zu erheben, hat so ziemlich genau zu nichts geführt. 

"Damals nannte man das „Fuzzy Logic", es war der totale Hype, alles sollte in Zukunft in Fuzzy Logic laufen. War dem damaligen Stand der Computertechnik entsprechend so eine Art Künstliche Intelligenz mit 5 Neuronen. Von dieser kleinen quantitativen Begrenzung mal abgesehen stimmte es total mit der heutigen KI überein:

Der Hype-Begriff schlechthin.

  • Sollte alle Probleme unserer Zukunft lösen.
  • Jeder wollte es, jeder forderte es, aber fast niemand hat verstanden, was es ist.
  • Man war der festen Überzeugung, dass man damit alle Probleme lösen könnte, die man bisher nicht lösen konnte, weil man sie nicht verstanden hatte und keine Lösung hatte, weil man der Meinung war, dass man sie dann nicht mehr verstehen muss, weil der Computer sie für einen versteht."

Wer kennt den Begriff heute überhaupt noch?

16.07.2018

Wer? Wofür? Wogegen? Was?

Inzwischen seh' ich überhaupt nicht mehr durch. Wäre das Thema nicht so ernst, könnte man gleich wieder Monty Python's zitieren. Wer bezieht jetzt welche Position? (Siehe auch)

Hätte man so nicht gedacht, oder?


"Es gibt in Russland ein Netz von LGBT-Sportvereinen. Wer hätte das gedacht nach all den Nachrichten über unterdrückte Schwule und mangelnde Rechte?

Darüber hinaus nehmen die Vereine des LGBT-Sportnetzwerks nicht nur an internationalen Veranstaltungen teil, sondern richten selbst internationale und nationale Turniere aus, bieten darüber hinaus vielfache Möglichkeiten zur Begegnung. Das klingt jetzt nicht so ganz nach staatlicher Unterdrückung von LGBT.
...
Zum Einen weiß ich aus eigener Erfahrung: es geht, es interessiert ehrlich gesagt niemanden. Zum Anderen ist die Frage, wer implementiert solche Maßstäbe in einen Diskurs, der angeblich ernstgenommen werden will? Und die dritte Frage, die sich anschließt, ist: Wieso gelingt das auch noch? Sind wir wirklich schon so verblödet?"

Danke an Herrn H. für den Link!

10.07.2018

Ich möchte, daß ihr mich Loretta nennt

Terry Gilliam zitiert den Monty- Python- Klassiker:

"Ich will kein weißer Mann mehr sein, ich will nicht für alles Schlechte auf der Welt verantwortlich gemacht werden: Ich sage der Welt, dass ich eine schwarze Lesbe bin.... Mein Name ist Loretta und ich bin eine SLÜ, eine schwarze Lesbe im Übergang."

(Hintergrund)

Kann man sich ja, wie wir gelernt haben, beliebig aussuchen. Was manchmal sehr praktisch ist.

Du weißt, daß du im Endstadium der Lächerlichkeit angekommen bist, wenn Monty Python's dich persiflieren.


Warum? Weil es geht.

Nein, hier geht es ausnahmsweise mal nicht um Geistes- und Sozial"wissenschaften":

Wenn Sie zunächst einmal gute Idee haben und dann eine kritische Masse von Forschern, die daran arbeiten, dann fängt diese Masse an, weiter zu wachsen. Einfach weil die Leute dann dazu veröffentlichen können. Da werden dann die absurdesten Sachen publiziert, deren Zusammenhang mit der beobachtbaren Realität sich einem auch mit viel gutem Willen nicht erschließt. Aber es wird publiziert, einfach weil es geht. Und darauf kann ich mir eben keinen anderen Reim machen als den, dass es da eine nur soziologisch zu erklärende Rückkopplung gibt, bei der viele Leute über ein Thema arbeiten, das sie deswegen für gute Wissenschaft halten, weil so viele Leute daran arbeiten. (...) Davon leben die Leute – aber es ist einfach eine Verschwendung von Hirnpower.

Einfach, weil es geht. 

Da bin ich nicht die Erste, die sagt, dass beim Multiversum wissenschaftlich nichts dahinter ist. Diese Idee ist praktisch komplett nutzlos. Man kann damit nichts ausrechnen, was in unserem Universum beobachtbar wäre. Für das, was sich da ausrechnen lässt, reicht dieses eine Universum vollkommen. Das ist das Problem – nicht, dass wir diese Paralleluniversen nicht beobachten können. Theoretische Objekte, denen nichts entspricht, was wir direkt messen können, das gibt es anderswo auch, in der Quantenmechanik zum Beispiel.

Wenigstens kommen himmelhoch abgehobene Hypothesen / Theorien in diesem Bereich ohne Menschenversuche aus.


03.07.2018

Die Große Welt im Kleinen

Ahhh ja. Das kommt mir doch sehr vertraut vor. Leute aus der Stadt wollen in einem Dorf ein unerhört realistisches Projekt starten. 

"Endlich", sagt er. Drei Jahre hat es gedauert, bis aus einer Idee die ersten Balken wurden. Eine Ewigkeit, wenn man wie Hagelstein und seine Mitstreiter die drängendsten Probleme dieser Zeit lösen will.

Denn Hagelstein und die anderen Planer des Zukunftsdorfs haben Großes vor. Die etwa 20 Frauen und Männer wollen ein neues Zuhause für 300 Menschen bauen – 100 Junge, 100 Alte, 100 Geflüchtete. In Hitzacker wollen sie eine Dorfgemeinschaft aufbauen, in der sie miteinander leben und sich gegenseitig helfen. Sie wollen gemeinsam Gemüse anbauen und kleine Läden betreiben. Die Jungen sollen für die Alten da sein, wenn sie pflegebedürftig werden, Alleinstehende die Kinder der jungen Eltern hüten. Wie früher auf dem Dorf, nur dass alle freiwillig hier sind und Internetanschluss haben.

Die Genossenschaft, das sind Altlinke wie Hagelstein, aber auch eine pensionierte Pastorin und ihre Lebensgefährtin, Menschen aus Hamburg, Berlin, Hannover. Sie eint die Sehnsucht nach Gemeinschaft und vielleicht auch nach einem sinnvolleren Leben. Momentan sind es noch deutlich mehr Alte als Junge und noch weniger Flüchtlinge, die anderes zu tun haben, als im Dorfplenum Konsensentscheidungen herbeizudiskutieren, während sie zwischen Ausländerbehörde, Deutschkurs und Wohnheim pendeln. Aber wenn das Dorf erst steht, ist Hagelstein überzeugt, werden sie kommen.

Super Sache, wird bestimmt ganz prima.

Nüchtern gesehen gibt es zwei Probleme mit dem Dorfprojekt: Die Genossenschaft will etwas bauen, das nach dem aktuellen Bebauungsplan aus den Neunzigern so nicht vorgesehen ist. Deshalb muss dieser Plan geändert werden. Das gefällt vor allem denjenigen nicht, die vor Jahrzehnten ihre Häuser in der Annahme kauften oder bauten, sie würden am Ende einer Sackgasse wohnen und nicht neben einer Durchfahrtsstraße zu einem Parkplatz, den die Genossen planen, weil das Dorf selbst autofrei sein soll.

Das zweite Problem: Das Gewerbegebiet nebenan ist zu laut, genauer gesagt, es überschreitet in den Abendstunden den zulässigen Grenzwert von 45 Dezibel um knapp drei Dezibel. Als der Acker noch ein Acker war, hat das niemanden interessiert. 

Was bauen die aber auch ein Gewerbegebiet ausgerechnet da hin, wo wir Jahrzehnte später es mal autofrei und ruhig haben wollen? Scheiß Spießer!

01.07.2018

Das Problem der gelösten Probleme

Ihr habt ja sicher die Krasse Scheiße des Tages gelesen... hier gibts das Ganze (nein, die Zusammenfassung) auf deutsch in der Süddeutschen:
Überall Rassisten, Sexisten, überall Flüchtlinge, Gutmenschen, überall Umweltzerstörung, Verschmutzung, überall Armut, Siechtum, Überlastung, Stress, Burn-out. Doch die apokalyptische Bestandsaufnahme trügt. In sehr vielen Bereichen haben wir so große Fortschritte erzielt, dass sich Sorgen, Ärger und Wut nun an Problemchen entfachen, die zuvor quasi unterhalb der Wahrnehmungsschwelle lagen. Dummerweise verändert sich das Entrüstungs- und Empörungsniveau nicht, der Schaum vor dem Mund bleibt der gleiche.

Diese Eigenart der Wahrnehmung sorgt für den Eindruck, die Menschheit sei außerstande, Probleme zu lösen, und als entwickle sich alles zum Schlechteren. ...
Die Experimente zeigen: Wenn sich ein Problem löst, weiten Menschen reflexartig dessen Definition aus. "Wenn Probleme seltener werden", sagt Gilbert, "betrachten wir automatisch mehr Umstände als problematisch." Die Ergebnisse legten nahe, dass wir immer kritischer auf den Zustand der Welt blicken, je stärker sich dieser zum Positiven entwickelt. "Es scheint so zu sein, dass sich der Fortschritt selbst verbirgt", sagt Gilbert.
Das ist ja nun eigentlich eine Alltagsbeobachtung, aber jetzt haben wirs mal als Studie. (via)
Die Forscher untersuchten diese gesteigerte Sensitivität, indem sie ihren Probanden eine abstrakte Aufgabe stellten. Die Versuchspersonen sollten blaue Punkte auf einem Display identifizieren und zählen. Die Färbung der Kleckse changierte von eindeutig Lila in graduellen Abstufungen zu eindeutig Blau, eine simple Aufgabe. Sobald die Psychologen aber die Zahl der blauen Punkte reduzierten, veränderte sich die Wahrnehmung der Probanden - sie weiteten ihre Definition von "Blau" aus und werteten nun auch lila Punkte als Blau. Das Muster zeigte sich zudem unter verschiedenen Bedingungen: egal, ob die Zahl der blauen Punkte langsam oder auf einen Schlag reduziert wurde. Sogar wenn die Probanden gewarnt wurden, dass weniger blaue Punkte auftauchen würden und ihnen Geld als Belohnung für eine exakte Zählung versprochen wurde, änderte das deren Wahrnehmung nicht: Sie nahmen lila Kleckse nun häufig als blaue wahr.
Na klar, wer meint, daß da etwas Bestimmtes zu sehen ist, wird das auch überall sehen.

28.06.2018

Betreff: Wir retten Leben, wen retten Sie?

Offener Brief von Lifeline an den Innenminister der Bundesrepublik Deutschland, Horst Seehofer

Es ist wichtig, immer, aus erster Hand zu hören und zu lesen. Das gilt erst recht in Zeiten überhitzten Pressegetriebes.

26.06.2018

Hundert Jahre

Gerade bin ich an einen (na ja, fast) 100 Jahre alten Stummfilm geraten und dachte so:

100 Jahre zurück macht 1918 (Ende 1. WK)

25 Jahre weiter: Beginn 2. WK

25 Jahre weiter: 1968

25 Jahre weiter: die Berliner Mauer ist bereits gefallen.

Jeweils nur gerade mal 25 Jahre dazwischen. Nur mal so.

Landflächen: Drei Viertel sind degradiert

Ich war mal bei einem Gespräch zweier Experten zugegen, die sagten, daß verglichen mit diesem Problem der Klimawandel selbst im worst case Kleinkram sei.

Wie lächerlich ist das denn?

Deutsche Industrie will Weltraum ausbeuten

Womit wollt ihr das geförderte Gold aufwiegen?

Weltrekord in Greifswald!

Wendelstein 7-X erzielt höchstes Fusionsprodukt eines Reaktors vom Typ Stellarator

"Rekord im heißen Plasma: Der Fusionsreaktor Wendelstein 7-X hat einen weltweiten Rekord aufgestellt. Er erreichte einen für Reaktoren des Typs Stellarator neuen Höchstwert für das sogenannte Fusionsprodukt, eine Kombination aus Plasmahitze, Dichte und Einschlusszeit. Damit kommt der Versuchsreaktor den Bedingungen für ein Fusionskraftwerk einen weiteren Schritt näher, wie die Forscher berichten."

Wow, herzlichen Glückwunsch!

25.06.2018

23.06.2018

Satz des Tages

Das innere Gefühl externalisiert mit der völlig falschen Erwartung, dann endlich befreit zu sein.  
(Joachim Maaz)


(Vor 25 Jahren: "Die Veräußerlichung des Innerlichen ist ein Ausdruck von Dekadenz." (Eberhard Pältz)
Das haben wir damals natürlich aus Prinzip schon nicht geglaubt.)

22.06.2018

Vom Ende her denken

Muaaahahahaaaa:
Die das so leichthin sagen, haben von Naturwissenschaften offensichtlich keinerlei Ahnung. Vom Ende her, von einem zuvor feststehenden Ziel her denken zuweilen Konstrukteure. Naturwissenschaftliche Forscher wollen gewiss auch zu einem Resultat gelangen, doch dessen Beschaffenheit oder selbst dessen Existenz kennen sie vorher nicht. Resultate haben wollen viele andere gleichfalls, Geisteswissenschaftler zum Beispiel. Dass bei naturwissenschaftlicher Forschung das Ende zuvor schon feststehe, ist dummes Zeug. Gelegentlich kann freilich sein, dass apriorische Festlegungen im Nachhinein durch Erkenntnisse rechtfertigt oder begründet werden, aber dies pflegt in den Geisteswissenschaften häufiger stattzufinden als in den Naturwissenschaften. Die Liste der hierbei erzielten Irrtümer und Fehldeutungen ist übrigens lang.

Ich habe eine Idee, was rauskommen soll, und bastele mir meine Begründungskette zurecht. Das ist genau das, wie Wissenschaft nicht funktioniert.

21.06.2018

An einen dunklen Ort diese Überlegungen uns führen. Vorsichtig wir müssen sein.

Na ja, ich weiß nicht. Hier geht mir das etwas zu sehr in Richtung Verschwörungstheorie, daß beide Gesetzesänderungen (DSGVO und das neue) ein Doppelschlag gewesen sein könnten (so klingt es zumindest unterschwellig durch).

Hier weiß ich auch nicht so recht... Matthias Oomen repräsentiert nicht die Grünen, aber ich sehe vor meinem geistigen Auge unheilige Allianzen. Da sehen ein paar Leute die Möglichkeit, zu schalten und zu walten.

Außerdem gibt es bei Fefe ein Update. Weiß ich jetzt auch nicht, sollte aber als Richtigstellung nicht untergehen.

Das Gegenteil von gut...

Weil's gerade paßt...

Für Eltern: Überfürsorge hemmt Ausbildung der Selbstkontrolle und Frustrationstoleranz

Für die Jugend: Studiert um Himmels Willen nichts Geisteswissenschaftliches!

Und dann bekommen die eine Krise und Depressionen, wenn sie in die reale Welt kommen und man ihnen sagt, dass ihre Schoko-Taler da draußen nichts wert sind und das alles nur Zirkus war.

Zweiteres kann ich aus Erfahrung bestätigen. Je höher die Abgehobenheit, desto härter die Landung.

(Und wenn dann noch die Selbstkontrolle fehlt... und schon sind wir beim Thema postmoderne Spinner...)


20.06.2018

Das war's dann wohl

Einen "normalen" Zeitungstext dürfte ich jetzt also nicht mehr zitieren. Oder wie ist das gedacht?

"Online-Plattformen sollen von Nutzern hochgeladene Inhalte überwachen und filtern. Ein fünfjähriges Leistungsschutzrecht wurde auch beschlossen... Anders als hierzulande werden auch kleinste Auszüge aus Texten in Form sogenannter Snippets erfasst. Dazu kommt zwar die Ansage, dass das Leistungsschutzrecht nicht auf Links ausgedehnt werden soll. In der Praxis dürfte diese Bestimmung aber kaum tragen, da in Webadressen oft schon geschützte Überschriften von Presseartikeln eingebaut sind."

Das könnte im bösesten Falle das Ende der Soup sein, denn die werden keinen Filter einbauen.

Stadt / Land

Hihi... nicht wirklich zum Lachen, aber doch humorvoll geschrieben.

Na ja, die Nische bei Fuchs und Hase ist lediglich für eine ziemlich kleine Zielgruppe ideal. Aber so ist das nun mal mit den Nischen. Bleibt mal schön in den Städten.

19.06.2018

Ich lach mich tot...

... sollte nach der Reparatur bei soup.io jetzt etwa der Feedimport wieder funktionieren?

12.12.2017

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So, es ist soweit, für die, die über die jeweils anderen Links kommen:

soup.io ist derzeit kaputt und ich sehe das noch nicht, daß das noch mal repariert wird. Falls ja, dann geht ja vielleicht sogar der Feedimport, und dann landet die Info auch dort.

Nun gibt es nach allerlei Experimenten doch wieder ein Logbuch bei Blogspot. Wollte ich eigentlich aus naheliegenden Gründen vermeiden, aber die Faulheit hat gesiegt. Google hat mich in der Bequemlichkeitsfalle.

Das alte Ding. Freiheit oder Bequemlichkeit.

Und wenn ich unbedingt meinen Senf raushauen will, ist das schließlich mein Problem.

Also:

https://yellowsoupmarine.blogspot.de/ => Senf

https://hamataikobaia.blogspot.de/ => Mugge

http://yellowsoupmarine.soup.io/ => mehr Senf, sofern die Suppe noch mal aufgewärmt wird.

Viel Spaß wünschen Jeremy und die Zeuhlonauten!