16.07.2018

Wer? Wofür? Wogegen? Was?

Inzwischen seh' ich überhaupt nicht mehr durch. Wäre das Thema nicht so ernst, könnte man gleich wieder Monty Python's zitieren. Wer bezieht jetzt welche Position? (Siehe auch)

Hätte man so nicht gedacht, oder?


"Es gibt in Russland ein Netz von LGBT-Sportvereinen. Wer hätte das gedacht nach all den Nachrichten über unterdrückte Schwule und mangelnde Rechte?

Darüber hinaus nehmen die Vereine des LGBT-Sportnetzwerks nicht nur an internationalen Veranstaltungen teil, sondern richten selbst internationale und nationale Turniere aus, bieten darüber hinaus vielfache Möglichkeiten zur Begegnung. Das klingt jetzt nicht so ganz nach staatlicher Unterdrückung von LGBT.
...
Zum Einen weiß ich aus eigener Erfahrung: es geht, es interessiert ehrlich gesagt niemanden. Zum Anderen ist die Frage, wer implementiert solche Maßstäbe in einen Diskurs, der angeblich ernstgenommen werden will? Und die dritte Frage, die sich anschließt, ist: Wieso gelingt das auch noch? Sind wir wirklich schon so verblödet?"

Danke an Herrn H. für den Link!

10.07.2018

Ich möchte, daß ihr mich Loretta nennt

Terry Gilliam zitiert den Monty- Python- Klassiker:

"Ich will kein weißer Mann mehr sein, ich will nicht für alles Schlechte auf der Welt verantwortlich gemacht werden: Ich sage der Welt, dass ich eine schwarze Lesbe bin.... Mein Name ist Loretta und ich bin eine SLÜ, eine schwarze Lesbe im Übergang."

(Hintergrund)

Kann man sich ja, wie wir gelernt haben, beliebig aussuchen. Was manchmal sehr praktisch ist.

Du weißt, daß du im Endstadium der Lächerlichkeit angekommen bist, wenn Monty Python's dich persiflieren.


Warum? Weil es geht.

Nein, hier geht es ausnahmsweise mal nicht um Geistes- und Sozial"wissenschaften":

Wenn Sie zunächst einmal gute Idee haben und dann eine kritische Masse von Forschern, die daran arbeiten, dann fängt diese Masse an, weiter zu wachsen. Einfach weil die Leute dann dazu veröffentlichen können. Da werden dann die absurdesten Sachen publiziert, deren Zusammenhang mit der beobachtbaren Realität sich einem auch mit viel gutem Willen nicht erschließt. Aber es wird publiziert, einfach weil es geht. Und darauf kann ich mir eben keinen anderen Reim machen als den, dass es da eine nur soziologisch zu erklärende Rückkopplung gibt, bei der viele Leute über ein Thema arbeiten, das sie deswegen für gute Wissenschaft halten, weil so viele Leute daran arbeiten. (...) Davon leben die Leute – aber es ist einfach eine Verschwendung von Hirnpower.

Einfach, weil es geht. 

Da bin ich nicht die Erste, die sagt, dass beim Multiversum wissenschaftlich nichts dahinter ist. Diese Idee ist praktisch komplett nutzlos. Man kann damit nichts ausrechnen, was in unserem Universum beobachtbar wäre. Für das, was sich da ausrechnen lässt, reicht dieses eine Universum vollkommen. Das ist das Problem – nicht, dass wir diese Paralleluniversen nicht beobachten können. Theoretische Objekte, denen nichts entspricht, was wir direkt messen können, das gibt es anderswo auch, in der Quantenmechanik zum Beispiel.

Wenigstens kommen himmelhoch abgehobene Hypothesen / Theorien in diesem Bereich ohne Menschenversuche aus.


03.07.2018

Die Große Welt im Kleinen

Ahhh ja. Das kommt mir doch sehr vertraut vor. Leute aus der Stadt wollen in einem Dorf ein unerhört realistisches Projekt starten. 

"Endlich", sagt er. Drei Jahre hat es gedauert, bis aus einer Idee die ersten Balken wurden. Eine Ewigkeit, wenn man wie Hagelstein und seine Mitstreiter die drängendsten Probleme dieser Zeit lösen will.

Denn Hagelstein und die anderen Planer des Zukunftsdorfs haben Großes vor. Die etwa 20 Frauen und Männer wollen ein neues Zuhause für 300 Menschen bauen – 100 Junge, 100 Alte, 100 Geflüchtete. In Hitzacker wollen sie eine Dorfgemeinschaft aufbauen, in der sie miteinander leben und sich gegenseitig helfen. Sie wollen gemeinsam Gemüse anbauen und kleine Läden betreiben. Die Jungen sollen für die Alten da sein, wenn sie pflegebedürftig werden, Alleinstehende die Kinder der jungen Eltern hüten. Wie früher auf dem Dorf, nur dass alle freiwillig hier sind und Internetanschluss haben.

Die Genossenschaft, das sind Altlinke wie Hagelstein, aber auch eine pensionierte Pastorin und ihre Lebensgefährtin, Menschen aus Hamburg, Berlin, Hannover. Sie eint die Sehnsucht nach Gemeinschaft und vielleicht auch nach einem sinnvolleren Leben. Momentan sind es noch deutlich mehr Alte als Junge und noch weniger Flüchtlinge, die anderes zu tun haben, als im Dorfplenum Konsensentscheidungen herbeizudiskutieren, während sie zwischen Ausländerbehörde, Deutschkurs und Wohnheim pendeln. Aber wenn das Dorf erst steht, ist Hagelstein überzeugt, werden sie kommen.

Super Sache, wird bestimmt ganz prima.

Nüchtern gesehen gibt es zwei Probleme mit dem Dorfprojekt: Die Genossenschaft will etwas bauen, das nach dem aktuellen Bebauungsplan aus den Neunzigern so nicht vorgesehen ist. Deshalb muss dieser Plan geändert werden. Das gefällt vor allem denjenigen nicht, die vor Jahrzehnten ihre Häuser in der Annahme kauften oder bauten, sie würden am Ende einer Sackgasse wohnen und nicht neben einer Durchfahrtsstraße zu einem Parkplatz, den die Genossen planen, weil das Dorf selbst autofrei sein soll.

Das zweite Problem: Das Gewerbegebiet nebenan ist zu laut, genauer gesagt, es überschreitet in den Abendstunden den zulässigen Grenzwert von 45 Dezibel um knapp drei Dezibel. Als der Acker noch ein Acker war, hat das niemanden interessiert. 

Was bauen die aber auch ein Gewerbegebiet ausgerechnet da hin, wo wir Jahrzehnte später es mal autofrei und ruhig haben wollen? Scheiß Spießer!

01.07.2018

Das Problem der gelösten Probleme

Ihr habt ja sicher die Krasse Scheiße des Tages gelesen... hier gibts das Ganze (nein, die Zusammenfassung) auf deutsch in der Süddeutschen:
Überall Rassisten, Sexisten, überall Flüchtlinge, Gutmenschen, überall Umweltzerstörung, Verschmutzung, überall Armut, Siechtum, Überlastung, Stress, Burn-out. Doch die apokalyptische Bestandsaufnahme trügt. In sehr vielen Bereichen haben wir so große Fortschritte erzielt, dass sich Sorgen, Ärger und Wut nun an Problemchen entfachen, die zuvor quasi unterhalb der Wahrnehmungsschwelle lagen. Dummerweise verändert sich das Entrüstungs- und Empörungsniveau nicht, der Schaum vor dem Mund bleibt der gleiche.

Diese Eigenart der Wahrnehmung sorgt für den Eindruck, die Menschheit sei außerstande, Probleme zu lösen, und als entwickle sich alles zum Schlechteren. ...
Die Experimente zeigen: Wenn sich ein Problem löst, weiten Menschen reflexartig dessen Definition aus. "Wenn Probleme seltener werden", sagt Gilbert, "betrachten wir automatisch mehr Umstände als problematisch." Die Ergebnisse legten nahe, dass wir immer kritischer auf den Zustand der Welt blicken, je stärker sich dieser zum Positiven entwickelt. "Es scheint so zu sein, dass sich der Fortschritt selbst verbirgt", sagt Gilbert.
Das ist ja nun eigentlich eine Alltagsbeobachtung, aber jetzt haben wirs mal als Studie. (via)
Die Forscher untersuchten diese gesteigerte Sensitivität, indem sie ihren Probanden eine abstrakte Aufgabe stellten. Die Versuchspersonen sollten blaue Punkte auf einem Display identifizieren und zählen. Die Färbung der Kleckse changierte von eindeutig Lila in graduellen Abstufungen zu eindeutig Blau, eine simple Aufgabe. Sobald die Psychologen aber die Zahl der blauen Punkte reduzierten, veränderte sich die Wahrnehmung der Probanden - sie weiteten ihre Definition von "Blau" aus und werteten nun auch lila Punkte als Blau. Das Muster zeigte sich zudem unter verschiedenen Bedingungen: egal, ob die Zahl der blauen Punkte langsam oder auf einen Schlag reduziert wurde. Sogar wenn die Probanden gewarnt wurden, dass weniger blaue Punkte auftauchen würden und ihnen Geld als Belohnung für eine exakte Zählung versprochen wurde, änderte das deren Wahrnehmung nicht: Sie nahmen lila Kleckse nun häufig als blaue wahr.
Na klar, wer meint, daß da etwas Bestimmtes zu sehen ist, wird das auch überall sehen.

28.06.2018

Betreff: Wir retten Leben, wen retten Sie?

Offener Brief von Lifeline an den Innenminister der Bundesrepublik Deutschland, Horst Seehofer

Es ist wichtig, immer, aus erster Hand zu hören und zu lesen. Das gilt erst recht in Zeiten überhitzten Pressegetriebes.

26.06.2018

Hundert Jahre

Gerade bin ich an einen (na ja, fast) 100 Jahre alten Stummfilm geraten und dachte so:

100 Jahre zurück macht 1918 (Ende 1. WK)

25 Jahre weiter: Beginn 2. WK

25 Jahre weiter: 1968

25 Jahre weiter: die Berliner Mauer ist bereits gefallen.

Jeweils nur gerade mal 25 Jahre dazwischen. Nur mal so.

Landflächen: Drei Viertel sind degradiert

Ich war mal bei einem Gespräch zweier Experten zugegen, die sagten, daß verglichen mit diesem Problem der Klimawandel selbst im worst case Kleinkram sei.

Wie lächerlich ist das denn?

Deutsche Industrie will Weltraum ausbeuten

Womit wollt ihr das geförderte Gold aufwiegen?

Weltrekord in Greifswald!

Wendelstein 7-X erzielt höchstes Fusionsprodukt eines Reaktors vom Typ Stellarator

"Rekord im heißen Plasma: Der Fusionsreaktor Wendelstein 7-X hat einen weltweiten Rekord aufgestellt. Er erreichte einen für Reaktoren des Typs Stellarator neuen Höchstwert für das sogenannte Fusionsprodukt, eine Kombination aus Plasmahitze, Dichte und Einschlusszeit. Damit kommt der Versuchsreaktor den Bedingungen für ein Fusionskraftwerk einen weiteren Schritt näher, wie die Forscher berichten."

Wow, herzlichen Glückwunsch!

25.06.2018

23.06.2018

Satz des Tages

Das innere Gefühl externalisiert mit der völlig falschen Erwartung, dann endlich befreit zu sein.  
(Joachim Maaz)


(Vor 25 Jahren: "Die Veräußerlichung des Innerlichen ist ein Ausdruck von Dekadenz." (Eberhard Pältz)
Das haben wir damals natürlich aus Prinzip schon nicht geglaubt.)

22.06.2018

Vom Ende her denken

Muaaahahahaaaa:
Die das so leichthin sagen, haben von Naturwissenschaften offensichtlich keinerlei Ahnung. Vom Ende her, von einem zuvor feststehenden Ziel her denken zuweilen Konstrukteure. Naturwissenschaftliche Forscher wollen gewiss auch zu einem Resultat gelangen, doch dessen Beschaffenheit oder selbst dessen Existenz kennen sie vorher nicht. Resultate haben wollen viele andere gleichfalls, Geisteswissenschaftler zum Beispiel. Dass bei naturwissenschaftlicher Forschung das Ende zuvor schon feststehe, ist dummes Zeug. Gelegentlich kann freilich sein, dass apriorische Festlegungen im Nachhinein durch Erkenntnisse rechtfertigt oder begründet werden, aber dies pflegt in den Geisteswissenschaften häufiger stattzufinden als in den Naturwissenschaften. Die Liste der hierbei erzielten Irrtümer und Fehldeutungen ist übrigens lang.

Ich habe eine Idee, was rauskommen soll, und bastele mir meine Begründungskette zurecht. Das ist genau das, wie Wissenschaft nicht funktioniert.

21.06.2018

An einen dunklen Ort diese Überlegungen uns führen. Vorsichtig wir müssen sein.

Na ja, ich weiß nicht. Hier geht mir das etwas zu sehr in Richtung Verschwörungstheorie, daß beide Gesetzesänderungen (DSGVO und das neue) ein Doppelschlag gewesen sein könnten (so klingt es zumindest unterschwellig durch).

Hier weiß ich auch nicht so recht... Matthias Oomen repräsentiert nicht die Grünen, aber ich sehe vor meinem geistigen Auge unheilige Allianzen. Da sehen ein paar Leute die Möglichkeit, zu schalten und zu walten.

Außerdem gibt es bei Fefe ein Update. Weiß ich jetzt auch nicht, sollte aber als Richtigstellung nicht untergehen.

Das Gegenteil von gut...

Weil's gerade paßt...

Für Eltern: Überfürsorge hemmt Ausbildung der Selbstkontrolle und Frustrationstoleranz

Für die Jugend: Studiert um Himmels Willen nichts Geisteswissenschaftliches!

Und dann bekommen die eine Krise und Depressionen, wenn sie in die reale Welt kommen und man ihnen sagt, dass ihre Schoko-Taler da draußen nichts wert sind und das alles nur Zirkus war.

Zweiteres kann ich aus Erfahrung bestätigen. Je höher die Abgehobenheit, desto härter die Landung.

(Und wenn dann noch die Selbstkontrolle fehlt... und schon sind wir beim Thema postmoderne Spinner...)


20.06.2018

Das war's dann wohl

Einen "normalen" Zeitungstext dürfte ich jetzt also nicht mehr zitieren. Oder wie ist das gedacht?

"Online-Plattformen sollen von Nutzern hochgeladene Inhalte überwachen und filtern. Ein fünfjähriges Leistungsschutzrecht wurde auch beschlossen... Anders als hierzulande werden auch kleinste Auszüge aus Texten in Form sogenannter Snippets erfasst. Dazu kommt zwar die Ansage, dass das Leistungsschutzrecht nicht auf Links ausgedehnt werden soll. In der Praxis dürfte diese Bestimmung aber kaum tragen, da in Webadressen oft schon geschützte Überschriften von Presseartikeln eingebaut sind."

Das könnte im bösesten Falle das Ende der Soup sein, denn die werden keinen Filter einbauen.

Stadt / Land

Hihi... nicht wirklich zum Lachen, aber doch humorvoll geschrieben.

Na ja, die Nische bei Fuchs und Hase ist lediglich für eine ziemlich kleine Zielgruppe ideal. Aber so ist das nun mal mit den Nischen. Bleibt mal schön in den Städten.

19.06.2018

Ich lach mich tot...

... sollte nach der Reparatur bei soup.io jetzt etwa der Feedimport wieder funktionieren?

12.12.2017

Besuchen Sie unsere Partnerseite!

So, es ist soweit, für die, die über die jeweils anderen Links kommen:

soup.io ist derzeit kaputt und ich sehe das noch nicht, daß das noch mal repariert wird. Falls ja, dann geht ja vielleicht sogar der Feedimport, und dann landet die Info auch dort.

Nun gibt es nach allerlei Experimenten doch wieder ein Logbuch bei Blogspot. Wollte ich eigentlich aus naheliegenden Gründen vermeiden, aber die Faulheit hat gesiegt. Google hat mich in der Bequemlichkeitsfalle.

Das alte Ding. Freiheit oder Bequemlichkeit.

Und wenn ich unbedingt meinen Senf raushauen will, ist das schließlich mein Problem.

Also:

https://yellowsoupmarine.blogspot.de/ => Senf

https://hamataikobaia.blogspot.de/ => Mugge

http://yellowsoupmarine.soup.io/ => mehr Senf, sofern die Suppe noch mal aufgewärmt wird.

Viel Spaß wünschen Jeremy und die Zeuhlonauten!