16.07.2019

We blew it - 50 Jahre später

Heute ist das keine Frage mehr.

"You know Billy, we blew it", sagt Wyatt in der letzten Lagerfeuerszene, und viel ist darüber gerätselt worden, ob das nun nur auf die Protagonisten im Film oder auf die Gesellschaft an sich bezogen war.

Gurke des Tages

Ja, ganz super:

Weil Online-Traffic für mehr als die Hälfte des CO2-Fußabdrucks der digitalen Technik verantwortlich ist und Videos für 80 Prozent davon, müsse man hier ansetzen, um den Ressourcenverbrauch einzuschränken...

Um ihre Argumente anschaulich zu machen, haben die Autoren ausgerechnet ein Youtube-Video erstellt – in Full-HD.

Konkret, pragmatisch, praktisch.

Nanu, liebe TAZ, was ist denn bei euch los?

Die polarisierten Positionen entwerfen entweder ein Land, das kurz vor der Übernahme durch Muslime steht, die per se als böse anzusehen seien.

Oder eines, das sich kurz vor dem Versinken in den braunen Schlamm der Vergangenheit befindet. Beide Positionen sind falsch bis absurd. (...)

Übrigens sind es oft diese Art von „Guten", die es eben noch hip fanden, mitten im Multikulti zu leben, aber ganz schnell nach Berlin-Zehlendorf oder -Prenzlauer Berg umziehen, damit ihre Charlotte oder ihr Leonhard nicht mit lauter Fatimas oder Hassans in Kita oder Grundschule gehen muss. Sie beobachten Integration aus sicherer Entfernung ihrer Filterblase heraus...

Es ist leicht, Moralapostel und Realitätsverweigerer zu sein. Man muss nur die Augen schließen...

Lesenswert, besonders unter dem Gesichtspunkt, in welcher Zeitung das steht.

14.07.2019

Disco Demolition Night 1979

Oh, in dem Dokumentarfilm letztens kam das recht humorvoll rüber, aber so lustig war das wohl nicht, die Schallplattensprengung 1979. Au weia.

12.07.2019

Tube löscht NuoViso

P.P.S.: Geht angeblich wieder. Das macht es noch weniger aufregend.

P.S.: Hab noch mal drüber nachgedacht und finde es jetzt nicht aufregend.
Alle Beteiligten können auf ihren Servern machen was sie wollen. So einfach.

Ich kenne deren aktuelles Programm nicht, kann mich dazu jetzt nicht positionieren. Jedenfalls ist NuoViso.TV aus der Tube rausgeflogen. Das ist einer der bedeutenderen alternativen Nachrichtenkanäle.

Vor ein paar Jahren hatte ich sie für mich unter "nicht durchgängig zitierfähig" eingeordnet, kann mich aber an keine schwerwiegenden Entgleisungen erinnern. Wie gesagt, weiß ich jetzt nicht. Ist lange her.

Das ist jetzt eine privatrechtliche Angelegenheit, insofern kann man nicht "Zensur" schreien. Trotzdem eine sehr bedenkliche Sache.

03.07.2019

Unschuld - - - Verantwortung

Das Zitat muß ich hier mal raushauen, weil das ist genau das Ding, immer und immer wieder:

Die Vorstellung, die ganze Energieversorgung einer riesigen hochmodernen Industriegesellschaft ganz auf regenerative Energien umstellen zu können, drückt eben auch einen Wunsch nach Unschuld aus – der die Verantwortung dafür, die Wünsche umzusetzen, an andere delegiert. Wer Fragen der Umsetzung so beständig zum Problem anderer werden lässt, muss sich auch mit den Begrenzungen der eigenen Handlungsmöglichkeiten nicht beschäftigen...

Wer sich aber in einer Fantasie eigener Unschuld einrichtet, braucht andere, die ihm die Auseinandersetzung mit der Realität abnehmen – die mächtig genug sind, dies allzeit tun zu können, und wohlwollend genug, es in seinem Sinne zu tun.

(Ansonsten scheint mir der Artikel für Lucas' Verhältnisse thematisch ziemlich zerfahren, aber sei's drum.)

02.07.2019

Interessante Parallele

"Oder vergleichen wir WikiLeaks mit den Snowden Files, deren überwiegender Teil nun begraben wurde und nie mehr veröffentlicht wird, weil man sie dummerweise dem Guardian und ,The Intercept' anvertraut hatte. Assange hat diese Vermittlerrolle der Journalisten ausgeschaltet und, indem er der Öffentlichkeit die Wahrheit über ihre Regierenden zugänglich machte, eine wesentliche Rolle dabei gespielt, das Vertrauen der Öffentlichkeit in ein politisches Establishment zu untergraben, das sie ausbeutet.

Es gibt eine interessante Parallele in der Reaktion auf die Gelehrten der Reformation, die die Bibel in die Landessprachen übersetzten und der Bevölkerung direkten Zugang zu ihren Inhalten gaben, ohne die vermittelnden Filter der Priesterklasse. Solche Entwicklungen provozieren außergewöhnliche Gehässigkeit bei jenen, deren Position bedroht ist. Ich sehe in dieser Hinsicht eine historische Parallele zwischen Julian Assange und William Tyndale. Das sollten wir im Gedächtnis behalten, um die Tiefe des staatlichen Hasses gegenüber Julian zu verstehen" (Craig Murray)

Strom knapp?

Ach, die Händler sind dran schuld!

Nee. Die spekulieren nur mit dem angerichteten Chaos. War doch klar. Das wird noch unlustig.

01.07.2019

Julian Assange

Wieso liest man von diesem doch vergleichsweise ziemlich klaren Fall so gut wie nichts mehr?

Am Ende dämmerte es mir schließlich, dass ich durch Propaganda geblendet und dass Assange systematisch verleumdet worden war, um die Aufmerksamkeit von den Verbrechen abzulenken, die er aufgedeckt hatte. Nachdem er durch Isolation, Spott und Scham entmenschlicht worden war, wie die Hexen, die wir auf dem Scheiterhaufen verbrannt hatten, war es leicht, ihm seine grundlegendsten Rechte zu entziehen, ohne die Öffentlichkeit weltweit zu empören. Und so wird ein rechtlicher Präzedenzfall geschaffen, durch die Hintertür unserer eigenen Selbstgefälligkeit, die in Zukunft ebenso gut auf Offenbarungen von The Guardian, der New York Times und ABC News angewendet werden kann und wird."

Es gab eine sehr unheilige Allianz (quer durch alle politischen Lager), die ihn zur Unperson erklärt hat.

Der Fall Sullivan...

... hat es in die Süddeutsche geschafft.

Viele Kommentatoren der großen Zeitungen und viele Kollegen in der Rechtswissenschaft haben sich seither zu dem Fall geäußert. Fast einhellig fiel das Urteil für Harvard vernichtend aus. Auf eine Stellungnahme von Sullivan selbst wartete die akademische Welt bis zu dieser Woche.

Nun schreibt er, dass Harvard, eine der berühmtesten Universitäten der Welt, keinerlei Interesse an einer Diskussion über die Fakten gehabt habe. "Sie haben vor dem Protest kapituliert", schreibt er und fährt fort: "Wenn man bedenkt, dass Universitäten Orte der abgewogenen und zivilisierten Diskussion sein sollten, Orte, an denen Menschen dazu gezwungen sind, sich mit schwierigen, mit kontroversen und unvertrauten Gedanken auseinanderzusetzen, dann ist das enttäuschend."

Tunguska

Ah, na gucke. Ein 50 bis 80 Meter großer Gesteins-Asteroid war's, soso. Dabei weiß doch jeder, daß es ein Raumschiff von der Venus war...

25.06.2019

P.S.

Den Einen muß ich jetzt doch noch nachliefern zum Gauck- Thema.

Weil das ist nämlich genau der Punkt.

Polizeibericht des Tages

Nicht zur Nachahmung empfohlen. Klappt nur einmal, so was.

Der Fahrer eines Kleintransporters lieferte heute Morgen bei einer Polizeikontrolle in Lüdenscheid eine Sperma- statt der geforderten Urinprobe ab. Als die Beamten ihn kontrollierten, zeigte er Anzeichen, die auf Drogenkonsum hindeuteten.

Er war mit einem Drogenvortest einverstanden. Für die Urinprobe überreichten die Polizeibeamten einen Becher. Damit verschwand er im Gebüsch. Er brauchte ungewöhnlich lange und kehrte etwas beschämt mit dem genannten Inhalt zurück. Die Beamten erklärten die Probe für unbrauchbar und griffen auf einen Speicheltest zurück. Der fiel negativ aus und der Mann fuhr erleichtert weiter.

24.06.2019

Motorrad mit Führerschein B

Hä? Ich dachte, das gilt heute noch? Wenn man älter als 35 ist, darf man bis 125 ccm fahren... hamse das abjeschafft? Hab ich gar nich mitjekricht.

Auch in Deutschland gab es bis April 1980 eine sogenannte Einschlussregelung. Wer damals einen Autoführerschein (Klasse 3) gemacht hat, darf auch heute noch Leichtkrafträder fahren.

Das war doch ne feine Regelung. Habt euch mal nich so!

Autofahrer könnten ihren B-Klasse-Führerschein demnach zukünftig um eine sogenannte Schlüsselzahl 195 erweitern. Damit dürfen sie leichte Motorräder fahren. Typische Hersteller sind Piaggio, Yamaha, oder KTM. Die Leichtkrafträder haben maximal 15 PS, können aber über 100 km/h schnell fahren. Bisher war dafür der separate Führerschein A1 notwendig.
Eine Prüfung und umfangreiche Ausbildung auf dem Motorrad sind nicht mehr nötig. Stattdessen reicht es, wenn der Autofahrer eine 90-minütige Theorieeinheit und sechs praktische Fahrstunden absolviert. Letztere können außerhalb des Straßenverkehrs stattfinden, etwa auf einem Verkehrsübungsplatz.
Der Autofahrer muss mindestens 25 Jahre alt sein und seinen Führerschein seit mindestens fünf Jahren besitzen.

Mit 15 PS kann man sich natürlich auch totfahren, aber 15 PS sind nun wirklich gutmütig. Entspricht einer ETZ 150.

Kartoffel in Europa

Oh, wow. Die Einführung der Kartoffel in Europa war wohl eine kniffelige Angelegenheit. Wenn was schief ging, konnte es gleich mal zu einer Hungersnot kommen. Schlechte Nachricht, wenn man mal über Klimaverschiebungen nachdenkt.

Denn im Ursprungsgebiet in den äquatornahen Anden sind Tage und Nächte ähnlich lang, während es in Europa zur Sommersonnenwende mehr als 16 Stunden hell ist. Das beeinflusst den Erntezeitpunkt. Bei Anden-Kartoffeln, so schreiben die Forscher, würde in Europa die Knollenbildung nur in den kurzen Spätherbsttagen erfolgen - gefolgt von Frosttemperaturen, die die Pflanzen töten, bevor eine angemessene Lagerung der Nährstoffe in den Knollen erreicht würde. ...

Für die Züchtung moderner, ertragreicher Kartoffelsorten musste man die Pflanzen also an die hiesigen Tageslängen und Temperaturen anpassen.Die moderne europäische Kartoffel entstand demnach ab dem Ende des 18. Jahrhunderts durch Züchtung unter Verwendung chilenischer Sorten. Der Anteil von Genen, die von den ursprünglichen Andenkartoffeln stammen, nahm kontinuierlich ab. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hingegen stieg dieser Anteil wieder an. "Diese Verschiebung der Herkunft lässt darauf schließen, dass die Landwirte zu dieser Zeit möglicherweise ältere Kartoffelbestände wieder eingeführt haben, um die Hungersnot zu überwinden, die durch den Verlust von für Krankheitserreger anfälligen Pflanzen verursacht wurde." In Irland kam bei der großen Hungersnot 1845 bis 1849 infolge von Ernteverlusten durch Kartoffelfäule schätzungsweise eine Million Menschen ums Leben.

23.06.2019

Eric Hoffer - der etwas andere Philosoph

Das Gefühl, wenn sich wieder ein Kreis schließt... ich hake das Thema erst mal ab, denn das geht mir und euch nur sinnlos auf die Nerven.

Ich hab ne Weile rumgeöppelt, um einen eigenen Kommentar zum Originaltext zu machen, aber selbst das laß ich bleiben.

Stattdessen mache ich mir einfach den Kommentar von Harald von der Humanwirtschaftspartei zueigen.

Hoffer führt die Ideologen der Weltverbesserer vor. Deren Fanatismus hat seine Wurzeln in persönlicher Unzulänglichkeit: wer selbst ein erfülltes Leben führt, weil er fähig ist, das eigene Sein kreativ zu gestalten, der habe kein Interesse am Umsturz der bestehenden Ordnung. „Der Glaube an eine heilige Sache ist in hohem Maße ein Ersatz für den verlorenen Glauben an uns selbst".

Tja.

Hätte uns nur jemand gewarnt!

Wenn an die Stelle von Argumenten Gefühle treten, ist an Diskutieren nicht zu denken. Das würgt alles ab.
P.S.: Ich meine, hey, zieht euch das mal auf Lunge rein:
"Da kann ich jetzt mal als Betroffene antworten. Dass meine Thesen streitbar sind, ist doch völlig klar. Aber was mich erschreckt hat, ist, dass manche Leute wegen meines #MeToo-Buches den Diskurs mit mir verweigern. Als wäre ich ein Nazi.
Was für Leute sind denn das?
Zum Teil Bekannte, die demselben Milieu entstammen.
Und sich als aufrechte Linksliberale verstehen?
Aufrecht weiß ich jetzt nicht, aber linksliberal sicher. Die Grenze des Sagbaren wird eng gezogen. Das so zu formulieren ist natürlich in sich schon wieder hakelig, weil das eine rechte Rhetorik ist: »Das wird man ja nochmal sagen dürfen.« Das Schlimme ist aber, dass ich in den letzten zwei Jahren in Situationen gekommen bin, in denen mir genau dieser Satz auf der Zunge lag: Das werde ich ja wohl nochmal sagen dürfen."
DAS in der TAZ.

18.06.2019

Die Hölle friert schon wieder zu

Das hätte ich nicht gedacht, daß ich dem alten Pfaffen noch mal zustimmen würde:
Sie widmen der "Intoleranz der Guten", wie Sie die "politisch Korrekten" bezeichnen, mehr Seiten als allen anderen Themen. Warum diese Gewichtung?

Wenn in einem Milieu, das Pluralität und Toleranz auf seine Fahnen geschrieben hat, Intoleranz aufkommt, irritiert mich das. Intolerantes und dogmatisches Vorgehen ist für mich nicht dadurch gerechtfertigt, dass es aus edlen Motiven erfolgt. Auch das politisch Korrekte darf nicht vorschnell Tabuzonen errichten. Es darf auch die gewünschten Verhaltensweisen nicht mit moralischem Übereifer durchsetzen. Dabei fühle ich mich Vertretern einer politischen Korrektheit durchaus nah, weil sie die politische Zivilität fördern wollen. Und was einem nahe ist, schaut man sich besonders kritisch an...
Kämpferische Toleranz lässt andere Meinungen gelten, auch wenn sie sie bekämpft. Die Intoleranz der Guten hingegen schließt andere Meinungen häufig aus dem Diskurs aus oder sucht sogar zu verhindern, dass sie überhaupt geäußert werden: etwa durch Störung von Vorlesungen, den Ausschluss bestimmter Diskussionsteilnehmer oder die Entfernung eines missliebigen Gedichtes. Kämpferische Toleranz verteidigt also die Pluralität, Intoleranz auch der Guten aber schränkt Pluralität ein. ...
Ist jetzt eigentlich nichts, worauf ich noch extra hinweise, denn zum 1682ten Mal nervt es nur noch, aber wenn es schon der Altpräsident meint...

Siehe auch hier.
Die militante Linke, die sich bis zum heutigen Tag als revolutionär versteht, zielt mit ihrer Politik, zu der auch Gewalt gehört, auf einen Umsturz mit grundlegenden Folgen. Der bürgerliche Staat soll zerschlagen und die bürgerliche Gesellschaft zerstört werden.

Siehe auch hier... ein Text, der von mir sein könnte, nur daß ich meist zu faul bin, so ausführlich zu schreiben.
Es gibt auch einen privaten Grund, weshalb mich die Verlogenheit derer aufregt, die uns regieren. Spießer jedweder politischen Coleur eint, dass sie Menschen, die sich nicht ihren beschränkten Vorstellungen von erlaubtem Betragen unterwerfen, mit sozialer Ächtung zu bestrafen suchen. Aber ich habe nicht als junger Mann die Kleinstadt, aus der ich komme, und die konservativen Spießer dort verlassen, um mir jetzt von linken Spießern vorschreiben zu lassen, in welch schmalem Korridor an zulässigen Meinungen und Verhaltensweisen ich mich aufhalten darf. Und deshalb werde ich die Meinungsfreiheit mit Zähnen und Klauen verteidigen. Gegen jede Art von Reaktionären. Auch die von links.
Gegen einen Feind zu marschieren, das erfordert Mut. Noch mehr Mut erfordert es, den Bekloppten und Bescheuerten in den eigenen Reihen entgegenzutreten. Siehe die einschlägigen Reaktionen auf den Gauck- Text.


11.06.2019

Die Hölle friert zu...

... ich hätte es niemals für möglich gehalten, daß ich Kollegen Papst mal vollumfänglich zustimme:

Der Vatikan hat einen Leitfaden veröffentlicht, der scharf vor der Vermittlung der Gendertheorie an Schulen warnt. Die Annahme, dass Menschen ihr Geschlecht wählen oder wechseln könnten, sei eine "Ideologie.... Schulbücher würden eine "hinterlistige Indoktrinierung mit der Gendertheorie" betreiben. Homosexuell zu sein oder sein Geschlecht zu ändern, sei "eine Sache", "ein Unterricht auf dieser Linie" sei jedoch etwas anderes.

(Andekdote am Rande: ein Theologieprofessor hat mir mal gesagt: Natürlich wissen wir, daß die Dogmatik Unfug ist. Es geht dabei ja auch nur darum, daß nicht jeder Enthusiast alles Beliebige behaupten kann.)


07.06.2019

D- Day

Geschichtsunterricht! Wichtig! Die Sowjetunion trug die Hauptlast und hatte den Sieg so gut wie in der Tasche. Von wegen die Amis hätten den Krieg entschieden, das ist Quatsch. Laßt euch da nichts erzählen!

Die gesamte Präsentation zum D-Day kann als erbärmlich und durchschaubar bezeichnet werden. Das antirussische Auftreten hat aber nicht nur etwas herzloses. Ihm haftet auch eine „großen Nationen" nicht angemessen erscheinende Knickerigkeit an. Zudem lässt die Durchschaubarkeit der historischen Fälschungen den Eindruck von Dreistigkeit entstehen: Für wie dumm werden hier die Medienkonsumenten eigentlich gehalten?

"Atomlobby"

Outet man sich in Deutschland als Anhänger der Kernenergie, dann ist meist der Vorwurf des „Atomlobbyismus" nicht weit. Aber wo ist die deutsche Atomlobby eigentlich hin? Unsere Autorin hat sie gefunden: auf dem Friedhof.

Ja, das ist das ewige Buzzword. Nichts könnte von der Realität weiter entfernt sein.

Made my day

Gute Laune - Artikel, auch wenns wehtut: Alle können sich auf die Schulter klopfen und unangenehme Wahrheiten verdrängen.

05.06.2019

Etsi deus non daretur

Das Ding ist, daß man immer bei 50 / 50 landet - kann sein oder auch nicht. Und dann ist man so klug wie vorher.

Noch 'ne Rolle rückwärts

Hannah Arendt dreht sich im Grab um. Von ihr über Michel Foucault zu diesem Satz zu kommen, das nimmt einem den Atem:

Mit anderen Worten, nicht die Verneinung eines vermeintlich objektiven Sachverhalts konstituiert die Lüge, es ist vielmehr das Festhalten am Primat des Wahr-sprechens selbst, das uns zu Leugnern der jeweils subjektiven Wahrheit des entrechteten Subjekts an den Rändern des Diskurses macht.

Es existiert keine Realität außerhalb meines Geschwätzes. Danke für die Klarstellung.

Und da haben wir jetzt die erwähnten Rückwärtsrollen zusammen. Die chinesischen Kulturrevolutionäre wußten, daß sie gegen "Revisionisten" und "Bourgeois" zu Felde zogen, hatten aber versäumt zu definieren, wer das eigentlich genau sei.

Die Poststrukturalisten gehen noch weiter und lehnen jegliche Definition ab. Es lebe das subjektive Gefühl!

Deshalb rantete ich was von Weimarer Verhältnissen, weil ich den massiven Eindruck habe, daß die vernünftigen Leute sich entnervt zurückgezogen haben und damit die öffentlich wahrnehmbare Mitte fehlt.

Außerdem hab ich mal wieder Gelegenheit, darauf hinzuweisen, daß Foucault & Co. von der CIA gefördert wurden, um die europäische Linke intellektuell zu vergiften. (Originaldokument aus Originalquelle) (via deutsche Zusammenfassung)

Fundstück des Tages

Da jedoch nicht festgelegt war, wer zu bekämpfen und welche Meinung die falsche war, bildeten sich innerhalb der Roten Garden schnell Fraktionen, die sich gegenseitig verprügelten. (WP)
Wer Parallelen findet, darf sie behalten.

03.06.2019

Das meinte ich letztens...

P.S.: Danke für das Feedback! Herr H. hat insofern recht, daß ich die doppelte Rolle rückwärts von Berlin über Peking nach Weimar nicht mal eben unerklärt stehen lassen kann.

Kann ich erklären, kommt später. Hab gerade keine Zeit für Langtexte.

... die sägen von beiden Seiten an der Demokratie:
Den Entzug des Wahlrechts für ältere Bürger fordert ein infamer Text in der „taz". Man könnte den Artikel ignorieren – doch er ist Zeichen einer bedenklichen Entwicklung, die über den Einzel-Beitrag hinausgeht. .... Man könnte den Text als schrille und unbedeutende Einzelmeinung abtun – doch so einfach scheint es nicht zu sein. ...

Der Text ist von A bis Z abzulehnen: Er beinhaltet keinen einzigen fortschrittlichen Gedanken, sondern ist durchdrungen von unbegründeter Arroganz und Demokratie-Feindlichkeit. Man könnte diese Kolumne darum einerseits mit der Missachtung strafen, die sie verdient. Andererseits ist der Text und seine Veröffentlichung aber keine Petitesse: Der Beitrag ist nicht auf einem persönlichen und abseitigen Blog erschienen. Dass diese Kolumne die Überprüfungs-Instanzen einer sich nicht als extremistisch einordnenden Zeitung passieren kann, ist sehr bedenklich. Das spricht dafür, dass die hier geäußerten Gedanken in der „taz" keine schrille Nischen-Meinung einer isolierten Autorin darstellen, sondern sie sich scheinbar im Zeitgeist einer „linken" Lifestyle-Zeitung spiegeln können. Das wiederum nährt den Verdacht, dass die in der Kolumne geäußerte Verachtung des Prinzips der Gleichheit in Teilen der Gesellschaft mehr (stille) Akzeptanz erfährt, als man annehmen könnte.
OK, ist ja nur ein Darüber-wird-man-ja-wohl-noch-mal nachdenken-dürfen- Artikel.

Der hier ist schon weiter:


So um 1983 rum hat mal ein Mitschüler völlig ironiefrei und ernstgemeint gesagt: "Es gibt nur eine richtige Meinung, und das ist meine!" Alle lagen flach vor Lachen. So ein Vollidiot. Heute kann man mit so einem Satz die Regierungspartei(en) (nein, die haben kein Mitleid verdient) vor sich her treiben und kriegt noch Beifall von Leuten, die sich für vernünftig und besonnen halten.


(Worin genau jetzt die einzig legitime Einstellung (= Videolink) besteht, hab ich keine Nerven zu recherchieren, diesen Quasseltyp kann ich mir keine zehn Minuten anhören. Vielleicht kann mir das ja mal jemand schreiben.)
Wer von "Weimarer Verhältnissen" redet, sollte nicht vergessen, daß dazu zwei durchgeknallte Gruppen gehören.

28.05.2019

Jaaa, hier! Idee!

Das hab ich verpennt, das wollte ich doch noch rechtzeitig ausrufen:

FÜR EINE VERMINDERUNG DER SCHWERKRAFT!

Physik ist nur ein Konstrukt.

DIE POSTMODERNISTENPARTEI.

*******************************

Starlink

Wie bitte? Ich bin jetzt weder dafür noch dagegen (weiß zu wenig), aber... ist das nicht international geregelt?

Kann jeder, der kann, einfach lustige Dinge in den Orbit schießen? Hmmm...

27.05.2019

Keine Mehrheit für Niemand

Bin ich der Einzige, der das Europawahlergebnis gerade eher langweilig findet?

Das war doch vorher abzusehen, daß keine Gruppierung die Macht bekommt.

Nein, ich weiß auch nicht, wie es weitergehen soll.

22.05.2019

Autodestruktion als intellektueller Zeitvertreib

Der alte weiße Mann, wieder mal.

Egal, ob er am Baikalsee, auf den Färöern oder in Whitehorse am Yukon lebt. Ein monolithisches Konzept, das unterstellt, dass alle weißen Männer gleich ticken und geistig auf dem Stand von vor 500 Jahren hängen geblieben sind, während der Rest der Spezies rasante Fortschritte gemacht hat. Meine subjektive, aber immerhin auf fünf Kontinenten gesammelte Erfahrung dagegen ist, dass die Internationale der Schwachköpfe quer durch alle Rassen, Religionen und Geschlechter geht. Wenn irgendetwas global gerecht verteilt ist, so menschliche Dummheit. ...

Dekonstruktivismus begeistert alle, die in der Postmoderne das verdiente Ende der europäischen Geschichte sehen. Ich halte es eher für fortgeschrittene Phantasielosigkeit. Wer sich das Ausmaß der Zerstörung, die er anrichtet, gar nicht mehr vorzustellen vermag, den treibt kindliche Neugierde. Die Lust am Kaputtmachen. Darin sieht er Befreiung. Doch wer ahnt, wie sich das Grauen anfühlt, das jenseits der Schwelle liegt, wie es schmeckt und riecht, den packt der Horror.

Wir hacken erst mal alles klein, und dann wird alles gut. Irgendwie.