18.10.2019

Historische Technik

Oh, in einer Yahoo- Gruppe war ich auch mal, nämlich bei... ich nenne es mal Mobile- Hippie- Szene- Insider- Forum.

Die mit öltriefenden Oldtimerbussen quer durch Europa von einem Naturschutzgebiet zum anderen fahren, um dort Heilungsrituale für Mutter Erde zu zelebrieren.

Effektive Ernüchterung...

Unsterblich auch die Festivalankündigung: "Wir feiern im Naturschutzgebiet, nehmt Rücksicht auf die Tiere!" Zwei Seiten weiter: "Wir haben einen neuen Subwoofer und wollen einen neuen Lautstärkerekord aufstellen!"

15.10.2019

Realitätsverdrossenheit? Nö.

Letzens wollte ich schreiben: interessanter Gedanke, greift aber m.E. zu kurz, dann kam das Update.

Die Hannah- Arendt- Zitate haben mich dann getroffen wie ein Schmiedehammer.

In einer sich ständig verändernden, unverständlichen Welt hatten die Massen den Punkt erreicht, an dem sie gleichzeitig alles und nichts glauben, denken würden, dass alles möglich ist und dass nichts wahr ist...... Die Massenpropaganda entdeckte, dass ihr Publikum jederzeit bereit war, das Schlimmste zu glauben, egal wie absurd es war, und lehnte es nicht besonders ab, getäuscht zu werden, weil es jede Aussage ohnehin für eine Lüge hielt. Die totalitären Massenführer gründeten ihre Propaganda auf der richtigen psychologischen Annahme, dass man unter solchen Bedingungen die Menschen eines Tages dazu bringen könnte, die fantastischsten Aussagen zu glauben, und vertrauten darauf, dass sie, wenn sie am nächsten Tag unwiderlegbar den Beweis für ihre Falschheit erbringen würden, Zuflucht im Zynismus suchen würden; anstatt die Führer, die sie angelogen hatten, zu verlassen, protestierten sie dagegen, dass sie von Anfang an gewusst hätten, dass die Aussage eine Lüge sei und bewunderten die Führer für ihre überlegene taktische Geschicklichkeit.

...

Vorsicht im Umgang mit allgemein akzeptierten Meinungen, die behaupten, ganze Geschichtsströmungen zu erklären, ist für den Historiker der Neuzeit besonders wichtig, denn das letzte Jahrhundert hat eine Fülle von Ideologien hervorgebracht, die vorgeben, Schlüssel zur Geschichte zu sein, aber eigentlich nichts als verzweifelte Bemühungen sind, sich der Verantwortung zu entziehen.

...

Der auffälligste Unterschied zwischen alten und modernen Sophisten besteht darin, dass die Ältesten mit einem vorübergehenden Sieg des Arguments auf Kosten der Wahrheit zufrieden waren, während die Modernen einen nachhaltigeren Sieg auf Kosten der Realität wollen.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator  ... Nur mal drei herausgegriffen, da gibts noch jede Menge mehr.

Puh. Ich finde ja inzwischen, sich von den Nachrichten abzuwenden, heißt, sich der Realität zuzuwenden. Ich guck mir die kaputte Pumpe im Wechsel der Jahreszeiten an, das ist was Reales.


Um noch eins draufzusetzen, das hatte ich hier schon mal: Religion. Je absonderlicher, desto erfolgreicher:

Stets geht es um höchst unwahrscheinliche Dinge, stets nistet gleich nebenan der Zweifel: Kann das denn wahr sein? Wer fände ohne weiteres zu der Überzeugung, dass wir vom Riesen Aurgelmir abstammen, der aus Eitertropfen entsprang?
So etwas zu glauben, das schweißt zusammen. Und je mehr es tun, desto wahrer wird es. Um den alten Aurgelmir, wie ihn der Schöpfungsmythos der Edda beschreibt, sammelten sich die Germanen. Sie glaubten sogar tapfer, der Riese habe als Erstes unter seiner linken Achsel einen Mann und eine Frau ausgeschwitzt und schließlich einen Sohn gezeugt, indem er die Füße zusammenschlug.

Wer Parallelen findet, darf sie behalten.

06.10.2019

Modellierung komplexer Systeme

UPDATE: So was zum Beispiel.

Hmmmm... jetzt hab ich doch diese Doku gesehen, und da wird ganz am Anfang (2:50... 4:00) kurz erwähnt, wie es zur Eiszeit kam.

Jetzt frage ich mich, ob derartige Naturgewalten mit Um-Drei-Ecken- Effekten sich wirklich modellieren lassen - eine nicht bedachte Randbedingung und das ganze Modell ist nur verheizte Rechenleistung...

Bei hinreichender Komplexität gilt: Man weiß sowas immer nur im Nachhinein.

02.10.2019

Konstruktiver Vorschlag: Energiesparen

Alle Welt redet von der Stromerzeugung, daß der Strom doch bitte aus dem Windrad und der Solarplatte kommen soll. Konventionelle Kraftwerke sollen nur anspringen, wenn der Wind gerade nicht weht, während die Sonne gerade nicht scheint. (Nun läßt sich eine Turbine leider nicht eben mal schnell starten, und außerdem existiert die Erzeugungsleistung doppelt, was sehr, sehr teuer ist.)

Erstaunlicherweise ist kaum davon die Rede, daß Energiesparen der beste Weg zum Umweltschutz ist.

Was mich ernsthaft nervt, ist, daß diejenigen, die vehement irgendwelche Forderungen hinsichtlich der Erzeugung erheben, keine Sekunde lang über Einschränkungen bei ihrem eigenen Energieverbrauch nachdenken.

Darum hier ein Vorschlag, der technisch leicht umsetzbar ist: Das Prinzip ist in der Industrie schon lange im Einsatz, warum nicht auch in den Haushalten?

Wenn der Wind kräftig bläst, die Sonne scheint, also genug Strom erzeugt wird, bleibt alles, wie es ist.

Wird es dunkel und windstill, schaltet ein Relais den Hausanschluß von (sagen wir mal beispielhaft) 3x25 A um auf 1x10 A.


10 Ampere reichen, um den Alltag zu bewältigen, aber man muß rechnen: wenn ein Großgerät mit 2000 Watt in Betrieb ist, wird es eng. Dann muß man sich überlegen, was man noch einschaltet. Das war vor kurzem noch ganz normaler Alltag, und niemanden hat es gestört. Weil es eben so war. Warum sollte das heute nicht mehr möglich sein?

Wenn ich Wäsche waschen will, muß der Kaffee vorher fertig sein. Oder ich muß warten.
Wenn ich den Wasserkocher anschalte, muß ich den Duschboiler ausstecken, damit der nicht zufällig gerade anspringt.
Wenn ich verreise, muß der Kühlschrank in der "sicheren" Steckdose stecken.

Mitzudenken, ist wichtig. Grundsätzlich. Die Veranlassung zum Mitdenken (da bin ich sogar für Zwang, ausnahmsweise) täte einigen Zeitgenossen gut.

Anreiz: wer sich (freiwillig) am Lastabwurfprogramm beteiligt läßt, bekommt den Strom billiger. So ist das m.W. in den Industrie üblich.

(Für Geräte, die auf drei Leiter geklemmt sind (Durchlauferhitzer, die meisten Herde) funktioniert das erst mal nicht. Ob sich ein Elektroherd so anklemmen läßt, daß ein Notbetrieb mit einem Kochfeld möglich ist, weiß ich jetzt nicht.

Und ja, das Thema Ökostrom- Elektroauto taucht hier nicht auf. Das ist nämlich ein Konzept, das nicht funktioniert. Zumindest beim heutigen Stand der Technik.)

Zitat des Tages

"Nachhaltigkeit gab es 1980 noch nicht. Wir waren einfach sparsam."

Verantwortlich? Andere!

Nehmen wir etwa die Forderung der Fridays-for-Future-Bewegung, Emissionen zu versteuern, um so schnell wie möglich die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Frankreich zeigte Ende 2018, wo das enden kann. Macrons Erhöhung der Benzinsteuer bekamen vor allem Geringverdiener zu spüren, die jeden Tag mehrere Stunden zur Arbeit pendeln müssen und für die der schöne Traum einer grünen Zukunft vor allem eines bedeutete: die Bedrohung ihrer Existenz.

Zwar zeigt sich die Umweltbewegung offiziell von solchen Schicksalen betroffen. So fordern die FFF-Aktivisten auf ihrer Homepage, dass die Klimaziele „sozial verträglich" gestaltet werden und sie „keinesfalls zu Lasten von Menschen mit geringen Einkommen" gehen sollten. Konkrete Lösungen bleiben die Aktivisten jedoch schuldig. Vielmehr schieben sie die Verantwortung auf die Regierungen, die „entsprechende Konzepte" vorlegen sollen. Das Bündnis „Extinction Rebellion" behauptet gar, dass es seit „Jahrzehnten genügend Lösungen und Ansätze" geben würde, weswegen sich die Umweltschützer gar nicht erst den Kopf zerbrechen wollen. Kurz gefasst: Keine Ahnung, was wir mit dem Pöbel machen. Kümmert ihr euch doch drum!

Keine Ahnung von Politik …

Das Abgeben von Verantwortung, wenn man selbst nicht mehr weiterweiß, kommt in der Klima-Debatte häufig vor. Greta Thunberg und ihre Anhänger, der blauhaarige Musiker Rezo, aber auch manche Politiker verweisen dann häufig auf den absoluten Heilsbringer, der den Globus im Handumdrehen in eine grüne Oase verwandeln wird: „den Experten". Motto: „Wir müssen nur auf die Experten hören, dann würde schon alles gut werden."

Wäre es doch so einfach. Leider funktioniert so Politik nicht. Politiker vertreten die Interessen des Volkes. Wenn die Wähler lieber eine konservative Partei als eine Grüne Partei wählen, dann kann die konservative Partei nicht an den Interessen ihrer Wähler vorbeiregieren, nur, weil Wissenschaftler und Experten Zahlen auf den Tisch legen.

Das kürzlich verabschiedete Klimapaket der Koalition hat es gezeigt: Realpolitik ist mitunter zermürbend. Man muss verhandeln, Konflikte austragen, Kompromisse eingehen, Wählerinteressen berücksichtigen, komplexe Zusammenhänge verstehen und sich bessere Alternativen überlegen. Das macht keinen Spaß. Das ist anstrengend. Bequemer ist es, auf eine Demo zu gehen, gemeinsam Plakate zu malen, zu streiken, über SUVs und industrielle Landwirtschaft zu schimpfen und mit dem Finger auf einen klaren Schuldigen zu zeigen: „die Kapitalisten", „die Industrienationen", „die Regierungen".

… und von Wirtschaft

„Wir stehen am Anfang eines Massensterbens und alles, was euch interessiert ist Geld und das Märchen vom ewigen Wirtschaftswachstum", beschwerte sich Greta Thunberg auf der UN-Klimakonferenz in New York. Das ist genau das verschrobene Bild, das viele Linke, Grüne und Jugendliche von Politik haben: Der skrupellose Kapitalist, der aus reiner Profitgier die Erde ausbeutet, Arten ausrottet und den Regenwald abholzt.

Auch das entspricht nicht der Realität. Produkte mit einer hohen CO2-Bilanz werden nicht deswegen produziert, weil der gierige Kapitalist die Welt brennen sehen will, sondern, weil es eine große Nachfrage nach günstiger Ware gibt. Der Konsument bestimmt den Markt. Nicht der Kapitalist. Und der Konsument lebt weltweit – vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern – in fataler Armut und steht deswegen auf billige und somit dreckigere Produkte.

Die Sache mit dem Konsumenten wollen die Damen und Herren und Diversen Schlaumeier natürlich nicht hören.

26.09.2019

Warum?

Warum rufen diese Idioten die Polizei?
Können sie es nicht ertragen, wenn jemand etwas originelles macht?

https://m.spiegel.de/auto/aktuell/polizeikontrolle-auf-autobahn-tscheche-transportiert-pkw-im-reisebus-a-1288609.html

24.09.2019

Der Prank von Winchester...

...erinnert mich doch sogleich an Star Trek TNG:
Geordi erläutert seinen Virus: Es handelt sich um eine paradoxe Form, die er in Hughs Speicher eingeben will. Hugh wird versuchen, die Form zu berechnen, was ihm nicht gelingen kann. Wenn er dann wieder ins Kollektiv gelangt, werden alle Borg sich daran versuchen, wodurch sie nach einer gewissen Zeit, etwa einigen Monaten, zugrunde gehen werden: Man könnte sagen, die Borg werden verrückt.
Das muß man sich mal auf Lunge reinziehen: Die Polizei ermittelt, das Fernsehen berichtet, es gibt Erklärvideos. Un-fass-bar.

Da ist es jemandem gelungen, mit einem einzigen Satz die Welt aus den Angeln zu heben.
So wie: Der Kaiser ist nackt! Oder: Wofür braucht Gott ein Raumschiff?


23.09.2019

Romantik im Bulli und Oxytocin im SUV

Ach gucke... gleich zwei Schinken von der Sau, die da gerade durchs Dorf getrieben wird: Wieso wird der Bulli geschont und wieso fahren gerade Frauen vorzugsweise SUV?

Tja.

21.09.2019

Messen mit welchem Maß?

Das war mein erster Gedanke in der causa Renate Künast... wenn das Berufungsgericht das anders sieht, dann wäre das ein Präzedenzfall, der für die feministische Qualitätspresse ein Bumerang werden könnte. Hmmm. Dürfte evtl. interessante Nebenwirkungen haben. Mal abwarten.
Ich bin insoweit Fachperson, als ich selbst gelegentlich von Personen, die des Lesens und Schreibens durchaus kundig sind, unter öffentlichem Beifall als "abgehalfterter", mutmaßlich impotenter, "misogyner Exrichter" auf dem Weg in die "neue Rechte", als "Penishänger", "Schwanzträger" usw. bezeichnet wurde, dessen krankhafter Frauenhass mit dem Hinweis auf eine Veröffentlichung bewiesen wurde, in welcher er die Heuchelei frauenerniedrigender Präsentation angeblicher "Betroffenheit" über Frauenerniedrigung im TV ironisierte. Ich will über diese und andere Meisterleistungen der Entlarvungsintelligenz hier nicht weinen, sondern nur erwähnen, dass die zitierten und andere Äußerungen nicht (nur) in den Weltenräumen von Facebook stattfanden, sondern in öffentlich-rechtlichen Sendern und Qualitätsmedien, und von Personen stammten, die sich für ihre tief empfundene Sensibilität gegenüber jeglicher Seelenverletzung aufrichtig selbst bewundern.

Wenn man sich gegen solch einen Dreck gerichtlich oder auch nur in freundlich formulierten Beschwerdebriefen zur Wehr setzen will, geht man mehrere Risiken ein: Man kriegt zum Beispiel Antwortbriefe eines ARD-Intendanten oder einer Bundestagsabgeordneten, in denen man belehrt wird, dass erstens die Pressefreiheit ein hohes Gut sei, man sich zweitens nicht so anstellen solle und es drittens verdient habe. Sollte man es wagen, gegen einen Beschimpfer wegen Beleidigung, übler Nachrede oder Verleumdung (§§ 185, 186, 187) Strafantrag zu stellen oder zivilrechtlich auf Unterlassen oder gar Schmerzensgeld klagen (§§ 823, 253 BGB), findet sich ein kritischer Journalist, der eine Super-Glosse über einen Prozesshansel schreibt, der sicher entweder Langeweile oder einen Charakterdefekt hat. Sodann kriegt man eine Einstellungsverfügung plus Verweisung auf den Privatklageweg von der Staatsanwaltschaft und ein klageabweisendes Urteil vom Zivilgericht, was dazu führt, dass derjenige, den man verklagt hat, sofort veröffentlicht, man dürfe den Kläger nach Ansicht der Justiz von jetzt an öffentlich als dies oder jenes bezeichnen.
Das is'n Kantholz.

Einfach mal wörtlich nehmen

Fällt mir gerade wieder ein, eine Geschichte von Herrn B. (Damals ging es um die Blockade eines Castor- Transports):
Stellt euch vor... der Polizeikommandeur sagt zu den Demonstranten auf den Gleisen: Ja, ihr habt recht, was wir hier machen, ist Mist. Ich schicke meine Leute jetzt in den Feierabend. Und der Lokführer: Ja, was soll ich dann hier sinnlos rumsitzen? Ich geh jetzt auch heim. Paßt auf den Behälter auf, hier ist der Zündschlüssel für die Lok.
Und sogleich wäre eine neue Situation entstanden.

19.09.2019

Tagebau, Windrad, Umwelt

Ach ja, hä? Ihr Nasenbären! Was für die Braunkohle in der Lausitz gilt, gilt auch für Lithium in Portugal.*  Siehe hier bei Harald Lesch! Das kann jeder wissen, der es wissen will! Die Hoffnung, zum Vorbild für die Welt zu werden, ist lächerlich. Was hilft eine CO2- Einsparung im nicht meßbaren Bereich, wenn man dafür die Umwelt opfert!
"Auf immer und ewig: Nein. Unsere Antwort ist Nein, das ist der Wille der Bevölkerung. Und wir werden alles tun, unseren und den Willen der Betroffenen durchzusetzen."

So klingt eine Kampfansage. Fernandes gehört zu einer Bürgerinitiative, die sich in Covas do Barroso gegründet hat, einem kleinen Dorf im Norden Portugals, nahe der spanischen Grenze. Hier sollen die Abbaugebiete entstehen: Eine Fläche von 700 Hektar soll dann von bis zu 600 Quadratmeter großen Löchern durchpflügt sein, die 150 Meter tief in die Erde reichen. Für Fernando Queiroga eine schlimme Vorstellung. Er ist Landrat der Region: "Der Landkreis Boticas ist aufgrund der gegenwärtigen Erkenntnisse absolut gegen den Lithiumabbau. Vor allem wegen der Auswirkungen auf die Umwelt."

Die Ablehnung des Landrats ist erstaunlich. Schließlich ist diese Region besonders strukturschwach. Viele Menschen haben die Gegend verlassen, um anderswo Arbeit zu finden. Der Lithiumabbau könnte für Steuereinnahmen und Arbeitsplätze sorgen, die hier so dringend gebraucht werden. Aber die Sorgen um die Umwelt überwiegen - nicht ohne Grund.

Ähnliches Thema: Schneisen der Verwüstung in Wälder schlagen, um Windräder aufzustellen, die nach der Strommenge bezahlt werden, die sie theoretisch liefern könnten** ... - wenn wir so weiter machen, ist der Klimawandel irgendwann das kleinere Problem.


* ... und überall.

** Die Windmüller werden bezahlt für die installierte Leistung, nicht die effektive, (EDIT: die Leistung, die sie einspeisen unabhängig vom Bedarf), deswegen ist das ein bombensicheres Geschäft... (Wenn abgeregelt werden muß, rollt der Rubel trotzdem.)

Aus kundigem Munde weiß ich, daß die Kalkulation der Windmüller aussieht wie in der Hightech- Industrie: es winken sichere und üppige Gewinne, wenn man erst mal im Markt ist. Die Vorleistungen sind irre teuer, deswegen ist ein Projekt, wenn es einmal angekurbelt ist, ziemlich schnell too big to fail und wenn das soweit ist, wird säckeweise Geld hinterhergeschmissen, was dann wiederum ... 

UPDATE: Da ist sie, die Originalmeldung zur zweiten Anmerkung:
Nach Angaben der Bundesnetzagentur konnten im ersten Quartal knapp 3,3 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom wegen Überlastung der Stromnetze nicht eingespeist werden. Damit seien rund 364 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen fällig geworden - rund 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) forderte deshalb am Donnerstag einen schnelleren Leitungsausbau von Nord- nach Süddeutschland sowie eine alternative Nutzung für produzierten, aber nicht genutzten Strom.
Macht reichlich eine Milliarde im Jahr. Dafür werkelt man schon mal gerne wild drauf los.

Konstruktiver Vorschlag: Erst mal große Kuckucksuhren bauen. Dann weitersehen.

18.09.2019

Bekenntnis eines Sozialkonstruktivisten

Was bin ich froh, daß das Leben mich gezwungen hat, dann doch noch einen seriösen Beruf zu lernen.
Ja, große Ideen hatte ich in jungen Jahren jede Menge. Die sind zum Glück im Nirgendwo gelandet und nicht im Seminarraum.


(EDIT: Zugegeben... das sieht nach Hoax / Satire aus...)

Professor gesteht: "Ich habe mir die Grundlagen der Genderstudien nur ausgedacht"

Nichts ist so selbstsicher wie ein Doktorand, der mit wenig Lebenserfahrung und einer großen Idee ausgestattet ist.

Und jetzt ist meine große Idee überall. ...

Das Problem ist: Ich lag falsch. Oder, um genauer zu sein, ich habe die Dinge teilweise richtig gemacht. Aber den ganzen Rest habe ich es im Grunde genommen nur erfunden.

Zu meiner Verteidigung, sei gesagt: Ich war damit nicht allein. Jeder hat sich das ausgedacht (und denkt es sich heute noch aus). So funktioniert das Feld der Genderstudien. Aber das ist keine gute Verteidigung. Ich hätte es besser wissen sollen...

Und deshalb war ich so wütend und selbstbewusst, was die Dinge angeht, die ich glaubte zu wissen. Es ging darum, die Tatsache zu verbergen, dass ich auf einer sehr grundlegenden Ebene keine Beweise für einen Teil dessen hatte, was ich sagte. Also hielt ich mich mit Leidenschaft an die Argumente und verurteilte alternative Standpunkte. Intellektuell gesehen war es nicht schön. Und das macht es so enttäuschend zu sehen, dass die Standpunkte, für die ich früher so leidenschaftlich und grundlos argumentiert habe, jetzt von so vielen in der Gesellschaft akzeptiert werden.
Puh. Stellt euch mal die Seelenpein vor... zu erkennen, maßgeblich mitschuldig zu sein an dem beknacktesten Irrweg der westlichen Zivilisation ever.

Tja.

Hätte uns doch nur jemand gewarnt!

"Fast die Hälfte der Männer sagte, sie hätten Angst vor unfairen und falschen Anschuldigungen. Und als wir sie gefragt haben, ob sie deshalb lieber keine Frauen mehr einstellen würden, hat ein Viertel 'Ja' gesagt." ...

Viele Männer gingen Frauen am Arbeitsplatz jetzt grundsätzlich lieber aus dem Weg, vermieden Situationen, in denen sie mit Frauen alleine sind, oder wollten nicht mehr mit ihnen auf Reisen gehen.

Du weißt, daß das ein Schuß ins eigene Knie war, wenn es nicht mal die Tagesschau irgendwie beschönigt.

17.09.2019

Man darf nicht allzu sehr dazugehören wollen.

Ja, das fällt schwer. Irgendwo dazuzugehören, das ist ein menschliches Bedürfnis für fast jeden.

Hier in diesem Lehrstück: es ist vorher klar, was rauskommen soll. Auch menschlich. Die Realität soll bitte zum Rant passen.

Das katastrophale, schon von Klischees vernebelte Briefing, das der Ressortleiter Matthias Geyer per Mail an die beiden Autoren verschickt, muss man auszugsweise zitieren. «Die Figur für den ersten Konflikt beschreibt Juan in dem grossen Treck. Wir suchen nach einer Frau mit einem Kind. Sie kommt idealerweise aus einem absolut verschissenen Land, in dem ihr das Leben unmöglich geworden ist. (. . .) Die Figur für den zweiten Konflikt beschreibt Claas. (. . .) Dieser Typ hat selbstverständlich Trump gewählt (. . .) und freut sich jetzt auf die Leute dieses Trecks, so wie Obelix sich auf die Ankunft einer neuen Legion von Römern freut.» Dann zum Schluss der Satz: «Wenn ihr die richtigen Leute findet, wird das die Geschichte des Jahres.»

Gucke auch hier:

 „Viele wollten glauben, was er schrieb, denn es war, was seine Leser glaubten. Er beschützte sie vor der Wahrheit." Die Formel lautete: „Bombastische Schicksale plus Relevanz plus die Bestätigung der allgemein vorherrschenden Meinung in der Gesellschaft versprechen Ruhm. Das war das System Relotius."

16.09.2019

Sven Regener

Aus aktuellem Anlaß... ein Interview von 2009.

Kluger Mann.

Terra Preta

Ach, na gucke. Ist in der Szene schon länger bekannt, jetzt kommt das in der EU an.

Terra Preta wurde in den Entwurf der neuen EU-Verordnung aufgenommen. In zwei bis fünf Jahren, schätzt Glaser, könnte sie legal sein. Österreich hat schon 2018 eine Ausnahmegenehmigung für den Ökolandbau erlassen, um Klarheit zu schaffen.

Sollte das bisher illegal sein? Ich glaub's nicht.

14.09.2019

Grüne im Berliner Senat

Das Geschlecht ist beliebig aussuchbar, aber das Gewicht ist unveränderlich.

Wir begrüßen, dass die rot-rot-grüne Regierungskoalition in Berlin die langjährige grüne Forderung nach einem Landesantidiskriminierungsgesetz umsetzt, Schutzlücken schließt und Berlin zur Vorreiterin im Bereich Antidiskriminierung macht. Jedoch fehlt im Gesetzentwurf bisher das Merkmal „Gewicht". Durch den aktuellen Merkmalskatalog ist Gewichtsdiskriminierung nicht abgedeckt. Wir fordern daher, „Gewicht" als eigenständiges Diskriminierungsmerkmal im neuen Landesantidiskriminierungsgesetz zu berücksichtigen. Sofern hier ein übergeordneter Merkmalsbegriff wie „äußeres Erscheinungsbild" eingesetzt wird, ist Gewicht explizit als erläuternder Zusatz zu nennen. Nur so können wir für die Betroffenen Rechtssicherheit schaffen und der Fehlannahme begegnen, Gewicht sei veränderbar und daher kein körperliches Merkmal im eigentlichen Sinne.

12.09.2019

Relationen, juristische

Thomas Fischer kloppt wieder einen raus:

Das tatsächliche Ausführen der Handlungen, die der Humorkünstler Böhmermann einst einem ausländischen Präsidenten andichtete, wäre also bei uns gar nicht strafbar - wohl aber das Besitzen einer kritzeligen Zeichnung davon.

Eine Dämonisierung von Kinder- und Jugendpornografie ist genauso irrational und schädlich wie eine Bagatellisierung schwerer Taten. Man muss sich probeweise klarmachen, dass das Besitzen einer Bauanleitung für Atombomben straflos ist, der Besitz eines (!) gemalten (!) Bildes vom nackten Busen einer 13-Jährigen aber mit Freiheitsstrafe von drei Jahren bedroht ist.

Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

(Gucke auch hier.)

Plasma?

Das Wort vermeiden sie tatsächlich.

Radiostrahlung in diesem Bereich entsteht typischerweise durch Synchrotronstrahlung – eine Strahlung, die frei wird, wenn Elektronen mit starken Magnetfeldern interagieren. Bereits zuvor hatten kleinere Radioteleskope in diesem Wellenbereich zahlreiche stark magnetisierte Filamente von rund zehn Lichtjahren Länge und einem Lichtjahr Dicke im Zentrum der Milchstraße entdeckt. Doch ihr Ursprung und der kosmische Kontext dieses Phänomens blieben unklar...

Die Radioblasen haben besonders hell leuchtende, klar abgegrenzte Ränder, in ihrem Inneren bewegen sich ionisierte Gase mit rund 30 Kilometern pro Sekunde, wie die Forscher berichten.

Faszinierend.

Wäre an der Plasmaversumgeschichte was dran, wäre das die größte mögliche Blamage für die etablierten, dekorierten, hochbezahlten Damen und Herren... das darf nicht passieren, das böhse Wort muß verbannt werden.

(Wer den Film nicht gesehen hat: Der Ansatz erklärt die meisten kosmologischen Beobachtungen mit Elektromagnetismus. Dieser wurde bislang vernachlässigt mit der Begründung, daß die elektromagnetische Kraft sich in der Entfernung sehr rasch verliert und im kosmischen Maßstab deshalb keine Wirkung hätte.

Nun könnten aber Plasmafilamente (tatsächlich beobachtet!) als kosmische Stromleitungen fungieren und dann hätte der Magnetismus auch auf Distanz deutlich mehr Macht als die Gravitation. Und alles wäre anders, als es in den Lehrbüchern steht. Und vor allem schlüssiger und weniger an den Haaren herbeigezogen, eleganter, zwangloser.

Urknall, Dunkle Materie, Dunkle Energie... diese steilen Thesen (besonders haarsträubend: die Inflation!) würden zur Erklärung der Beobachtungen überflüssig.)

10.09.2019

Marlon Brando

Marlon Brando war vor meiner Zeit. "Meuterei auf der Bounty" hatte ich mit 14...15 gesehen, und das war's dann auch. Die frühen Sachen kenn ich gar nicht.

Gestern hab ich diese Doku gesehen, und heute früh scrollt ein Text vorbei, bei dem ich gleich dachte: der Typ schreibt, wie der junge Brando spielte. Ist nicht mein Stil, bin eben aus einer anderen Zeit. Sollten wir Zustände haben wie in den 50er Jahren? Ist das vielleicht der angemessenere Vergleich? Hmmmm....

Was seid ihr doof. Unendlich doof. Ihr erreicht mit diesem ständigen penetrierenden dauerempörten unendlich abgehobenen Geblöke genau das Gegenteil: Euch eigentlich grundsätzlich mal zugeneigte Leute wenden sich ab, wählen eure Parteien nicht mehr, lachen beim Bier über euren verkopften Scheiß, feixende Trolle stressen euch in die Schnappatmung und die vollkommen Frustrierten wählen seit Neuestem sogar rechts, weil das offenbar das ist, mit dem man euch am allermeisten ärgern kann und ihr merkt das alles nicht, sondern twittert munter weiter eure Moralinsäure in die Welt als gingen die Zehnerjahre, in denen ihr die uneingeschränkte Lufthoheit über alle Ressourcen hattet, nicht bereits in ein paar Monaten schon zuende.

Inzwischen ist plakativ kalkulierte Unkorrektheit ein Stilmittel in der Werbung, mit dem sich unter Verwendung der Social-Media-Empörungskloake in kürzester Zeit die Zuneigung der angekotzten Mehrheitsgesellschaft gegen die pikierte Moralelite gesichert werden kann. ...

Ihr seid so doof. Was ihr nicht merkt ist, dass die Dinge bröckeln. Auf die Gängelung durch eine selbstherrliche Obrigkeit hat die Mehrheit nicht den Hauch von Bock und reagiert darauf im Moment mit vielen Dingen, die ihr gar nicht seht. Geht doch mal wieder in eine verrauchte Kneipe, hinten am Bahnhof zum Späti auf ein Bier an eine dieser speckigen Stehtonnen oder auf so ein garantiert unveganes Dorfest außerhalb des S-Bahn-Rings, auf dem der Pöbel feiert, dessen Lebensstil ihr so leidenschaftlich verachtet, aber das könnt ihr gar nicht, weil ihr gar nicht wisst wo der Pöbel überhaupt zu finden ist. Lieber sitzt ihr feist und satt auf eurem begrünten Balkon über Berlin-Friedrichshain, Ingwer-Zitronengrastee auf dem Tisch und einen getrockneten Apfelschnitz in der Hand, während der Pöbel unten bei 32 Grad die Straße neu teert. Euren Bürgersteig pflastert. Eure Couscousbrösel für euer Taboulé in den Bioladen liefert. Und euren Wohlstandsmüll zur Deponie fährt. Um danach mit dem Regionalexpress wieder raus nach Brandenburg zu fahren. Sprecht doch mal mit einem von denen. Die hassen euch alle inzwischen. Und ihr merkt nichts da oben auf eurem Balkon, auf dem ihr alt werdenden Vetteln vor dem Macbook immer noch wie 2010 über dem nächsten Hashtag für die neueste Empörung brütet. Und von wo aus ihr nicht seht wie sich der Wind dreht, wie eure Onlinekampagnen nicht mehr verfangen, die Leute sich ermüdet bis angewidert abwenden nach der hunderttausendsten beliebigen Empörungswelle, die aus irgendeinem Grund immer noch jedes Mal tagelang durch eure angeschlossenen Funkhäuser genudelt wird.

Als wäre immer noch 2010. ...

Und sonst? Ideen? Neues? Nein, ihr seid wie immer. Eure Kanäle sind fad, eure Stellungnahmen in eurem Verwaltungsgenderdeutsch ein Elend und eure immergleichen hysterischen Choreographien abstoßend routiniert, alles nur wohlfeile Empörungsrituale, für die sich außerhalb eurer Blase niemand mehr interessiert. Ihr schmeckt säuerlich. Vergoren. Giftig oft. Ihr seid nicht hip. Nicht frech. Und schon gar nicht mehr jung. Ihr seid lame. Spießig. Öde. Ihr seid der Klerus auf dem goldenen Balkon, der jede kleine Frechheit übel nimmt, weil Frechheit gegen die Linie verstößt. Wie konnte es passieren, dass sich die Dinge so umkehren? Wann ist euch das entglitten? Und warum verkauft sich Rechts jetzt als der hippe Protest gegen euch, die ihr in den Clubsesseln der Schaltstellen sitzt? Und warum fällt ihnen das so leicht? Und euch nichts dagegen ein?

Ach, egal. Ihr macht eh so weiter wie ihr es immer gemacht habt und schießt euch sukzessive selbst auf die Auswechselbank, was rege ich mich eigentlich auf.

Wie schon erwähnt: Es gibt keinen Rechtsruck, es gibt eine Linksflucht.

(Und by the way: Das Hippie- Ding der 70er war auch nur die Gegenbewegung zum Harte- Jungs- Ding der 50er.)

08.09.2019

1989

Im Nachhinein weiß ich es nicht mehr... Worum ging es zuvörderst? Meine hauptsächliche Befürchtung in jungen Jahren war, das Leben könnte langweilig werden. (Wurde es nicht, also war die ganze Übung ein gewisser Erfolg. Irgendwie.)

07.09.2019

Ohhhhh....

... meine alte Heimat ist jetzt Notstandsgebiet. Dort darf man jetzt nichts mehr tun, was CO2 raushaut...

Hahaa, Scherz. Neue Gremien, einzusetzende Ausschüsse, erhöhte Papierbedruckungsquote.

(Diese Meldung liest sich wie aus dem Leben des Brian... "Das verlangt nach einer sofortigen Resolution!")

HarmonyOS

Na da. Grundsätzlich ist das ja gut, wenn es eine Alternative zu den beiden Dicken gibt.
"Wenn die Beschränkungen uns gegenüber bestehen bleiben, werden wir für künftige Produkte unser eigenes HarmonyOS verwenden. Beispielsweise beim P40, das für das Frühjahr 2020 geplant ist."
Damit steht Huawei vor der gewaltigen Aufgabe, neben Android und Apples iOS ein weiteres Software-Ökosystem für Smartphones aufzubauen. Laut Yu arbeitet seine Firma schon mit App-Entwicklern daran, populäre Apps an HarmonyOS anzupassen. Sonderlich aufwendig sei das nicht, sagt der Huawei-Manager.
Könnte u.U. interessant werden.

02.09.2019

Aha?!?

Das hatte ich ja nicht mehr zu hoffen gewagt, daß in der Angelegenheit noch mal was kommt, was mich elektrisiert:

Auch, wenn es Quatsch sein sollte, ist es doch ein erträglicherer Quatsch als die unsägliche "Dunkle Materie". Sowas Ähnliches hatte ich schon mal bei A. Unzicker gelesen: daß die Rotverschiebung fälschlich als Dopplereffekt interpretiert wurde, was zu noch falscheren Schlüssen führt. Hier mal ein ernsthafter unesoterischer Neuansatz. Ist natürlich sehr verbesserungswürdig, aber... hey!

Falls mal jemand drei Stunden Zeit hat, und sich für sowas interessiert.

31.08.2019

Für die Jüngeren...

... weil das wohl nicht mehr bekannt ist: Die Sache mit dem Mietendeckel ist schon mal schiefgegangen.

30.08.2019

Sowas hatten sie doch im Raumschiff Voyager?

Erstaunlich nah am Original: Forscher haben erstmals Gehirne im Labor gezüchtet, die komplexe Hirnwellen zeigen – sie erzeugen Hirnstromsignale wie ein echtes Gehirn. Die Aktivitätsmuster dieser aus Stammzellen gewachsenen Mini-Denkorgane ähneln dabei zum Teil denen frühgeborener Babys. Dies spricht dafür, dass die Retortengehirne nicht nur anatomisch dem echten Gehirn gleichen, sondern dass sie auch die hirntypischen funktionellen Netzwerke ausbilden können.

27.08.2019

Die Älteren (diesmal im Westen) erinnern sich...

Zerschlagt die Familien! Für antiautoritäre Kollektiverziehung!

Kern dieser Revolution ist die Überwindung der Familie, eine Forderung, mit der Lewis längst nicht allein ist. Sie bezieht sich auf eine Reihe junger queerer Theoretikerinnen, die dazu forschen und schreiben. Jules Joanne Gleeson und Kate Doyle Griffiths zum Beispiel, die 2015 einen Essay mit dem Titel Kinderkommunismus veröffentlichten, "eine Analyse der Beziehungen zwischen Familie, Gender und der Reproduktion des Kapitalismus"...
"Wenn Kinder von großen demokratischen und antiautoritären Institutionen aufgezogen werden, Essen nicht mehr in Kleinküchen, sondern öffentlichen Kantinen zubereitet wird, Alte und Kranke nicht länger von sogenannten Angehörigen gepflegt werden und die Reinigung der Wohnungen nicht mehr privat organisiert wird", schrieb Adamczak, "dann ist die Familie gänzlich überflüssig." ...
Der Psychoanalytiker Wilhelm Reich (dessen Lehren mitunter problematisch waren) bezeichnete die kleinbürgerliche Familie in seinem Buch Die Massenpsychologie des Faschismus im Jahr 1933 als "zentrale reaktionäre Keimzelle". In der Familie, schrieb Reich, würden Kinder zu autoritätsfürchtigen und staatshörigen Menschen geformt, die aufgrund ihrer Triebunterdrückung anfälliger für Militarismus und Sadismus seien. Ähnlich las sich auch der Sozialforscher Max Horkheimer, der in seinem Essay Autorität und Familie drei Jahre später von der Familie als "Keimzelle des Faschismus" sprach.
Für Horkheimer gab es nichts, was nicht faschistisch war, und Wilhelm Reich... ähm, na ja, hm.
m(

26.08.2019

Die Älteren erinnern sich...

... und werden von dem Gefühl beschlichen, daß die Jüngeren hier was durcheinanderbringen: