22.08.2019

Nein, das ist nicht berichtenswert.

Jetzt ist Goethe dran.

Oberschichtenluxus

Im Mittelalter sprach der Klerus Latein, später sprach der Adel Französisch, heute... wissenschon.

(aus der Marionettenausstellung in Viechtach)

Das ist jetzt auch nur die Illustration zu dem hier.


21.08.2019

Einerseits... andererseits...

Was soll man dazu sagen? Ich weiß es nicht.

Der Weg der XR-Anhänger: Sie wollen den Verkehr, das Wirtschaftsleben und die Regierungsgeschäfte mit friedlichem zivilen Ungehorsam zum Erliegen bringen, um damit eine Kehrtwende in der Klimapolitik herbeizuzwingen. ...

Ihr Motto lautet "Aufstand oder Aussterben": Der CO2-Ausstoß steige immer noch rasant, selbst das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, sei kaum noch zu erreichen. Schon jetzt verschwänden Arten hundertmal so schnell, wie es in der Evolutionsgeschichte normal gewesen sei. ...

Den Zusammenschluss mit Gleichgesinnten empfinden viele bei XR als erlösend. "Wir alle sind von dieser Bedrohung betroffen. Aber wir können was machen. Gewaltfrei rebellieren. Diese Selbstermächtigung hat auch was Befreiendes!" So erlebt es Timmermann. "Ich war früher eigentlich nur durch Bücher mit der Welt verbunden. Bei XR sammeln sich Menschen, die was wollen, die sagen, so geht's nicht weiter, und die sich dadurch selbst finden." Ein wenig später fügt er hinzu: "Alles macht mehr Sinn jetzt."

Sinn... Sinnsuche... ach ja, seufz.

Rat, sich mit den eigenen Bewältigungsstrategien auseinander zu setzen

Ein Text, dem nichts mehr hinzuzufügen ist:
Aber auch Leute die vermeintlich Gutes tun wollen, können hirnverbrannte Idioten sein und das darf man auch ruhig aussprechen. ...

Wenn wirklich Jemand bei dem Anblick eines Sonnencreme-Penis an ein Trauma erinnert bzw. getriggert wird, wäre unser ehrlicher, freundlicher Rat, sich mit den eigenen Bewältigungsstrategien auseinander zu setzen. Es hat keinen Sinn die ganze Welt zu bitten sich zu verändern. Lohnenswerter wäre vielmehr der Aufbau der eigenen Resilienz. Denken wir es mal konsequent durch. Jeden Tag begegnen wir hundertfach irgendwelchen Triggern. Manche Menschen haben Höhenangst, Angst vor Spinnen, Angst vor engen Räumen oder waren im Krieg und haben Missbrauch oder andere unvorstellbare Dinge erlebt. Darf es nun keine Hochhäuser mehr geben, müssen alle Spinnen getötet, alle Aufzüge und alle Sylvester Kracher oder Clownsmasken verboten werden? Wo bitte fängt das an und wo hört es auf? Wer anderen Menschen die Verantwortung für das eigene Seelenheil gibt, übergibt ihnen auch damit auch die Macht über das eigene Seelenheil. Das kann keiner wollen...

JA, ABER ES TRIGGERT MICH! Es ist reine Willkür und total subjektiv. Nichts wäre mehr möglich, denn irgendwas triggert immer irgendwen und wir sprechen hier aus Erfahrung. Also: Leben und leben lassen.
Original auf FB, via Arne
Man-o-meter. Deswegen...
Bild könnte enthalten: eine oder          mehrere Personen und Nahaufnahme
...der maximale Mega - Spuk. Was machen die, wenn sie mal ohne Vorwarnung einen Zappa- Text zu hören kriegen? Oder was wirklich Schlimmes erleben müssen?



Außerdem thematisch passende Einlassung im Focus.
Galt einst Ferdinand Lassalles aufklärerische Parole „Sagen, was ist!", so herrscht nun das Dogma des vorauseilenden Euphemismus, der die perfekte Welt von morgen antizipiert. Aldous Huxleys "Schöne neue Welt" lässt grüßen.
Und Irritation bei Fefe in ähnlichem Zusammenhang:
Äh … wieso nimmt die dann überhaupt irgendwer ernst? Ich schlage vor, einfach nicht mehr über die zu berichten.
Jein. Einerseits: "Keine Plattform" (wir erinnern uns...), andererseits:

Diese Psychopolitik ist kreuzgefährlich und das sind nicht nur ein paar harmlose Spinner. Das muß man wissen. Die haben den Durchmarsch durch Medien, Politik, Verwaltung, Justiz schon geschafft. Weltveränderung als Selbsttherapie, Seelenheil durch Furor, Größenwahn als Pille gegen die Sinnlosigkeit der eigenen Existenz...

Wer verhindern will, daß das Pendel in die ganz finstere andere Richtung überschwingt, muß diesen Leuten entgegentreten.

06.08.2019

Klima- und Energiediskussion

... mit Kritik an der dysfunktionalen deutschen Energiewende taten sich bislang nur die „Exe" hervor: Ex-Politiker, Ex-Abgeordnete, Ex-Manager, Ex-Professoren. Durchschnittsalter: 70 Jahre. Dagegen hatten die Ja-Sager und Glaubensstarken stets das Argumentum ad hominem parat, es handle sich hier um die irrelevante Meinung von Ewiggestrigen, die sich in der neuen Energiewelt eben nicht zurechtfänden. ...

Böse Zungen meinen, Exe hätten keinen Job mehr zu verlieren.

Nun haben die Physiker Dirk Dubbers, Johanna Stachel und Ulrich Uwer (Physikalisches Institut der Universität Heidelberg) den Mund aufgenacht. Sie beschreiben unter dem Titel „Energiewende: Fakten, Missverständnisse, Lösungen – ein Kommentar aus der Physik" die Energiewende als das, was sie ist: Ein Projekt mit schöngerechneten Zahlen und gern geglaubten Illusionen, das seine selbstgesetzten Ziele im Klimaschutz nicht erreicht.

Wir erinnern uns: die Kohlekommission hat seitenlang über Geld geschrieben und kein Sterbenswörtchen über technische Fragen.

Es gibt durchaus konstruktive Vorschläge, aber die wollen maßgebliche Leute nicht hören.

31.07.2019

Aha?

Das würde mich ja mal SEHR interessieren, worum GENAU es geht:

""Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit in den Geistes- und
Sozialwissenschaften jetzt verstärkt wird", erklärte die Ministerin
damals.

Doch wie ihr Haus nun einräumen muss, wird daraus erst mal nichts: "Aus
inhaltlichen und strukturellen Gründen" habe sich ein Gutachtergremium
im Frühjahr einstimmig gegen eine Förderung ausgesprochen."

Muß ich jetzt nix zu sagen, ihr wißt, was ich meine.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/china-geht-gegen-deutsche-forscher-vor-politiker-in-berlin-empoert-a-1279526.html

29.07.2019

Der Wald

Gestern bin ich über Land gefahren und habs gesehen... das sah
stellenweise schlimm aus:

https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-07/trockenheit-duerre-waelder-baeume-forstwissenschaft-joerg-ewald/komplettansicht

Hmmm

Das scheint jetzt üblich zu sein, daß man erst mal so lesen kann, und
der Artikel dann hinter einer Paywall verschwindet.

28.07.2019

Da müssen DIE was machen!

So was Ähnliches hatte ich von Erwin Pelzig schon mal gehört, sinngemäß: ich habe keine Lust, dauernd an meine Verantwortung als Konsument erinnert zu werden, da muß doch jemand anderes zuständig sein.

Hier taucht das Motiv wieder auf:

Der Soziologe Norbert Elias machte einst eine interessante Beobachtung über die 68er Proteste. Er fragte sich, woher diese Unduldsamkeit einer Generation kommt, die doch als erste nicht im Krieg, sondern im Frieden aufwachsen konnte. Und er stellte fest, das die Protestierenden aus einem Milieu kommen, wo das kindliche Wollen stark beachtet wurde. Pointiert sprach er von einem Protest verwöhnter Kinder, die bemerken, dass die Realität nicht so lieb ist wie Mami und Papi.

Die Heranwachsenden zogen daraus aber nicht den Schluss, dass nach der Kindheit nun eine Phase beginnt, die man Erwachsenwerden nennen könnte, sondern machten für ihre Enttäuschung die Realität selbst verantwortlich.

...

Was würde passieren, wenn alle, die bei FfF mitmachen, eine Selbstverpflichtung unterschreiben? Wir verzichten auf Flugreisen und reduzieren unseren Kleidungs- und Unterhaltungskonsum um die Hälfte.

Wenn nur eine Millionen junger und nicht mehr junger Menschen diese zwei Punkte unterschriebe, hätte der Protest ein neues Gewicht bekommen. Sie hätten sich selber investiert und damit ihre Rolle des unschuldigen Kindes verlassen. Dann könnten sie mit Stolz sagen, ihr braucht für eure Gesetze zu lange, wir fangen schon mal da an, wo alles ganz schnell gehen kann. Wir verändern unser Konsumverhalten. Der Panik der Fluggesellschaften und Konsumtempel wären sie sich augenblicklich sicher.

Leider geht Gretas Argumentation immer weiter in die andere Richtung. Bei ihrer kurzen Rede während ihres Berliner Auftritts Mitte Juli beruhigte sie alle Jugendlichen: „Ihr müsst kein schlechtes Gewissen haben, wenn ihr nicht genug für die Umwelt tut. Ihr habt keine Verantwortung. Die liegt allein bei den Mächtigen." An dieser Stelle der Rede verstand ich die Ursache meines Unbehagens.

In Gänze lesenswerter Text von Bernd Stegemann.

Ich bin ja immer wieder erschüttert, wie wenige Mitmenschen in der Lage sind, aus sich selbst herauszutreten und sich die Gesamtsituation von der Seite aus anzusehen. Natürlich bin ich Teil des Problems!

Apropos Erwin Pelzig: In der letzten "Anstalt" sagte er sinngemäß: Wäre ich ein Nazi, würde ich mich zurücklehnen und zugucken, wie sich die demokratische Gesellschaft selbst demontiert. Ja, genau! Und weil ich keiner bin, rege ich mich auf über die neunmalklugen Schlaumeier, die gerade alles an die Wand fahren!

25.07.2019

Weiß ich jetzt nicht...

... Herr P. hat mir gestern einige Dinge aus der Praxis erzählt, die mich betrübt haben (Stadt- Land- Konflikt und verwandte Themen)... kann ich nicht nachprüfen. Das hier auch nicht: Es paßt ins "Narrativ", die Qualitätspresse klimpert sich die Tasten heiß, es rauscht durch die "Netzwerke", nur... es ist wohl wieder mal nicht korrekt.
N-tv und andere illustrierten ihre Meldungen mit dem Foto eines von hinten aufgenommenen Polizisten, der vor einem der Kindergärten steht. Das scheint die Geschichte zu belegen. Nur: Nichts davon stimmt.

„Es ist nicht richtig, dass es dort Polizeischutz gibt oder gab", teilt Leipzigs Polizei mit. Das heißt: Kein Redakteur, der die Geschichte vom „Polizeischutz" textete, hatte sich die Mühe gemacht, bei der Leipziger Polizei oder den Kindergärten deswegen nachzufragen.
Wie gesagt, weiß ich nicht.


P.S.: Siehe auch hier.

37 Grad

Au weia! Da hatte ich vor kurzem einen Dokumentarfilm über Pilze gesehen, in dem wurde nebenbei erwähnt, daß Säugetiere nicht von ungefähr eine Körpertemperatur von ca. 37 Grad haben: Das ist der Wert, mit dem die meisten Pilze nicht mehr umgehen können.

Stellt sich raus: die passen sich klimawandelbedingt an.

Gefährlicher Hefepilz: Womöglich ist der Klimawandel schuld daran, dass es seit einigen Jahren gehäuft zu Infektionen mit dem krankmachenden Pilz Candida auris kommt. Denn die weltweite Erwärmung könnte diesen Krankheitserreger zu einer Anpassung an höhere Temperaturen gezwungen haben. Erst dadurch kann der Pilz nun auch in unserem relativ warmen Körper überleben – und uns so gefährlich werden, wie Forscher vermuten.

21.07.2019

Eieiei, was'n Rad ab...

Die Transhumanisten wieder mal:

Das Gedankenspiel über den Basilisken ist sogar noch komplizierter. Es wird nur plausibel, wenn man verschiedene Grundannahmen dieser transhumanistischen Strömung bereits verinnerlicht hat. Zum Beispiel, dass eine Computersimulation meiner Neuronen mit mir als Person identisch ist... Gefährdet wären durch den Basilisken nicht nur diejenigen, die den Aufstieg der Superintelligenz behindern, sondern auch die, die nicht genug dazu beigetragen haben. Wer von der bevorstehenden Entstehung der Superintelligenz erfährt, ist verpflichtet, ihrer Entstehung zuzuarbeiten. Deshalb heißt diese Figur auch Basilisk: in dem Moment wo du von ihr erfährst, blickt der Basilisk dich an. Dieses Gedankenexperiment greift ein altes christliches Motiv auf, das in der Missionierung eine Rolle spielte: Sobald du die frohe Botschaft gehört hast, musst du dich dazu verhalten, sonst droht die Hölle.

"... wenn man verschiedene Grundannahmen... bereits verinnerlicht hat..." Na klar, so funktioniert Esoterik. Interessante Grundannahme, und dann geht's in kleinen, unspektakulären, nachvollziehbaren Schritten in den Irrsinn. Deshalb haben obskure Kulte auch meistens eine stufenweise Einweihung.

"Reiche Leute sind niemals verrückt, reiche Leute sind höchstens exzentrisch."

16.07.2019

We blew it - 50 Jahre später

Heute ist das keine Frage mehr.

"You know Billy, we blew it", sagt Wyatt in der letzten Lagerfeuerszene, und viel ist darüber gerätselt worden, ob das nun nur auf die Protagonisten im Film oder auf die Gesellschaft an sich bezogen war.

Gurke des Tages

Ja, ganz super:

Weil Online-Traffic für mehr als die Hälfte des CO2-Fußabdrucks der digitalen Technik verantwortlich ist und Videos für 80 Prozent davon, müsse man hier ansetzen, um den Ressourcenverbrauch einzuschränken...

Um ihre Argumente anschaulich zu machen, haben die Autoren ausgerechnet ein Youtube-Video erstellt – in Full-HD.

Konkret, pragmatisch, praktisch.

Nanu, liebe TAZ, was ist denn bei euch los?

Die polarisierten Positionen entwerfen entweder ein Land, das kurz vor der Übernahme durch Muslime steht, die per se als böse anzusehen seien.

Oder eines, das sich kurz vor dem Versinken in den braunen Schlamm der Vergangenheit befindet. Beide Positionen sind falsch bis absurd. (...)

Übrigens sind es oft diese Art von „Guten", die es eben noch hip fanden, mitten im Multikulti zu leben, aber ganz schnell nach Berlin-Zehlendorf oder -Prenzlauer Berg umziehen, damit ihre Charlotte oder ihr Leonhard nicht mit lauter Fatimas oder Hassans in Kita oder Grundschule gehen muss. Sie beobachten Integration aus sicherer Entfernung ihrer Filterblase heraus...

Es ist leicht, Moralapostel und Realitätsverweigerer zu sein. Man muss nur die Augen schließen...

Lesenswert, besonders unter dem Gesichtspunkt, in welcher Zeitung das steht.

14.07.2019

Disco Demolition Night 1979

Oh, in dem Dokumentarfilm letztens kam das recht humorvoll rüber, aber so lustig war das wohl nicht, die Schallplattensprengung 1979. Au weia.

12.07.2019

Tube löscht NuoViso

P.P.S.: Geht angeblich wieder. Das macht es noch weniger aufregend.

P.S.: Hab noch mal drüber nachgedacht und finde es jetzt nicht aufregend.
Alle Beteiligten können auf ihren Servern machen was sie wollen. So einfach.

Ich kenne deren aktuelles Programm nicht, kann mich dazu jetzt nicht positionieren. Jedenfalls ist NuoViso.TV aus der Tube rausgeflogen. Das ist einer der bedeutenderen alternativen Nachrichtenkanäle.

Vor ein paar Jahren hatte ich sie für mich unter "nicht durchgängig zitierfähig" eingeordnet, kann mich aber an keine schwerwiegenden Entgleisungen erinnern. Wie gesagt, weiß ich jetzt nicht. Ist lange her.

Das ist jetzt eine privatrechtliche Angelegenheit, insofern kann man nicht "Zensur" schreien. Trotzdem eine sehr bedenkliche Sache.

03.07.2019

Unschuld - - - Verantwortung

Das Zitat muß ich hier mal raushauen, weil das ist genau das Ding, immer und immer wieder:

Die Vorstellung, die ganze Energieversorgung einer riesigen hochmodernen Industriegesellschaft ganz auf regenerative Energien umstellen zu können, drückt eben auch einen Wunsch nach Unschuld aus – der die Verantwortung dafür, die Wünsche umzusetzen, an andere delegiert. Wer Fragen der Umsetzung so beständig zum Problem anderer werden lässt, muss sich auch mit den Begrenzungen der eigenen Handlungsmöglichkeiten nicht beschäftigen...

Wer sich aber in einer Fantasie eigener Unschuld einrichtet, braucht andere, die ihm die Auseinandersetzung mit der Realität abnehmen – die mächtig genug sind, dies allzeit tun zu können, und wohlwollend genug, es in seinem Sinne zu tun.

(Ansonsten scheint mir der Artikel für Lucas' Verhältnisse thematisch ziemlich zerfahren, aber sei's drum.)

02.07.2019

Interessante Parallele

"Oder vergleichen wir WikiLeaks mit den Snowden Files, deren überwiegender Teil nun begraben wurde und nie mehr veröffentlicht wird, weil man sie dummerweise dem Guardian und ,The Intercept' anvertraut hatte. Assange hat diese Vermittlerrolle der Journalisten ausgeschaltet und, indem er der Öffentlichkeit die Wahrheit über ihre Regierenden zugänglich machte, eine wesentliche Rolle dabei gespielt, das Vertrauen der Öffentlichkeit in ein politisches Establishment zu untergraben, das sie ausbeutet.

Es gibt eine interessante Parallele in der Reaktion auf die Gelehrten der Reformation, die die Bibel in die Landessprachen übersetzten und der Bevölkerung direkten Zugang zu ihren Inhalten gaben, ohne die vermittelnden Filter der Priesterklasse. Solche Entwicklungen provozieren außergewöhnliche Gehässigkeit bei jenen, deren Position bedroht ist. Ich sehe in dieser Hinsicht eine historische Parallele zwischen Julian Assange und William Tyndale. Das sollten wir im Gedächtnis behalten, um die Tiefe des staatlichen Hasses gegenüber Julian zu verstehen" (Craig Murray)

Strom knapp?

Ach, die Händler sind dran schuld!

Nee. Die spekulieren nur mit dem angerichteten Chaos. War doch klar. Das wird noch unlustig.

01.07.2019

Julian Assange

Wieso liest man von diesem doch vergleichsweise ziemlich klaren Fall so gut wie nichts mehr?

Am Ende dämmerte es mir schließlich, dass ich durch Propaganda geblendet und dass Assange systematisch verleumdet worden war, um die Aufmerksamkeit von den Verbrechen abzulenken, die er aufgedeckt hatte. Nachdem er durch Isolation, Spott und Scham entmenschlicht worden war, wie die Hexen, die wir auf dem Scheiterhaufen verbrannt hatten, war es leicht, ihm seine grundlegendsten Rechte zu entziehen, ohne die Öffentlichkeit weltweit zu empören. Und so wird ein rechtlicher Präzedenzfall geschaffen, durch die Hintertür unserer eigenen Selbstgefälligkeit, die in Zukunft ebenso gut auf Offenbarungen von The Guardian, der New York Times und ABC News angewendet werden kann und wird."

Es gab eine sehr unheilige Allianz (quer durch alle politischen Lager), die ihn zur Unperson erklärt hat.

Der Fall Sullivan...

... hat es in die Süddeutsche geschafft.

Viele Kommentatoren der großen Zeitungen und viele Kollegen in der Rechtswissenschaft haben sich seither zu dem Fall geäußert. Fast einhellig fiel das Urteil für Harvard vernichtend aus. Auf eine Stellungnahme von Sullivan selbst wartete die akademische Welt bis zu dieser Woche.

Nun schreibt er, dass Harvard, eine der berühmtesten Universitäten der Welt, keinerlei Interesse an einer Diskussion über die Fakten gehabt habe. "Sie haben vor dem Protest kapituliert", schreibt er und fährt fort: "Wenn man bedenkt, dass Universitäten Orte der abgewogenen und zivilisierten Diskussion sein sollten, Orte, an denen Menschen dazu gezwungen sind, sich mit schwierigen, mit kontroversen und unvertrauten Gedanken auseinanderzusetzen, dann ist das enttäuschend."

Tunguska

Ah, na gucke. Ein 50 bis 80 Meter großer Gesteins-Asteroid war's, soso. Dabei weiß doch jeder, daß es ein Raumschiff von der Venus war...

25.06.2019

P.S.

Den Einen muß ich jetzt doch noch nachliefern zum Gauck- Thema.

Weil das ist nämlich genau der Punkt.

Polizeibericht des Tages

Nicht zur Nachahmung empfohlen. Klappt nur einmal, so was.

Der Fahrer eines Kleintransporters lieferte heute Morgen bei einer Polizeikontrolle in Lüdenscheid eine Sperma- statt der geforderten Urinprobe ab. Als die Beamten ihn kontrollierten, zeigte er Anzeichen, die auf Drogenkonsum hindeuteten.

Er war mit einem Drogenvortest einverstanden. Für die Urinprobe überreichten die Polizeibeamten einen Becher. Damit verschwand er im Gebüsch. Er brauchte ungewöhnlich lange und kehrte etwas beschämt mit dem genannten Inhalt zurück. Die Beamten erklärten die Probe für unbrauchbar und griffen auf einen Speicheltest zurück. Der fiel negativ aus und der Mann fuhr erleichtert weiter.

24.06.2019

Motorrad mit Führerschein B

Hä? Ich dachte, das gilt heute noch? Wenn man älter als 35 ist, darf man bis 125 ccm fahren... hamse das abjeschafft? Hab ich gar nich mitjekricht.

Auch in Deutschland gab es bis April 1980 eine sogenannte Einschlussregelung. Wer damals einen Autoführerschein (Klasse 3) gemacht hat, darf auch heute noch Leichtkrafträder fahren.

Das war doch ne feine Regelung. Habt euch mal nich so!

Autofahrer könnten ihren B-Klasse-Führerschein demnach zukünftig um eine sogenannte Schlüsselzahl 195 erweitern. Damit dürfen sie leichte Motorräder fahren. Typische Hersteller sind Piaggio, Yamaha, oder KTM. Die Leichtkrafträder haben maximal 15 PS, können aber über 100 km/h schnell fahren. Bisher war dafür der separate Führerschein A1 notwendig.
Eine Prüfung und umfangreiche Ausbildung auf dem Motorrad sind nicht mehr nötig. Stattdessen reicht es, wenn der Autofahrer eine 90-minütige Theorieeinheit und sechs praktische Fahrstunden absolviert. Letztere können außerhalb des Straßenverkehrs stattfinden, etwa auf einem Verkehrsübungsplatz.
Der Autofahrer muss mindestens 25 Jahre alt sein und seinen Führerschein seit mindestens fünf Jahren besitzen.

Mit 15 PS kann man sich natürlich auch totfahren, aber 15 PS sind nun wirklich gutmütig. Entspricht einer ETZ 150.

Kartoffel in Europa

Oh, wow. Die Einführung der Kartoffel in Europa war wohl eine kniffelige Angelegenheit. Wenn was schief ging, konnte es gleich mal zu einer Hungersnot kommen. Schlechte Nachricht, wenn man mal über Klimaverschiebungen nachdenkt.

Denn im Ursprungsgebiet in den äquatornahen Anden sind Tage und Nächte ähnlich lang, während es in Europa zur Sommersonnenwende mehr als 16 Stunden hell ist. Das beeinflusst den Erntezeitpunkt. Bei Anden-Kartoffeln, so schreiben die Forscher, würde in Europa die Knollenbildung nur in den kurzen Spätherbsttagen erfolgen - gefolgt von Frosttemperaturen, die die Pflanzen töten, bevor eine angemessene Lagerung der Nährstoffe in den Knollen erreicht würde. ...

Für die Züchtung moderner, ertragreicher Kartoffelsorten musste man die Pflanzen also an die hiesigen Tageslängen und Temperaturen anpassen.Die moderne europäische Kartoffel entstand demnach ab dem Ende des 18. Jahrhunderts durch Züchtung unter Verwendung chilenischer Sorten. Der Anteil von Genen, die von den ursprünglichen Andenkartoffeln stammen, nahm kontinuierlich ab. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hingegen stieg dieser Anteil wieder an. "Diese Verschiebung der Herkunft lässt darauf schließen, dass die Landwirte zu dieser Zeit möglicherweise ältere Kartoffelbestände wieder eingeführt haben, um die Hungersnot zu überwinden, die durch den Verlust von für Krankheitserreger anfälligen Pflanzen verursacht wurde." In Irland kam bei der großen Hungersnot 1845 bis 1849 infolge von Ernteverlusten durch Kartoffelfäule schätzungsweise eine Million Menschen ums Leben.

23.06.2019

Eric Hoffer - der etwas andere Philosoph

Das Gefühl, wenn sich wieder ein Kreis schließt... ich hake das Thema erst mal ab, denn das geht mir und euch nur sinnlos auf die Nerven.

Ich hab ne Weile rumgeöppelt, um einen eigenen Kommentar zum Originaltext zu machen, aber selbst das laß ich bleiben.

Stattdessen mache ich mir einfach den Kommentar von Harald von der Humanwirtschaftspartei zueigen.

Hoffer führt die Ideologen der Weltverbesserer vor. Deren Fanatismus hat seine Wurzeln in persönlicher Unzulänglichkeit: wer selbst ein erfülltes Leben führt, weil er fähig ist, das eigene Sein kreativ zu gestalten, der habe kein Interesse am Umsturz der bestehenden Ordnung. „Der Glaube an eine heilige Sache ist in hohem Maße ein Ersatz für den verlorenen Glauben an uns selbst".

Tja.

Hätte uns nur jemand gewarnt!

Wenn an die Stelle von Argumenten Gefühle treten, ist an Diskutieren nicht zu denken. Das würgt alles ab.
P.S.: Ich meine, hey, zieht euch das mal auf Lunge rein:
"Da kann ich jetzt mal als Betroffene antworten. Dass meine Thesen streitbar sind, ist doch völlig klar. Aber was mich erschreckt hat, ist, dass manche Leute wegen meines #MeToo-Buches den Diskurs mit mir verweigern. Als wäre ich ein Nazi.
Was für Leute sind denn das?
Zum Teil Bekannte, die demselben Milieu entstammen.
Und sich als aufrechte Linksliberale verstehen?
Aufrecht weiß ich jetzt nicht, aber linksliberal sicher. Die Grenze des Sagbaren wird eng gezogen. Das so zu formulieren ist natürlich in sich schon wieder hakelig, weil das eine rechte Rhetorik ist: »Das wird man ja nochmal sagen dürfen.« Das Schlimme ist aber, dass ich in den letzten zwei Jahren in Situationen gekommen bin, in denen mir genau dieser Satz auf der Zunge lag: Das werde ich ja wohl nochmal sagen dürfen."
DAS in der TAZ.

18.06.2019

Die Hölle friert schon wieder zu

Das hätte ich nicht gedacht, daß ich dem alten Pfaffen noch mal zustimmen würde:
Sie widmen der "Intoleranz der Guten", wie Sie die "politisch Korrekten" bezeichnen, mehr Seiten als allen anderen Themen. Warum diese Gewichtung?

Wenn in einem Milieu, das Pluralität und Toleranz auf seine Fahnen geschrieben hat, Intoleranz aufkommt, irritiert mich das. Intolerantes und dogmatisches Vorgehen ist für mich nicht dadurch gerechtfertigt, dass es aus edlen Motiven erfolgt. Auch das politisch Korrekte darf nicht vorschnell Tabuzonen errichten. Es darf auch die gewünschten Verhaltensweisen nicht mit moralischem Übereifer durchsetzen. Dabei fühle ich mich Vertretern einer politischen Korrektheit durchaus nah, weil sie die politische Zivilität fördern wollen. Und was einem nahe ist, schaut man sich besonders kritisch an...
Kämpferische Toleranz lässt andere Meinungen gelten, auch wenn sie sie bekämpft. Die Intoleranz der Guten hingegen schließt andere Meinungen häufig aus dem Diskurs aus oder sucht sogar zu verhindern, dass sie überhaupt geäußert werden: etwa durch Störung von Vorlesungen, den Ausschluss bestimmter Diskussionsteilnehmer oder die Entfernung eines missliebigen Gedichtes. Kämpferische Toleranz verteidigt also die Pluralität, Intoleranz auch der Guten aber schränkt Pluralität ein. ...
Ist jetzt eigentlich nichts, worauf ich noch extra hinweise, denn zum 1682ten Mal nervt es nur noch, aber wenn es schon der Altpräsident meint...

Siehe auch hier.
Die militante Linke, die sich bis zum heutigen Tag als revolutionär versteht, zielt mit ihrer Politik, zu der auch Gewalt gehört, auf einen Umsturz mit grundlegenden Folgen. Der bürgerliche Staat soll zerschlagen und die bürgerliche Gesellschaft zerstört werden.

Siehe auch hier... ein Text, der von mir sein könnte, nur daß ich meist zu faul bin, so ausführlich zu schreiben.
Es gibt auch einen privaten Grund, weshalb mich die Verlogenheit derer aufregt, die uns regieren. Spießer jedweder politischen Coleur eint, dass sie Menschen, die sich nicht ihren beschränkten Vorstellungen von erlaubtem Betragen unterwerfen, mit sozialer Ächtung zu bestrafen suchen. Aber ich habe nicht als junger Mann die Kleinstadt, aus der ich komme, und die konservativen Spießer dort verlassen, um mir jetzt von linken Spießern vorschreiben zu lassen, in welch schmalem Korridor an zulässigen Meinungen und Verhaltensweisen ich mich aufhalten darf. Und deshalb werde ich die Meinungsfreiheit mit Zähnen und Klauen verteidigen. Gegen jede Art von Reaktionären. Auch die von links.
Gegen einen Feind zu marschieren, das erfordert Mut. Noch mehr Mut erfordert es, den Bekloppten und Bescheuerten in den eigenen Reihen entgegenzutreten. Siehe die einschlägigen Reaktionen auf den Gauck- Text.