18.09.2019

Bekenntnis eines Sozialkonstruktivisten

Was bin ich froh, daß das Leben mich gezwungen hat, dann doch noch einen seriösen Beruf zu lernen.

Ja, große Ideen hatte ich in jungen Jahren jede Menge. Die sind zum Glück im Nirgendwo gelandet und nicht im Seminarraum.

Professor gesteht: "Ich habe mir die Grundlagen der Genderstudien nur ausgedacht"

Nichts ist so selbstsicher wie ein Doktorand, der mit wenig Lebenserfahrung und einer großen Idee ausgestattet ist.

Und jetzt ist meine große Idee überall. ...

Das Problem ist: Ich lag falsch. Oder, um genauer zu sein, ich habe die Dinge teilweise richtig gemacht. Aber den ganzen Rest habe ich es im Grunde genommen nur erfunden.

Zu meiner Verteidigung, sei gesagt: Ich war damit nicht allein. Jeder hat sich das ausgedacht (und denkt es sich heute noch aus). So funktioniert das Feld der Genderstudien. Aber das ist keine gute Verteidigung. Ich hätte es besser wissen sollen...

Und deshalb war ich so wütend und selbstbewusst, was die Dinge angeht, die ich glaubte zu wissen. Es ging darum, die Tatsache zu verbergen, dass ich auf einer sehr grundlegenden Ebene keine Beweise für einen Teil dessen hatte, was ich sagte. Also hielt ich mich mit Leidenschaft an die Argumente und verurteilte alternative Standpunkte. Intellektuell gesehen war es nicht schön. Und das macht es so enttäuschend zu sehen, dass die Standpunkte, für die ich früher so leidenschaftlich und grundlos argumentiert habe, jetzt von so vielen in der Gesellschaft akzeptiert werden.
Puh. Stellt euch mal die Seelenpein vor... zu erkennen, maßgeblich mitschuldig zu sein an dem beknacktesten Irrweg der westlichen Zivilisation ever.

Tja.

Hätte uns doch nur jemand gewarnt!

"Fast die Hälfte der Männer sagte, sie hätten Angst vor unfairen und falschen Anschuldigungen. Und als wir sie gefragt haben, ob sie deshalb lieber keine Frauen mehr einstellen würden, hat ein Viertel 'Ja' gesagt." ...

Viele Männer gingen Frauen am Arbeitsplatz jetzt grundsätzlich lieber aus dem Weg, vermieden Situationen, in denen sie mit Frauen alleine sind, oder wollten nicht mehr mit ihnen auf Reisen gehen.

Du weißt, daß das ein Schuß ins eigene Knie war, wenn es nicht mal die Tagesschau irgendwie beschönigt.

17.09.2019

Man darf nicht allzu sehr dazugehören wollen.

Ja, das fällt schwer. Irgendwo dazuzugehören, das ist ein menschliches Bedürfnis für fast jeden.

Hier in diesem Lehrstück: es ist vorher klar, was rauskommen soll. Auch menschlich. Die Realität soll bitte zum Rant passen.

Das katastrophale, schon von Klischees vernebelte Briefing, das der Ressortleiter Matthias Geyer per Mail an die beiden Autoren verschickt, muss man auszugsweise zitieren. «Die Figur für den ersten Konflikt beschreibt Juan in dem grossen Treck. Wir suchen nach einer Frau mit einem Kind. Sie kommt idealerweise aus einem absolut verschissenen Land, in dem ihr das Leben unmöglich geworden ist. (. . .) Die Figur für den zweiten Konflikt beschreibt Claas. (. . .) Dieser Typ hat selbstverständlich Trump gewählt (. . .) und freut sich jetzt auf die Leute dieses Trecks, so wie Obelix sich auf die Ankunft einer neuen Legion von Römern freut.» Dann zum Schluss der Satz: «Wenn ihr die richtigen Leute findet, wird das die Geschichte des Jahres.»

Gucke auch hier:

 „Viele wollten glauben, was er schrieb, denn es war, was seine Leser glaubten. Er beschützte sie vor der Wahrheit." Die Formel lautete: „Bombastische Schicksale plus Relevanz plus die Bestätigung der allgemein vorherrschenden Meinung in der Gesellschaft versprechen Ruhm. Das war das System Relotius."

16.09.2019

Sven Regener

Aus aktuellem Anlaß... ein Interview von 2009.

Kluger Mann.

Terra Preta

Ach, na gucke. Ist in der Szene schon länger bekannt, jetzt kommt das in der EU an.

Terra Preta wurde in den Entwurf der neuen EU-Verordnung aufgenommen. In zwei bis fünf Jahren, schätzt Glaser, könnte sie legal sein. Österreich hat schon 2018 eine Ausnahmegenehmigung für den Ökolandbau erlassen, um Klarheit zu schaffen.

Sollte das bisher illegal sein? Ich glaub's nicht.

14.09.2019

Grüne im Berliner Senat

Das Geschlecht ist beliebig aussuchbar, aber das Gewicht ist unveränderlich.

Wir begrüßen, dass die rot-rot-grüne Regierungskoalition in Berlin die langjährige grüne Forderung nach einem Landesantidiskriminierungsgesetz umsetzt, Schutzlücken schließt und Berlin zur Vorreiterin im Bereich Antidiskriminierung macht. Jedoch fehlt im Gesetzentwurf bisher das Merkmal „Gewicht". Durch den aktuellen Merkmalskatalog ist Gewichtsdiskriminierung nicht abgedeckt. Wir fordern daher, „Gewicht" als eigenständiges Diskriminierungsmerkmal im neuen Landesantidiskriminierungsgesetz zu berücksichtigen. Sofern hier ein übergeordneter Merkmalsbegriff wie „äußeres Erscheinungsbild" eingesetzt wird, ist Gewicht explizit als erläuternder Zusatz zu nennen. Nur so können wir für die Betroffenen Rechtssicherheit schaffen und der Fehlannahme begegnen, Gewicht sei veränderbar und daher kein körperliches Merkmal im eigentlichen Sinne.

12.09.2019

Relationen, juristische

Thomas Fischer kloppt wieder einen raus:

Das tatsächliche Ausführen der Handlungen, die der Humorkünstler Böhmermann einst einem ausländischen Präsidenten andichtete, wäre also bei uns gar nicht strafbar - wohl aber das Besitzen einer kritzeligen Zeichnung davon.

Eine Dämonisierung von Kinder- und Jugendpornografie ist genauso irrational und schädlich wie eine Bagatellisierung schwerer Taten. Man muss sich probeweise klarmachen, dass das Besitzen einer Bauanleitung für Atombomben straflos ist, der Besitz eines (!) gemalten (!) Bildes vom nackten Busen einer 13-Jährigen aber mit Freiheitsstrafe von drei Jahren bedroht ist.

Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

(Gucke auch hier.)

Plasma?

Das Wort vermeiden sie tatsächlich.

Radiostrahlung in diesem Bereich entsteht typischerweise durch Synchrotronstrahlung – eine Strahlung, die frei wird, wenn Elektronen mit starken Magnetfeldern interagieren. Bereits zuvor hatten kleinere Radioteleskope in diesem Wellenbereich zahlreiche stark magnetisierte Filamente von rund zehn Lichtjahren Länge und einem Lichtjahr Dicke im Zentrum der Milchstraße entdeckt. Doch ihr Ursprung und der kosmische Kontext dieses Phänomens blieben unklar...

Die Radioblasen haben besonders hell leuchtende, klar abgegrenzte Ränder, in ihrem Inneren bewegen sich ionisierte Gase mit rund 30 Kilometern pro Sekunde, wie die Forscher berichten.

Faszinierend.

Wäre an der Plasmaversumgeschichte was dran, wäre das die größte mögliche Blamage für die etablierten, dekorierten, hochbezahlten Damen und Herren... das darf nicht passieren, das böhse Wort muß verbannt werden.

(Wer den Film nicht gesehen hat: Der Ansatz erklärt die meisten kosmologischen Beobachtungen mit Elektromagnetismus. Dieser wurde bislang vernachlässigt mit der Begründung, daß die elektromagnetische Kraft sich in der Entfernung sehr rasch verliert und im kosmischen Maßstab deshalb keine Wirkung hätte.

Nun könnten aber Plasmafilamente (tatsächlich beobachtet!) als kosmische Stromleitungen fungieren und dann hätte der Magnetismus auch auf Distanz deutlich mehr Macht als die Gravitation. Und alles wäre anders, als es in den Lehrbüchern steht. Und vor allem schlüssiger und weniger an den Haaren herbeigezogen, eleganter, zwangloser.

Urknall, Dunkle Materie, Dunkle Energie... diese steilen Thesen (besonders haarsträubend: die Inflation!) würden zur Erklärung der Beobachtungen überflüssig.)

10.09.2019

Marlon Brando

Marlon Brando war vor meiner Zeit. "Meuterei auf der Bounty" hatte ich mit 14...15 gesehen, und das war's dann auch. Die frühen Sachen kenn ich gar nicht.

Gestern hab ich diese Doku gesehen, und heute früh scrollt ein Text vorbei, bei dem ich gleich dachte: der Typ schreibt, wie der junge Brando spielte. Ist nicht mein Stil, bin eben aus einer anderen Zeit. Sollten wir Zustände haben wie in den 50er Jahren? Ist das vielleicht der angemessenere Vergleich? Hmmmm....

Was seid ihr doof. Unendlich doof. Ihr erreicht mit diesem ständigen penetrierenden dauerempörten unendlich abgehobenen Geblöke genau das Gegenteil: Euch eigentlich grundsätzlich mal zugeneigte Leute wenden sich ab, wählen eure Parteien nicht mehr, lachen beim Bier über euren verkopften Scheiß, feixende Trolle stressen euch in die Schnappatmung und die vollkommen Frustrierten wählen seit Neuestem sogar rechts, weil das offenbar das ist, mit dem man euch am allermeisten ärgern kann und ihr merkt das alles nicht, sondern twittert munter weiter eure Moralinsäure in die Welt als gingen die Zehnerjahre, in denen ihr die uneingeschränkte Lufthoheit über alle Ressourcen hattet, nicht bereits in ein paar Monaten schon zuende.

Inzwischen ist plakativ kalkulierte Unkorrektheit ein Stilmittel in der Werbung, mit dem sich unter Verwendung der Social-Media-Empörungskloake in kürzester Zeit die Zuneigung der angekotzten Mehrheitsgesellschaft gegen die pikierte Moralelite gesichert werden kann. ...

Ihr seid so doof. Was ihr nicht merkt ist, dass die Dinge bröckeln. Auf die Gängelung durch eine selbstherrliche Obrigkeit hat die Mehrheit nicht den Hauch von Bock und reagiert darauf im Moment mit vielen Dingen, die ihr gar nicht seht. Geht doch mal wieder in eine verrauchte Kneipe, hinten am Bahnhof zum Späti auf ein Bier an eine dieser speckigen Stehtonnen oder auf so ein garantiert unveganes Dorfest außerhalb des S-Bahn-Rings, auf dem der Pöbel feiert, dessen Lebensstil ihr so leidenschaftlich verachtet, aber das könnt ihr gar nicht, weil ihr gar nicht wisst wo der Pöbel überhaupt zu finden ist. Lieber sitzt ihr feist und satt auf eurem begrünten Balkon über Berlin-Friedrichshain, Ingwer-Zitronengrastee auf dem Tisch und einen getrockneten Apfelschnitz in der Hand, während der Pöbel unten bei 32 Grad die Straße neu teert. Euren Bürgersteig pflastert. Eure Couscousbrösel für euer Taboulé in den Bioladen liefert. Und euren Wohlstandsmüll zur Deponie fährt. Um danach mit dem Regionalexpress wieder raus nach Brandenburg zu fahren. Sprecht doch mal mit einem von denen. Die hassen euch alle inzwischen. Und ihr merkt nichts da oben auf eurem Balkon, auf dem ihr alt werdenden Vetteln vor dem Macbook immer noch wie 2010 über dem nächsten Hashtag für die neueste Empörung brütet. Und von wo aus ihr nicht seht wie sich der Wind dreht, wie eure Onlinekampagnen nicht mehr verfangen, die Leute sich ermüdet bis angewidert abwenden nach der hunderttausendsten beliebigen Empörungswelle, die aus irgendeinem Grund immer noch jedes Mal tagelang durch eure angeschlossenen Funkhäuser genudelt wird.

Als wäre immer noch 2010. ...

Und sonst? Ideen? Neues? Nein, ihr seid wie immer. Eure Kanäle sind fad, eure Stellungnahmen in eurem Verwaltungsgenderdeutsch ein Elend und eure immergleichen hysterischen Choreographien abstoßend routiniert, alles nur wohlfeile Empörungsrituale, für die sich außerhalb eurer Blase niemand mehr interessiert. Ihr schmeckt säuerlich. Vergoren. Giftig oft. Ihr seid nicht hip. Nicht frech. Und schon gar nicht mehr jung. Ihr seid lame. Spießig. Öde. Ihr seid der Klerus auf dem goldenen Balkon, der jede kleine Frechheit übel nimmt, weil Frechheit gegen die Linie verstößt. Wie konnte es passieren, dass sich die Dinge so umkehren? Wann ist euch das entglitten? Und warum verkauft sich Rechts jetzt als der hippe Protest gegen euch, die ihr in den Clubsesseln der Schaltstellen sitzt? Und warum fällt ihnen das so leicht? Und euch nichts dagegen ein?

Ach, egal. Ihr macht eh so weiter wie ihr es immer gemacht habt und schießt euch sukzessive selbst auf die Auswechselbank, was rege ich mich eigentlich auf.

Wie schon erwähnt: Es gibt keinen Rechtsruck, es gibt eine Linksflucht.

(Und by the way: Das Hippie- Ding der 70er war auch nur die Gegenbewegung zum Harte- Jungs- Ding der 50er.)

08.09.2019

1989

Im Nachhinein weiß ich es nicht mehr... Worum ging es zuvörderst? Meine hauptsächliche Befürchtung in jungen Jahren war, das Leben könnte langweilig werden. (Wurde es nicht, also war die ganze Übung ein gewisser Erfolg. Irgendwie.)

07.09.2019

Ohhhhh....

... meine alte Heimat ist jetzt Notstandsgebiet. Dort darf man jetzt nichts mehr tun, was CO2 raushaut...

Hahaa, Scherz. Neue Gremien, einzusetzende Ausschüsse, erhöhte Papierbedruckungsquote.

(Diese Meldung liest sich wie aus dem Leben des Brian... "Das verlangt nach einer sofortigen Resolution!")

HarmonyOS

Na da. Grundsätzlich ist das ja gut, wenn es eine Alternative zu den beiden Dicken gibt.
"Wenn die Beschränkungen uns gegenüber bestehen bleiben, werden wir für künftige Produkte unser eigenes HarmonyOS verwenden. Beispielsweise beim P40, das für das Frühjahr 2020 geplant ist."
Damit steht Huawei vor der gewaltigen Aufgabe, neben Android und Apples iOS ein weiteres Software-Ökosystem für Smartphones aufzubauen. Laut Yu arbeitet seine Firma schon mit App-Entwicklern daran, populäre Apps an HarmonyOS anzupassen. Sonderlich aufwendig sei das nicht, sagt der Huawei-Manager.
Könnte u.U. interessant werden.

02.09.2019

Aha?!?

Das hatte ich ja nicht mehr zu hoffen gewagt, daß in der Angelegenheit noch mal was kommt, was mich elektrisiert:

Auch, wenn es Quatsch sein sollte, ist es doch ein erträglicherer Quatsch als die unsägliche "Dunkle Materie". Sowas Ähnliches hatte ich schon mal bei A. Unzicker gelesen: daß die Rotverschiebung fälschlich als Dopplereffekt interpretiert wurde, was zu noch falscheren Schlüssen führt. Hier mal ein ernsthafter unesoterischer Neuansatz. Ist natürlich sehr verbesserungswürdig, aber... hey!

Falls mal jemand drei Stunden Zeit hat, und sich für sowas interessiert.

31.08.2019

Für die Jüngeren...

... weil das wohl nicht mehr bekannt ist: Die Sache mit dem Mietendeckel ist schon mal schiefgegangen.

30.08.2019

Sowas hatten sie doch im Raumschiff Voyager?

Erstaunlich nah am Original: Forscher haben erstmals Gehirne im Labor gezüchtet, die komplexe Hirnwellen zeigen – sie erzeugen Hirnstromsignale wie ein echtes Gehirn. Die Aktivitätsmuster dieser aus Stammzellen gewachsenen Mini-Denkorgane ähneln dabei zum Teil denen frühgeborener Babys. Dies spricht dafür, dass die Retortengehirne nicht nur anatomisch dem echten Gehirn gleichen, sondern dass sie auch die hirntypischen funktionellen Netzwerke ausbilden können.

27.08.2019

Die Älteren (diesmal im Westen) erinnern sich...

Zerschlagt die Familien! Für antiautoritäre Kollektiverziehung!

Kern dieser Revolution ist die Überwindung der Familie, eine Forderung, mit der Lewis längst nicht allein ist. Sie bezieht sich auf eine Reihe junger queerer Theoretikerinnen, die dazu forschen und schreiben. Jules Joanne Gleeson und Kate Doyle Griffiths zum Beispiel, die 2015 einen Essay mit dem Titel Kinderkommunismus veröffentlichten, "eine Analyse der Beziehungen zwischen Familie, Gender und der Reproduktion des Kapitalismus"...
"Wenn Kinder von großen demokratischen und antiautoritären Institutionen aufgezogen werden, Essen nicht mehr in Kleinküchen, sondern öffentlichen Kantinen zubereitet wird, Alte und Kranke nicht länger von sogenannten Angehörigen gepflegt werden und die Reinigung der Wohnungen nicht mehr privat organisiert wird", schrieb Adamczak, "dann ist die Familie gänzlich überflüssig." ...
Der Psychoanalytiker Wilhelm Reich (dessen Lehren mitunter problematisch waren) bezeichnete die kleinbürgerliche Familie in seinem Buch Die Massenpsychologie des Faschismus im Jahr 1933 als "zentrale reaktionäre Keimzelle". In der Familie, schrieb Reich, würden Kinder zu autoritätsfürchtigen und staatshörigen Menschen geformt, die aufgrund ihrer Triebunterdrückung anfälliger für Militarismus und Sadismus seien. Ähnlich las sich auch der Sozialforscher Max Horkheimer, der in seinem Essay Autorität und Familie drei Jahre später von der Familie als "Keimzelle des Faschismus" sprach.
Für Horkheimer gab es nichts, was nicht faschistisch war, und Wilhelm Reich... ähm, na ja, hm.
m(

26.08.2019

Die Älteren erinnern sich...

... und werden von dem Gefühl beschlichen, daß die Jüngeren hier was durcheinanderbringen:


25.08.2019

Verfehlte Bündnispolitik - politische Torheit

Himmel! Was bitte soll in den Köpfen von Max und Ute Mustermann abgehen? Wenn ich alles dafür tue, daß Otto Normalverbraucher mich für einen Spinner hält, darf ich mich darüber wundern, daß er zum Gegner läuft?

Du weißt, daß du einen Schuß nach hinten abgegeben hast, wenn sogar das Zentralorgan der Besserwisser feststellt, daß das wieder mal so richtig kontraproduktiv war:

In Wahrheit ist #unteilbar dieses Zeichen nicht, leider. Vielmehr wird es eine Demonstration der Eingeweihten sein, jener, die ohnehin der AfD nicht freundlich gesinnt sind. Vielmehr wird #unteilbar anzeigen, wie verfehlt die Bündnispolitik der zur Demonstration Aufrufenden ist. Moniert werden muss nicht allein, dass der Umzug unterteilt wird in Themenblöcke, die etwa „Parade-Power-Block: United against Racism & Fascism" oder „feministisch und queer" heißen – alles in allem Stichworte, die einem linksradikalen Wunschkonzert gleichkommen. Die Wahl englischsprachiger Chiffren deutet nicht einmal subtil an, besser vor allem eines zu bleiben: unter sich.

Verblüffend indes ist die politische Torheit, einerseits ein „#unteilbar" zu proklamieren, aber doch so gut wie alles dafür zu tun, dass in Dresden und drumrum die am Samstag Mobilisierten wie ein selbstbezüglicher Kolonisierungstrupp wirken müssen: In Sachsen kommt offenbar mindestens die halbe linke Bescheidwisserwelt . ...

#unteilbar ist insofern eine Mogelpackung – die Veranstalter:innen teilen sich im Verhältnis zu 90 Prozent aller anderen selbst ab: Wir sind die Guten, die anderen sind die Unguten bis Bösen. Mit einer solchen Bündnispolitik ist politisch kein Blumenpott zu gewinnen – es sei denn, man hielte es schon für einen Erfolg, sich selbst mit den gusseisern-einzig-richtigen Parolen versorgt zu haben.

23.08.2019

Wald ermöglicht Wald

Hintergrund ... ist, dass der Regenwald nach Ansicht vieler Fachleute die Grundlage seiner eigenen Existenz überhaupt erst schafft: Nur dadurch, dass bereits Wald vorhanden ist, kann im Amazonas-Becken überhaupt Wald wachsen. Das klingt paradox, hat aber eine einfache Ursache. Analysen zeigen, dass die Region nur halb so viel Wasser aus den globalen Luftströmungen erhält, wie tatsächlich an Niederschlag fällt. Die andere Hälfte der Niederschläge erzeugt der Wald selbst. Der Wald speichert Wasser und lässt enorme Mengen davon verdunsten, die wiederum ein bisschen weiter westlich wieder abregnen – Isotopendaten zeigen, dass das Wasser von Ost nach West fünf bis sechs dieser Zyklen durchläuft.

Ohne dieses clevere Recycling wäre, fürchten viele Fachleute, die Region zu trocken für solche Wälder.

https://www.spektrum.de/news/was-die-amazonas-braende-wirklich-bedeuten/1668902

22.08.2019

Nein, das ist nicht berichtenswert.

Jetzt ist Goethe dran.

Oberschichtenluxus

Im Mittelalter sprach der Klerus Latein, später sprach der Adel Französisch, heute... wissenschon.

(aus der Marionettenausstellung in Viechtach)

Das ist jetzt auch nur die Illustration zu dem hier.


21.08.2019

Einerseits... andererseits...

Was soll man dazu sagen? Ich weiß es nicht.

Der Weg der XR-Anhänger: Sie wollen den Verkehr, das Wirtschaftsleben und die Regierungsgeschäfte mit friedlichem zivilen Ungehorsam zum Erliegen bringen, um damit eine Kehrtwende in der Klimapolitik herbeizuzwingen. ...

Ihr Motto lautet "Aufstand oder Aussterben": Der CO2-Ausstoß steige immer noch rasant, selbst das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, sei kaum noch zu erreichen. Schon jetzt verschwänden Arten hundertmal so schnell, wie es in der Evolutionsgeschichte normal gewesen sei. ...

Den Zusammenschluss mit Gleichgesinnten empfinden viele bei XR als erlösend. "Wir alle sind von dieser Bedrohung betroffen. Aber wir können was machen. Gewaltfrei rebellieren. Diese Selbstermächtigung hat auch was Befreiendes!" So erlebt es Timmermann. "Ich war früher eigentlich nur durch Bücher mit der Welt verbunden. Bei XR sammeln sich Menschen, die was wollen, die sagen, so geht's nicht weiter, und die sich dadurch selbst finden." Ein wenig später fügt er hinzu: "Alles macht mehr Sinn jetzt."

Sinn... Sinnsuche... ach ja, seufz.

Rat, sich mit den eigenen Bewältigungsstrategien auseinander zu setzen

Ein Text, dem nichts mehr hinzuzufügen ist:
Aber auch Leute die vermeintlich Gutes tun wollen, können hirnverbrannte Idioten sein und das darf man auch ruhig aussprechen. ...

Wenn wirklich Jemand bei dem Anblick eines Sonnencreme-Penis an ein Trauma erinnert bzw. getriggert wird, wäre unser ehrlicher, freundlicher Rat, sich mit den eigenen Bewältigungsstrategien auseinander zu setzen. Es hat keinen Sinn die ganze Welt zu bitten sich zu verändern. Lohnenswerter wäre vielmehr der Aufbau der eigenen Resilienz. Denken wir es mal konsequent durch. Jeden Tag begegnen wir hundertfach irgendwelchen Triggern. Manche Menschen haben Höhenangst, Angst vor Spinnen, Angst vor engen Räumen oder waren im Krieg und haben Missbrauch oder andere unvorstellbare Dinge erlebt. Darf es nun keine Hochhäuser mehr geben, müssen alle Spinnen getötet, alle Aufzüge und alle Sylvester Kracher oder Clownsmasken verboten werden? Wo bitte fängt das an und wo hört es auf? Wer anderen Menschen die Verantwortung für das eigene Seelenheil gibt, übergibt ihnen auch damit auch die Macht über das eigene Seelenheil. Das kann keiner wollen...

JA, ABER ES TRIGGERT MICH! Es ist reine Willkür und total subjektiv. Nichts wäre mehr möglich, denn irgendwas triggert immer irgendwen und wir sprechen hier aus Erfahrung. Also: Leben und leben lassen.
Original auf FB, via Arne
Man-o-meter. Deswegen...
Bild könnte enthalten: eine oder          mehrere Personen und Nahaufnahme
...der maximale Mega - Spuk. Was machen die, wenn sie mal ohne Vorwarnung einen Zappa- Text zu hören kriegen? Oder was wirklich Schlimmes erleben müssen?



Außerdem thematisch passende Einlassung im Focus.
Galt einst Ferdinand Lassalles aufklärerische Parole „Sagen, was ist!", so herrscht nun das Dogma des vorauseilenden Euphemismus, der die perfekte Welt von morgen antizipiert. Aldous Huxleys "Schöne neue Welt" lässt grüßen.
Und Irritation bei Fefe in ähnlichem Zusammenhang:
Äh … wieso nimmt die dann überhaupt irgendwer ernst? Ich schlage vor, einfach nicht mehr über die zu berichten.
Jein. Einerseits: "Keine Plattform" (wir erinnern uns...), andererseits:

Diese Psychopolitik ist kreuzgefährlich und das sind nicht nur ein paar harmlose Spinner. Das muß man wissen. Die haben den Durchmarsch durch Medien, Politik, Verwaltung, Justiz schon geschafft. Weltveränderung als Selbsttherapie, Seelenheil durch Furor, Größenwahn als Pille gegen die Sinnlosigkeit der eigenen Existenz...

Wer verhindern will, daß das Pendel in die ganz finstere andere Richtung überschwingt, muß diesen Leuten entgegentreten.

06.08.2019

Klima- und Energiediskussion

... mit Kritik an der dysfunktionalen deutschen Energiewende taten sich bislang nur die „Exe" hervor: Ex-Politiker, Ex-Abgeordnete, Ex-Manager, Ex-Professoren. Durchschnittsalter: 70 Jahre. Dagegen hatten die Ja-Sager und Glaubensstarken stets das Argumentum ad hominem parat, es handle sich hier um die irrelevante Meinung von Ewiggestrigen, die sich in der neuen Energiewelt eben nicht zurechtfänden. ...

Böse Zungen meinen, Exe hätten keinen Job mehr zu verlieren.

Nun haben die Physiker Dirk Dubbers, Johanna Stachel und Ulrich Uwer (Physikalisches Institut der Universität Heidelberg) den Mund aufgenacht. Sie beschreiben unter dem Titel „Energiewende: Fakten, Missverständnisse, Lösungen – ein Kommentar aus der Physik" die Energiewende als das, was sie ist: Ein Projekt mit schöngerechneten Zahlen und gern geglaubten Illusionen, das seine selbstgesetzten Ziele im Klimaschutz nicht erreicht.

Wir erinnern uns: die Kohlekommission hat seitenlang über Geld geschrieben und kein Sterbenswörtchen über technische Fragen.

Es gibt durchaus konstruktive Vorschläge, aber die wollen maßgebliche Leute nicht hören.

31.07.2019

Aha?

Das würde mich ja mal SEHR interessieren, worum GENAU es geht:

""Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit in den Geistes- und
Sozialwissenschaften jetzt verstärkt wird", erklärte die Ministerin
damals.

Doch wie ihr Haus nun einräumen muss, wird daraus erst mal nichts: "Aus
inhaltlichen und strukturellen Gründen" habe sich ein Gutachtergremium
im Frühjahr einstimmig gegen eine Förderung ausgesprochen."

Muß ich jetzt nix zu sagen, ihr wißt, was ich meine.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/china-geht-gegen-deutsche-forscher-vor-politiker-in-berlin-empoert-a-1279526.html

29.07.2019

Der Wald

Gestern bin ich über Land gefahren und habs gesehen... das sah
stellenweise schlimm aus:

https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-07/trockenheit-duerre-waelder-baeume-forstwissenschaft-joerg-ewald/komplettansicht

Hmmm

Das scheint jetzt üblich zu sein, daß man erst mal so lesen kann, und
der Artikel dann hinter einer Paywall verschwindet.

28.07.2019

Da müssen DIE was machen!

So was Ähnliches hatte ich von Erwin Pelzig schon mal gehört, sinngemäß: ich habe keine Lust, dauernd an meine Verantwortung als Konsument erinnert zu werden, da muß doch jemand anderes zuständig sein.

Hier taucht das Motiv wieder auf:

Der Soziologe Norbert Elias machte einst eine interessante Beobachtung über die 68er Proteste. Er fragte sich, woher diese Unduldsamkeit einer Generation kommt, die doch als erste nicht im Krieg, sondern im Frieden aufwachsen konnte. Und er stellte fest, das die Protestierenden aus einem Milieu kommen, wo das kindliche Wollen stark beachtet wurde. Pointiert sprach er von einem Protest verwöhnter Kinder, die bemerken, dass die Realität nicht so lieb ist wie Mami und Papi.

Die Heranwachsenden zogen daraus aber nicht den Schluss, dass nach der Kindheit nun eine Phase beginnt, die man Erwachsenwerden nennen könnte, sondern machten für ihre Enttäuschung die Realität selbst verantwortlich.

...

Was würde passieren, wenn alle, die bei FfF mitmachen, eine Selbstverpflichtung unterschreiben? Wir verzichten auf Flugreisen und reduzieren unseren Kleidungs- und Unterhaltungskonsum um die Hälfte.

Wenn nur eine Millionen junger und nicht mehr junger Menschen diese zwei Punkte unterschriebe, hätte der Protest ein neues Gewicht bekommen. Sie hätten sich selber investiert und damit ihre Rolle des unschuldigen Kindes verlassen. Dann könnten sie mit Stolz sagen, ihr braucht für eure Gesetze zu lange, wir fangen schon mal da an, wo alles ganz schnell gehen kann. Wir verändern unser Konsumverhalten. Der Panik der Fluggesellschaften und Konsumtempel wären sie sich augenblicklich sicher.

Leider geht Gretas Argumentation immer weiter in die andere Richtung. Bei ihrer kurzen Rede während ihres Berliner Auftritts Mitte Juli beruhigte sie alle Jugendlichen: „Ihr müsst kein schlechtes Gewissen haben, wenn ihr nicht genug für die Umwelt tut. Ihr habt keine Verantwortung. Die liegt allein bei den Mächtigen." An dieser Stelle der Rede verstand ich die Ursache meines Unbehagens.

In Gänze lesenswerter Text von Bernd Stegemann.

Ich bin ja immer wieder erschüttert, wie wenige Mitmenschen in der Lage sind, aus sich selbst herauszutreten und sich die Gesamtsituation von der Seite aus anzusehen. Natürlich bin ich Teil des Problems!

Apropos Erwin Pelzig: In der letzten "Anstalt" sagte er sinngemäß: Wäre ich ein Nazi, würde ich mich zurücklehnen und zugucken, wie sich die demokratische Gesellschaft selbst demontiert. Ja, genau! Und weil ich keiner bin, rege ich mich auf über die neunmalklugen Schlaumeier, die gerade alles an die Wand fahren!

25.07.2019

Weiß ich jetzt nicht...

... Herr P. hat mir gestern einige Dinge aus der Praxis erzählt, die mich betrübt haben (Stadt- Land- Konflikt und verwandte Themen)... kann ich nicht nachprüfen. Das hier auch nicht: Es paßt ins "Narrativ", die Qualitätspresse klimpert sich die Tasten heiß, es rauscht durch die "Netzwerke", nur... es ist wohl wieder mal nicht korrekt.
N-tv und andere illustrierten ihre Meldungen mit dem Foto eines von hinten aufgenommenen Polizisten, der vor einem der Kindergärten steht. Das scheint die Geschichte zu belegen. Nur: Nichts davon stimmt.

„Es ist nicht richtig, dass es dort Polizeischutz gibt oder gab", teilt Leipzigs Polizei mit. Das heißt: Kein Redakteur, der die Geschichte vom „Polizeischutz" textete, hatte sich die Mühe gemacht, bei der Leipziger Polizei oder den Kindergärten deswegen nachzufragen.
Wie gesagt, weiß ich nicht.


P.S.: Siehe auch hier.