22.05.2019

Autodestruktion als intellektueller Zeitvertreib

Der alte weiße Mann, wieder mal.

Egal, ob er am Baikalsee, auf den Färöern oder in Whitehorse am Yukon lebt. Ein monolithisches Konzept, das unterstellt, dass alle weißen Männer gleich ticken und geistig auf dem Stand von vor 500 Jahren hängen geblieben sind, während der Rest der Spezies rasante Fortschritte gemacht hat. Meine subjektive, aber immerhin auf fünf Kontinenten gesammelte Erfahrung dagegen ist, dass die Internationale der Schwachköpfe quer durch alle Rassen, Religionen und Geschlechter geht. Wenn irgendetwas global gerecht verteilt ist, so menschliche Dummheit. ...

Dekonstruktivismus begeistert alle, die in der Postmoderne das verdiente Ende der europäischen Geschichte sehen. Ich halte es eher für fortgeschrittene Phantasielosigkeit. Wer sich das Ausmaß der Zerstörung, die er anrichtet, gar nicht mehr vorzustellen vermag, den treibt kindliche Neugierde. Die Lust am Kaputtmachen. Darin sieht er Befreiung. Doch wer ahnt, wie sich das Grauen anfühlt, das jenseits der Schwelle liegt, wie es schmeckt und riecht, den packt der Horror.

Wir hacken erst mal alles klein, und dann wird alles gut. Irgendwie.

Korrigieren Sie mich...

...aber verwechselt hier jemand relative und absolute Wahrscheinlichkeit?
Würden diese Ladepunkte tatsächlich alle zur gleichen Zeit genutzt, ginge das Netz auch ohne Zweifel in die Knie. Aber: "Je höher die Anzahl die Fahrzeuge ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die alle gleichzeitig ankommen und laden", sagt König. "Es werden nie mehr als vier von zehn Fahrzeugen gleichzeitig die elf Kilowatt abrufen." Das zeigten entsprechende Versuche und Berechnungen.
Je mehr Fahrzeuge absolut ankommen, desto weniger müssen relativ laden. Super! Erschütternd ist, daß für die Logik jemand auch noch bezahlt wird. Aus der Politik hätten wir ja nichts Besseres erwartet, aber aus der Branche? Wir sind verloren.

21.05.2019

Ketamin

Aha? Das Zeugs kenn ich nur vom Hörensagen:

20.05.2019

Fusion Festival

Wie bitte?

Sogar Unterstützung der Bundeswehr hat die Polizei angefordert. Die Armee soll offenbar eine Zufahrt zur Polizeiwache auf dem Gelände aufbauen. ...
Erst unter dem Druck eines handfesten Skandals und schwerer Vorwürfe bläst der Polizeipräsident jetzt offenbar zum Rückzug...

Durch die Recherche von Zeit Online kam außerdem heraus, dass das Polizeipräsidium Neubrandenburg bei der Polizeihochschule an der FH Güstrow eine Bachelorarbeit zum Thema Fusion-Festival anregte. In diesem Zusammenhang gab die Polizei das Sicherheitskonzept des Festivals samt personenbezogenen Daten wie Namen und Telefonnummern von Mitarbeitern des Kulturkosmos ungeschwärzt weiter – an einen ehemaligen AfD-Politiker.

Pikanterweise ist der die Arbeit betreuende Polizeidozent Ulf-Theodor Claassen nicht nur ein ehemaliger AfD-Mann, sondern auch ein verurteilter rechter Gewalttäter.
Boah, ist das übel.

19.05.2019

Lacher des Tages

"Aus Symmetriegründen!" erschien uns damals im Physikstudium auch immer so superplausibel. Irgendwann fingen wir an, vollkommen unsinnige und unerwartete Dinge zu tun, und riefen dazu "Aus Symmetriegründen!" :D

Hähää.

18.05.2019

Atomkraft? Ja, möglicherweise.

Was das taugt, kann ich nicht einschätzen, aber es klingt auf jeden Fall interessant: Der Dual- Fluid- Reaktor

Siehe auch hier.

Schade, daß hierzulande die Antiatomhysteriker alles, auch die hoffnungsvollen Projekte, pauschal verhindern. Wer dermaßen mit Schaum vor dem Mund (inklusive Verschwörungstheorien!) drauflosholzt, hat offenbar kein Interesse an Fakten.

Der Fall zeigt, wie gefährlich...

... Vorurteile in der Medizin sein können.

Nein. Schwachsinn. Der Fall zeigt, wie gefährlich postmoderne Klassifikation sein kann.

Als die Ärzte endlich erkennen, dass der Mann schwanger ist, stufen sie ihn sofort als Notfall ein und ziehen Gynäkologen hinzu. ...

Die medizinische Ausbildung sollte sich auch mit Transgender-Patienten auseinandersetzen, fordern die Ärzte. "Der Patient wurde richtig als Mann eingestuft", sagt Stroumsa. "Doch die Klassifikation hat den Blick für seine tatsächlichen medizinischen Bedürfnisse versperrt."

Ronald S. Sullivan

Das scrollte schon mal kurz bei Fefe vorbei, jetzt hier ein etwas ausführlicherer Kommentar:

„Nieder mit Sullivan", stand auf einer Eingangstür, an anderer Stelle fanden sich die Sprüche „Unser Zorn ist Selbstverteidigung" und „Dein Schweigen ist Gewalt", schließlich die Frage: „Auf welcher Seite stehst du?"

Sag mir, wo du stehst: Das ist die alte Leitfrage aller Bürgerkriege. ...

...was das Wesen des Anwaltsberufs ist: Er ist die fleischgewordene Unschuldsvermutung, die vor der Feststellung der Schuld für jeden Menschen gilt, ob er nun Mitleid oder Abscheu auslöst, ganz oben oder ganz unten steht.

Ausgerechnet in Harvard dreht sich dieses elementare Rechtsverhältnis jetzt auf perverse Weise um: Verkörperte der Anwalt bislang die potenzielle Unschuld eines jeden Delinquenten, so färbt jetzt die unterstellte Schuld des Angeklagten auf seinen Rechtsbeistand ab. Er darf seinen schmutzigen Job wohl machen, einer muss es ja tun – doch in der guten Gesellschaft, durch das Wohnheim auf einem amerikanischen Campus im Kleinen repräsentiert, ist er zu ächten, fast wie ein Totengräber, dem man nicht die Hand gibt...

Ist es inzwischen ein selbst für angehende Juristen unzumutbares Trauma, der Tatsache ins Auge zu sehen, dass das Recht für alle gilt?...

Wenn selbst zukünftige Harvard- Juristen sich als femistalinistischer Haßmob gerieren, dann - - - wow - - - ich meine, hey, das ist - - - puh.

17.05.2019

Vor 2 x 25 Jahren

17. Mai: Im Rahmen der sowjetischen Venera-Missionen erreicht die Landesonde Venera 6 den Planeten Venus. Sie sendet 51 Minuten lang Daten, ehe sie der Atmosphärendruck zerstört.

Das ist manchmal wichtig und meistens spannend, sich so ein paar Zeiträume / Relationen mal vor Augen zu führen.

1969 war von 1994 so weit weg wie 1994 von heute ist.

Ähhhh, wie?!? '94 war doch erst gestern!?!

16.05.2019

Zyklen

Diesmal: Nährstoffe - Sauerstoff.

Umgekehrt lieferten die Kontinente zahlreiche Nährstoffe in den Nordatlantik, der ein äußerst fruchtbares Meer war – dafür war seine Sauerstoffversorgung prekär, denn das reiche Leben verbrauchte viel von dem Gas, und von außen strömte nur wenig nach. Mit dem sauerstoffreichen Panthalassa entwickelte sich nun ein Wechselspiel, berichtet das Team von GEOMAR: Erhielt der Atlantik genug Sauerstoff von Panthalassa, enthielten seine oberen Schichten viel gelöstes Eisen aus den Ablagerungen am Meeresboden, das durch die umgebenden Flachwasserbereiche in den Panthalassa strömte. Eisen wiederum ist bis heute der knappste Nährstoff im Meer, und die gute Versorgung ließ auch im Panthalassa das Leben blühen. Das aber verbrauchte jenen Sauerstoff, der zuvor in den Nordatlantik geströmt war – und aus eigener Schuld von dem Gas abgeschnitten, kippte das Meer in seinen zweiten Zustand: Es wurde anoxisch.

Das wiederum hatte Auswirkungen auf das Leben in Panthalassa – denn nun blieb das Eisen im unteren Meeresbereich des Nordatlantiks gefangen und verband sich mit Schwefel. Die Produktivität im Weltmeer nahm ab. Damit gelangte aber nach und nach auch wieder mehr Sauerstoff in den Nordatlantik, und der Zyklus begann erneut.

Vielleicht ist das ja das Eine Große Naturgesetz: Es geht mal rum, es geht mal num, und wieder und wieder.

11.05.2019

Die Illustration...

... zum Poststrukturalismuspost:

10.05.2019

Mit der Machete in der Hand kann man Feinde verjagen. Aber keine Verbündeten gewinnen.

Peter Unfried in der TAZ über Anton Hofreiter:

Man könnte dann reflektiert die Stichworte „Spannungsfeld", „Ambivalenz " und „Dilemmata" in die Diskussion werfen. ...

Hofreiter kann kein Spannungsfeld erkennen. Er kann oder will nicht reflektieren, dass der Journalist die offensichtlichen Widersprüche einer gut gemeinten „linksliberalen" Haltung thematisieren will. Also bleibt er barsch beim Tenor: Das Gute ist moralisch gerechtfertigt. Was gut ist, entscheiden wir. Liberal ist, wenn die anderen das einsehen. Selbstreflexion ist nicht vorgesehen. Humorlosigkeit ist Pflicht.

Versenkt.

09.05.2019

Was ist der Unterschied zwischen dem Bier und dir?

Das Bier bleibt stehen, du kommst mit.

Die Geschichte hat mich jetzt ganz schön mitgenommen, nicht wegen Fefes Money Quote, sondern wegen des Anfangs:

13jähriger lacht über einen Insiderwitz, wird von dritter Person belauscht und angezeigt und findet sich in der Sorte von Prozeß wieder, bei der kein Freispruch vorgesehen ist.

Eines Morgens ... erwähnte ein männlicher Freund von Sam ein Mem, dessen suggestiver Name ein Insider-Witz zwischen den beiden war. Sam lachte. Ein Mädchen am Tisch hörte ihr Privatgespräch zufällig, interpretierte es als sexuellen Hinweis und berichtete es als sexuelle Belästigung. Sams Betreuer zog ihn aus seiner nächsten Klasse und beschuldigte ihn, "das Gesetz zu brechen". Bald darauf war er im Büro eines männlichen Verwalters, der ihn darüber informierte, dass der Austausch "illegal" sei, deutete an, dass die Polizei kommen würde, und brachte ihn in die Obhut des Ressourcenoffiziers der Schule. Auf Anweisung des Verwalters führte dieser Mann Sam in einen leeren Raum, reichte ihm ein leeres Blatt Papier und wies ihn an, ein "Schuldbekenntnis" zu schreiben, niemand rief mich an, als sich dieses entfaltete, obwohl Sam etwa sechs Stunden lang am Stück schrie, als ihn die Mitarbeiter in leeren Büros parkten, um ihn von anderen Studenten fernzuhalten. Als er an diesem Nachmittag aus dem Bus stieg und ich fragte, warum seine Augen so geschwollen seien, teilte er mir mit, dass er wahrscheinlich suspendiert, aber möglicherweise auch verwiesen und verhaftet werden würde: Wenn Kafka heute Mittelschüler wäre, wäre dies der Albtraumroman, den er geschrieben hätte.    Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator

Der Rest ist ja wohl ein klein bissel folgerichtig, nee? Der 13jährige driftet richtig weit ab. Immerhin hat der Bericht ein Happy End.

Ich saß mal im Stasi- Verhör, und die fingen an mit - - - daß ich über einen gewissen Witz besonders laut gelacht hätte. Jetzt bin ich ziemlich froh, daß mich derartiges damals nur unter das Dach der Kirche getrieben hat.

Satz aus der Zukunft

"Wir haben die Erfahrungskette unterbrochen, die so wichtig ist für die technologische Evolution.

Tja.

07.05.2019

Im Zweifel für den Zweifel

"Immanuel Kant ist – was häufig verkannt wird – der Philosoph des Zweifels. Kants Moral- und Rechtsphilosophie beruht auf zwei Grundannahmen. Die erste Grundannahme besteht darin, dass ein Gottesbezug zur Begründung von Moral nicht erforderlich sei: Der Mensch benötigt nach Kant keinen Gott, um moralisch zu sein.

Die zweite Grundannahme besteht in der Notwendigkeit des Zweifels: Wir wissen nach Kant weder genau, was moralisch richtig ist, noch wissen wir jemals mit hinreichender Sicherheit, ob wir selbst tatsächlich gerade moralisch handeln oder nicht. Beide Grundannahmen Kants sind Annahmen, die auch heute noch von überragender Bedeutung sein sollten."

05.05.2019

Ach du dickes Ding.


" Laut der Bonner Behörde steigt der Bedarf an Reservekraftwerken bis zum Winter 2022/2023 auf den Rekordwert von 10.647 Megawatt. Damit muss eine Erzeugungskapazität, die umgerechnet der von zehn Atomkraftwerken entspricht, nur zum Zwecke der Stromnetzstabilisierung in Betrieb gehalten werden."

"Der Kohleausstieg ist da noch gar nicht eingepreist."

#Wirklichkeitshärtung

Mist.

Von wegen "keine echte Relevanz" muß ich wohl umdenken. In Kombination mit Gewaltaffinität ist die Anzahl schon 'ne Hausnummer.

Mehr als jeder zweite Rechtsextremist in Deutschland ist laut Angaben der Bundesregierung gewaltorientiert: Insgesamt waren es 2017 12.700 von 24.000 Personen, so das Bundesinnenministerium in seiner Antwort auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet.

04.05.2019

Lacher des Tages

Kann ich mangels Plus- Abo nicht lesen...

... klingt aber einleuchtend.
  • Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt
  • Geld kommt überreichlich von Papa
  • Regeln gelten nur für andere
  • Mir kann keiner was
Das ist nicht nur die Blaupause für Trump, das ist die Blaupause für viele, viele, viele Zeitgenossen, die natürlich die Ähnlichkeit mit erstgenanntem vehement bestreiten würden...

03.05.2019

Furbish Lousewart V.

Seine These war simpel: Alles was die Wissenschaft macht, ist falsch. Wissenschaftler sind böse Menschen. Wir müssen zu einer einfachen, natürlichen Lebensweise zurückfinden. Die Botschaft war für diese Zeit wie geschaffen... Es tat nichts zur Sache, daß die Gelehrten darauf hinwiesen, daß Lousewarts Argumente nicht nur unlogisch, sondern auch zusammenhanglos waren (seine Schüler verachteten Logik und Zusammenhang aus Prinzip). Und es spielte nicht mal eine Rolle, daß er die Unverfrorenheit besaß, die meisten seiner Beobachtungen schamlos aus Roszaks Wo die Wüste aufhört und von Dänikens Gold der Götter zu klauen. Es war eine Verpackung, deren Markt garantiert war. ...

Offiziell wurde Lousewarts Philosophie von Askese, Mittelaltertum und Verzweiflung die Revolution der Gedämpften Erwartungen genannt. ...

RAW, Schrödingers Katze / Das Universum nebenan, S. 65

Eschatologie

Fällt mir in letzterem Zusammenhang wieder ein:

Im späten dritten Jahrhundert setzte sich der neuplatonische Philosoph Alexander von Lykonpolis kritisch mit dem Manichäismus auseinander. Er hielt ihn für die extremste der pervertierten Varianten des Christentums, die von Sektengründern eingeführt worden seien. Es handle sich um eine irrationale Lehre, die Behauptungen aufstelle, ohne sie plausibel machen zu können. Die Manichäer seien ungebildete, zu logischem Denken unfähige Menschen; ihre Kosmologie und Kosmogonie sei wirr und phantastisch.

...

In der Gegenwart wird der Begriff verwendet, um Ideologien zu kennzeichnen, die die Welt ohne Zwischentöne in Gut und Böse einteilen, wobei sie den Feind zum existenziell bedrohlichen, wesenhaft Bösen stilisieren. Dem liegt zumeist ein eschatologischer Zug zugrunde.

Na ja. Dann kann man sich ja noch die "Heilsgeschichte" zu Gemüte führen und dann sollten keine weiteren Fragen offen sein.

Ultraharter Gut- Böse- Dualismus plus Esoterik. Ist scheinbar nicht totzukriegen.

Das ist nicht nur falsch, das ist...

...offenbar absichtlich verkehrt...
Wen genau wir für schuldig befinden und in Stücke hacken werden, entscheiden wir nach Tageslage, jede Woche neu:

„Er sagt, wir Menschen wären diejenigen, die es uns eingebrockt haben, aber das ist nicht wahr. Ich bin ein Mensch, und ich habe uns nichts eingebrockt. Beata hat uns auch nichts eingebrockt und du oder Papa auch nicht.", „Nein, du hast recht.", „Er sagt das nur, damit wir so weitermachen wie immer, denn wenn alle schuld sind, ist niemand schuld. Aber irgendjemand muss schuld sein, also stimmt es nicht, was er sagt. Es gibt doch nur ein paar hundert Firmen, die für den gesamten CO2-Ausstoß stehen. Und es gibt nur sehr wenige extrem reiche Männer, die Tausende Milliarden dadurch verdient haben, den ganzen Planeten zu zerstören, obwohl ihnen die Risiken bekannt waren. Also lügt der Ministerpräsident, genau wie alle anderen." Greta seufzt.

„Nicht alle haben es uns eingebrockt, sondern nur ein paar wenige, und um den Planeten zu retten, müssen wir den Kampf gegen sie und ihre Firmen und ihr Geld aufnehmen und sie zur Verantwortung ziehen."

Das ist jetzt auch egal. Da hat jemand im Hintergrund was Größeres vor.

02.05.2019

Scheiß'n Dreck!

Boah, übel! Das ist ein klarer Fall von nicht hinnehmbar und nicht kleinzureden:
In Zusammenschau mit den Fahnen, die links und rechts des Zuges geschwenkt wurden, sowie dem Aufdruck auf den beigen Oberteilen wäre diese Annahme vertretbar gewesen. „National revolutionär sozialistisch" stand auf den T-Shirts. Das erinnert nach seiner Einschätzung an Forderungen der Nationalsozialisten.
P.S.: Ich neige ja zugegebenermaßen zum "kleinreden", weil: die sind isoliert. Das sind ein paar Tausend Hanseln ohne breiten Rückhalt. Die sind weit davon entfernt, echte Relevanz zu bekommen. Aus DEM Grund sehe ich die aktuell als die im Vergleich zu den Neostalinisten kleinere Gefahr an.

30.04.2019

Farce in drei Akten

So, jetzt aber letztes Update dazu. Wirklich.

Am Ende können sich alle in ihren Vorurteilen bestätigt sehen. Und niemand ist schlauer geworden. Blöd gelaufen. Blöder ist nur, dass es zu oft so läuft.

Warum, zur Hölle?

Nun, da ist zum Einen der ehrliche Glaube, wir seien rundum von Neonazis umgeben, den man haben kann, wenn man gedanklich noch in den 90er Jahren feststeckt, zum Anderen das finanzielle Interesse - "Irgendwas gegen rechts" ist eine Multimillionen- Industrie.
"Es ist doch erstaunlich, wie sehr Politik und manche Medien anscheinend ein krisenhaftes Bild unserer Gesellschaft brauchen, um ihre Daseinsberechtigung zu legitimieren." (Siegmar Gabriel)
Auf einen ganz miesen Nebenaspekt macht jetzt Lucas Schoppe mit einem ausführlichen Text aufmerksam:

Die Ergebnisse der vieldiskutierten Mitte-Studie aus der sozialdemokratischen Friedrich-Ebert-Stiftung sind fast durchgängig nicht schlüssig. Das ist nicht nur wissenschaftlich, sondern auch politisch fatal – denn die Studie bestätigt Rechtsradikale öffentlich in ihrem fantasierten Selbstbild, Sprachrohre eine schweigenden Bevölkerungsmehrheit zu sein.
Tolle Wurst. Ich hab das bisher unter dem Aspekt betrachtet: Was richtet dieses postmodern - pseudolinke Lügendauerfeuer bei der Mitte an? Küchenpsychologisch, wissenschon. So gesehen, ist das noch mal zusätzlich ärgerlich.
Ich will weder linke Spinner noch rechte Idioten als mein Sprachrohr!

28.04.2019

Wieder Spuk um eine Konferenz

UPDATE: Na gucke! Das scheint gerade der erste derartige Fall zu werden, in dem die "Aktivisten" mal richtig Gegenwind kriegen. Sogar vom AStA! Halt die Esse fest.

Universität stellt sich hinter Schröter

"Das Präsidium ist keine Diskurspolizei", schreibt Wolff. "Auch Versuche mancher Kreise, sich selbst zur 'Diskurspolizei' zu ernennen, weisen wir mit größtem Nachdruck zurück." Social-Media-Plattformen stünden jeder Gruppe zur freien Meinungsäußerung zur Verfügung, Äußerungen wie "schroeter_raus" hätten hingegen nichts mit einem wissenschaftlichen oder demokratischen Diskurs zu tun und seien "unwürdig". Auch der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) distanzierte sich laut "Faz" und "Welt" von der Aktion.

Zur Zeit ist unklar, wer für die Proteste verantwortlich ist. Das Büro der Wissenschaftlerin ist momentan auf der Suche nach den Urhebern. "Wir wissen nicht, wer dahintersteckt", sagte Büroleiter und Forschungskoordinator Oliver Bertrand. Man gehe aber davon aus, dass es Studierende der Uni Frankfurt seien. Die kritisierte Veranstaltung unter der Schirmherrschaft der hessischen Landesregierung werde auf alle Fälle stattfinden.


******************

Noch so ein Fall, bei dem man sich besser nicht aus der Deckung wagt:

Offizielle Stellen halten sich mit Positionierungen zurück. Schirmherr der FFGI-Veranstaltung ist das grün geführte Sozialministerium. Auf hr-Anfrage heißt es dort: "Gerade die argumentative Auseinandersetzung an Universitäten und Hochschulen bereichert den gesellschaftlichen Diskurs. Es ist interessant zu beobachten, wie seitens der Veranstaltungsgegner 'argumentiert' wird. Aber auch hier gilt die freie Meinungsäußerung."

Im gleichfalls grün geführten Wissenschaftsministerium scheut man eine konkrete Bewertung ebenfalls. Allgemein heißt es auf Anfrage, es sei "zu begrüßen, wenn gesellschaftspolitische Fragen wie die Einordnung und Bewertung des islamischen Kopftuches an den Hochschulen unter Berücksichtigung der verschiedenen Positionen und aus Sicht verschiedener Wissenschaftsdisziplinen diskutiert werden. Freie Wissenschaft braucht einen offenen Diskurs." Auf Nachfrage erläutert ein Sprecher, das Wort "begrüßen" beziehe sich ausdrücklich auf die FFGI-Konferenz - nicht auf die Kampagne.

Auch hier. So so.

Deshalb ist es besonders beschämend, dass junge Menschen mit und ohne Kopftuch, die studieren, ein so enges Weltbild haben, dass sie tatsächlich nicht nur fordern, dass eine kritische und wissenschaftliche Veranstaltung abgesagt wird, sondern auch unter dem Hashtag „#schroeter_raus" ein Berufsverbot für Professorin Schröter fordern.

Ihr und einigen Teilnehmerinnen antimuslimischen Rassismus zu unterstellen – ganz ehrlich, da fehlen mir die Worte.

...aus wissenschaftlichen Gründen

"Sie haben gerade das Gegenteil dessen erzählt, was die Fakten hergeben!"

"Ja, aus wissenschaftlichen Gründen!"

Kleber hakte nach: „Können die nicht empört sein, wenn sie von Ihnen in eine Ecke gestellt werden, in der sie sich selbst gar nicht sehen?" Die Psychologin erklärte, das sei nicht das Ziel der Studie. Man wolle vielmehr die Gesellschaft und jeden Einzelnen dazu anregen, über die eigenen Einstellungen nachzudenken.

Hätte die Dame auch nur für einen Groschen Ahnung von Psychologie, wüßte sie, was es anrichtet, wenn jemandem das Wort im Munde rumgedreht wird.

Siehe auch den Kommentar von Jens Berger.

27.04.2019

Zinsen, wieder mal

Ah, ja. Der Autor weiß, wovon er schreibt: https://heise.de/-4399964

Eine Frage des richtigen Maßes... das erinnert mich an eine ähnliche Sache: Totale Konkurrenz ist unmenschlich, die völlige Abwesenheit von Wettbewerb funktioniert ebenfalls nicht.

26.04.2019

Aber WIE ist das möglich?

Daß es das gibt, wußte ich, aber das wie sprengt meine Vorstellungskraft, mal von der Evolution her gedacht.

Neuroparasiten haben ihre Opfer perfekt unter Kontrolle. Unter ihrem Einfluss machen Tiere die seltsamsten Dinge: Sie lassen sich scheinbar willenlos versklaven, kümmern sich um fremden Nachwuchs oder begehen sogar Suizid. Wie gelingt den Parasiten diese Fremdsteuerung ihrer Wirte? Und ist auch der Mensch anfällig für solche Manipulationen?

Der Parasitismus ist ein Phänomen, das vermutlich fast so alt ist wie das Leben selbst. Schätzungen zufolge leben bis zu 60 Prozent aller Organismen auf unserem Planeten parasitär – also auf Kosten anderer. Eine besonders gewiefte Form dieser Überlebensstrategie ist der Neuroparasitismus, auch Psychoparasitismus genannt.

Solche Schmarotzer können das Verhalten und die Psyche ihrer Opfer zu ihrem eigenen Vorteil manipulieren. Forscher entdecken immer mehr Arten, die diese Kunst im Laufe der Evolution perfektioniert haben – ob Wespen, die Schaben willenlos machen, Pilze, die Ameisen fremdsteuern oder Krankheitserreger, die Mäuse in das Maul von Katzen treiben. Sogar der Mensch kann Opfer von Neuroparasiten werden, wie sich zunehmend zeigt.

Ein Ausflug in die Welt von Winzlingen mit unheimlicher Macht.