13.12.2017

Blauvogel

Mein erstes Kinderbuch war "Blauvogel". Hab ich bestimmt fünf Mal gelesen mit 7..8 Jahren.

Ein weißer Junge wird Mitte des 18. Jhd. von den Irokesen entführt und wächst unter ihnen auf. Im Verlauf der Geschichte erkennt er immer klarer, daß die Welt der Indianer die des Wissens um das Wahre Leben ist und das Leben der Weißen am Ende gar nicht mehr auf ihn paßt.

Hat mich tief geprägt damals, und ich habe das Gefühl, damit bin ich nicht der Einzige.

Und wenn man so durch die Geschichte guckt, der zugrundeliegende Mythos (neudeutsch: Narrativ) ist ja durchaus zutreffend. Selbst wenn man unzulässige Romantisierungen wegläßt, Fakt ist: die Europäer waren jahrhundertelang Weltmeister im Exportieren ihrer Probleme. Es gab Zeiten, in denen war Europa knapp am Rand der Unbewohnbarkeit. (Abholzung, Umweltverschmutzung.) Und sie waren natürlich Weltmeister im Anwenden exzessiver Gewalt.

Für den Rest der Welt wäre es besser gewesen, die Europäer wären ausgestorben und Christoph Kolumbus wäre nicht losgesegelt. Das mag ja stimmen! Aber das hilft uns gerade nicht weiter!

Eine schlechte Geschichte umzudrehen, bewirkt nur eine anders schlechte Geschichte.

Nur, um es diesmal richtig zu machen, auf alles zu verzichten, was wie Kulturimperialismus aussehen könnte, und am Ende den Laizismus aufzugeben, das kann nicht die Antwort sein! (Das ist die wohlwollende Interpretation.)

Die weniger wohlwollende: "Um den Dummen Bösen Weißen Mann loszuwerden, lassen wir uns auf alles ein."

Die Quelle fand ich nicht so wirklich zitierfähig, und den Kommentar zu zynisch, aber weil das im letzten Beitrag auftauchte... es fällt immer schwerer, das unter den Teppich zu kehren:

Jahrelang haben linke Feministinnen die schwedische Gesellschaft umgekrempelt, um sie auf Migration abzurichten. Weil sie dachten, dass sie damit endlich das Böse los würden, was, wie die Gender Studies lehren, sich allein im weißen Manne manifestiere. Man dachte, man würde das alles los, indem man den weißen Mann einfach verdünne, substituiere, ersetze.

Stellt sich raus: falsch gedacht.

"... In diesen Vororten regieren mittlerweile muslimische Zuwanderer aus dem Nahen Osten und Afrika. Dort sind Feministinnen unerwünscht. Denn sie üben einen schlechten Einfluss auf die muslimischen Frauen aus.

Jahrelang kämpften sie für den Zuzug und die Rechte von MigrantInnen, wiesen Kritik am immer radikaleren Islam als Rassismus und Islamophobie zurück und waren überzeugt, Menschen mit völlig anderen Lebensweisen in die westliche Welt „hineinstreicheln" zu können.

Frauenrechtlerinnen sind jetzt in dieser Gegend unerwünscht. Selbsternannte „Moralpolizisten" patrouillieren in den Straßen und kontrollieren das Benehmen der Frauen in der Öffentlichkeit. „Es hieß, dass wir den Frauen die Schleier wegnehmen wollen und wir keine anständigen Personen seien", erzählte sie. Die Stimmung heizte sich auf. „Man sagte mir, ich solle auf mich aufpassen". Sie fühlte sich nicht mehr sicher."

Jetzt sind die Feministinnen auf der Flucht und wollen nichts wie weg.

Ich empfinde ausdrücklich keine Schadenfreude... ich finde das beängstigend. Und damit bin ich jetzt wohl islamophob (?)