22.05.2019

Autodestruktion als intellektueller Zeitvertreib

Der alte weiße Mann, wieder mal.

Egal, ob er am Baikalsee, auf den Färöern oder in Whitehorse am Yukon lebt. Ein monolithisches Konzept, das unterstellt, dass alle weißen Männer gleich ticken und geistig auf dem Stand von vor 500 Jahren hängen geblieben sind, während der Rest der Spezies rasante Fortschritte gemacht hat. Meine subjektive, aber immerhin auf fünf Kontinenten gesammelte Erfahrung dagegen ist, dass die Internationale der Schwachköpfe quer durch alle Rassen, Religionen und Geschlechter geht. Wenn irgendetwas global gerecht verteilt ist, so menschliche Dummheit. ...

Dekonstruktivismus begeistert alle, die in der Postmoderne das verdiente Ende der europäischen Geschichte sehen. Ich halte es eher für fortgeschrittene Phantasielosigkeit. Wer sich das Ausmaß der Zerstörung, die er anrichtet, gar nicht mehr vorzustellen vermag, den treibt kindliche Neugierde. Die Lust am Kaputtmachen. Darin sieht er Befreiung. Doch wer ahnt, wie sich das Grauen anfühlt, das jenseits der Schwelle liegt, wie es schmeckt und riecht, den packt der Horror.

Wir hacken erst mal alles klein, und dann wird alles gut. Irgendwie.