18.05.2019

Ronald S. Sullivan

Das scrollte schon mal kurz bei Fefe vorbei, jetzt hier ein etwas ausführlicherer Kommentar:

„Nieder mit Sullivan", stand auf einer Eingangstür, an anderer Stelle fanden sich die Sprüche „Unser Zorn ist Selbstverteidigung" und „Dein Schweigen ist Gewalt", schließlich die Frage: „Auf welcher Seite stehst du?"

Sag mir, wo du stehst: Das ist die alte Leitfrage aller Bürgerkriege. ...

...was das Wesen des Anwaltsberufs ist: Er ist die fleischgewordene Unschuldsvermutung, die vor der Feststellung der Schuld für jeden Menschen gilt, ob er nun Mitleid oder Abscheu auslöst, ganz oben oder ganz unten steht.

Ausgerechnet in Harvard dreht sich dieses elementare Rechtsverhältnis jetzt auf perverse Weise um: Verkörperte der Anwalt bislang die potenzielle Unschuld eines jeden Delinquenten, so färbt jetzt die unterstellte Schuld des Angeklagten auf seinen Rechtsbeistand ab. Er darf seinen schmutzigen Job wohl machen, einer muss es ja tun – doch in der guten Gesellschaft, durch das Wohnheim auf einem amerikanischen Campus im Kleinen repräsentiert, ist er zu ächten, fast wie ein Totengräber, dem man nicht die Hand gibt...

Ist es inzwischen ein selbst für angehende Juristen unzumutbares Trauma, der Tatsache ins Auge zu sehen, dass das Recht für alle gilt?...

Wenn selbst zukünftige Harvard- Juristen sich als femistalinistischer Haßmob gerieren, dann - - - wow - - - ich meine, hey, das ist - - - puh.