18.06.2019

Die Hölle friert schon wieder zu

Das hätte ich nicht gedacht, daß ich dem alten Pfaffen noch mal zustimmen würde:
Sie widmen der "Intoleranz der Guten", wie Sie die "politisch Korrekten" bezeichnen, mehr Seiten als allen anderen Themen. Warum diese Gewichtung?

Wenn in einem Milieu, das Pluralität und Toleranz auf seine Fahnen geschrieben hat, Intoleranz aufkommt, irritiert mich das. Intolerantes und dogmatisches Vorgehen ist für mich nicht dadurch gerechtfertigt, dass es aus edlen Motiven erfolgt. Auch das politisch Korrekte darf nicht vorschnell Tabuzonen errichten. Es darf auch die gewünschten Verhaltensweisen nicht mit moralischem Übereifer durchsetzen. Dabei fühle ich mich Vertretern einer politischen Korrektheit durchaus nah, weil sie die politische Zivilität fördern wollen. Und was einem nahe ist, schaut man sich besonders kritisch an...
Kämpferische Toleranz lässt andere Meinungen gelten, auch wenn sie sie bekämpft. Die Intoleranz der Guten hingegen schließt andere Meinungen häufig aus dem Diskurs aus oder sucht sogar zu verhindern, dass sie überhaupt geäußert werden: etwa durch Störung von Vorlesungen, den Ausschluss bestimmter Diskussionsteilnehmer oder die Entfernung eines missliebigen Gedichtes. Kämpferische Toleranz verteidigt also die Pluralität, Intoleranz auch der Guten aber schränkt Pluralität ein. ...
Ist jetzt eigentlich nichts, worauf ich noch extra hinweise, denn zum 1682ten Mal nervt es nur noch, aber wenn es schon der Altpräsident meint...

Siehe auch hier.
Die militante Linke, die sich bis zum heutigen Tag als revolutionär versteht, zielt mit ihrer Politik, zu der auch Gewalt gehört, auf einen Umsturz mit grundlegenden Folgen. Der bürgerliche Staat soll zerschlagen und die bürgerliche Gesellschaft zerstört werden.

Siehe auch hier... ein Text, der von mir sein könnte, nur daß ich meist zu faul bin, so ausführlich zu schreiben.
Es gibt auch einen privaten Grund, weshalb mich die Verlogenheit derer aufregt, die uns regieren. Spießer jedweder politischen Coleur eint, dass sie Menschen, die sich nicht ihren beschränkten Vorstellungen von erlaubtem Betragen unterwerfen, mit sozialer Ächtung zu bestrafen suchen. Aber ich habe nicht als junger Mann die Kleinstadt, aus der ich komme, und die konservativen Spießer dort verlassen, um mir jetzt von linken Spießern vorschreiben zu lassen, in welch schmalem Korridor an zulässigen Meinungen und Verhaltensweisen ich mich aufhalten darf. Und deshalb werde ich die Meinungsfreiheit mit Zähnen und Klauen verteidigen. Gegen jede Art von Reaktionären. Auch die von links.
Gegen einen Feind zu marschieren, das erfordert Mut. Noch mehr Mut erfordert es, den Bekloppten und Bescheuerten in den eigenen Reihen entgegenzutreten. Siehe die einschlägigen Reaktionen auf den Gauck- Text.