27.08.2019

Die Älteren (diesmal im Westen) erinnern sich...

Zerschlagt die Familien! Für antiautoritäre Kollektiverziehung!

Kern dieser Revolution ist die Überwindung der Familie, eine Forderung, mit der Lewis längst nicht allein ist. Sie bezieht sich auf eine Reihe junger queerer Theoretikerinnen, die dazu forschen und schreiben. Jules Joanne Gleeson und Kate Doyle Griffiths zum Beispiel, die 2015 einen Essay mit dem Titel Kinderkommunismus veröffentlichten, "eine Analyse der Beziehungen zwischen Familie, Gender und der Reproduktion des Kapitalismus"...
"Wenn Kinder von großen demokratischen und antiautoritären Institutionen aufgezogen werden, Essen nicht mehr in Kleinküchen, sondern öffentlichen Kantinen zubereitet wird, Alte und Kranke nicht länger von sogenannten Angehörigen gepflegt werden und die Reinigung der Wohnungen nicht mehr privat organisiert wird", schrieb Adamczak, "dann ist die Familie gänzlich überflüssig." ...
Der Psychoanalytiker Wilhelm Reich (dessen Lehren mitunter problematisch waren) bezeichnete die kleinbürgerliche Familie in seinem Buch Die Massenpsychologie des Faschismus im Jahr 1933 als "zentrale reaktionäre Keimzelle". In der Familie, schrieb Reich, würden Kinder zu autoritätsfürchtigen und staatshörigen Menschen geformt, die aufgrund ihrer Triebunterdrückung anfälliger für Militarismus und Sadismus seien. Ähnlich las sich auch der Sozialforscher Max Horkheimer, der in seinem Essay Autorität und Familie drei Jahre später von der Familie als "Keimzelle des Faschismus" sprach.
Für Horkheimer gab es nichts, was nicht faschistisch war, und Wilhelm Reich... ähm, na ja, hm.
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