25.08.2019

Verfehlte Bündnispolitik - politische Torheit

Himmel! Was bitte soll in den Köpfen von Max und Ute Mustermann abgehen? Wenn ich alles dafür tue, daß Otto Normalverbraucher mich für einen Spinner hält, darf ich mich darüber wundern, daß er zum Gegner läuft?

Du weißt, daß du einen Schuß nach hinten abgegeben hast, wenn sogar das Zentralorgan der Besserwisser feststellt, daß das wieder mal so richtig kontraproduktiv war:

In Wahrheit ist #unteilbar dieses Zeichen nicht, leider. Vielmehr wird es eine Demonstration der Eingeweihten sein, jener, die ohnehin der AfD nicht freundlich gesinnt sind. Vielmehr wird #unteilbar anzeigen, wie verfehlt die Bündnispolitik der zur Demonstration Aufrufenden ist. Moniert werden muss nicht allein, dass der Umzug unterteilt wird in Themenblöcke, die etwa „Parade-Power-Block: United against Racism & Fascism" oder „feministisch und queer" heißen – alles in allem Stichworte, die einem linksradikalen Wunschkonzert gleichkommen. Die Wahl englischsprachiger Chiffren deutet nicht einmal subtil an, besser vor allem eines zu bleiben: unter sich.

Verblüffend indes ist die politische Torheit, einerseits ein „#unteilbar" zu proklamieren, aber doch so gut wie alles dafür zu tun, dass in Dresden und drumrum die am Samstag Mobilisierten wie ein selbstbezüglicher Kolonisierungstrupp wirken müssen: In Sachsen kommt offenbar mindestens die halbe linke Bescheidwisserwelt . ...

#unteilbar ist insofern eine Mogelpackung – die Veranstalter:innen teilen sich im Verhältnis zu 90 Prozent aller anderen selbst ab: Wir sind die Guten, die anderen sind die Unguten bis Bösen. Mit einer solchen Bündnispolitik ist politisch kein Blumenpott zu gewinnen – es sei denn, man hielte es schon für einen Erfolg, sich selbst mit den gusseisern-einzig-richtigen Parolen versorgt zu haben.