19.09.2019

Tagebau, Windrad, Umwelt

Ach ja, hä? Ihr Nasenbären! Was für die Braunkohle in der Lausitz gilt, gilt auch für Lithium in Portugal.*  Siehe hier bei Harald Lesch! Das kann jeder wissen, der es wissen will! Die Hoffnung, zum Vorbild für die Welt zu werden, ist lächerlich. Was hilft eine CO2- Einsparung im nicht meßbaren Bereich, wenn man dafür die Umwelt opfert!
"Auf immer und ewig: Nein. Unsere Antwort ist Nein, das ist der Wille der Bevölkerung. Und wir werden alles tun, unseren und den Willen der Betroffenen durchzusetzen."

So klingt eine Kampfansage. Fernandes gehört zu einer Bürgerinitiative, die sich in Covas do Barroso gegründet hat, einem kleinen Dorf im Norden Portugals, nahe der spanischen Grenze. Hier sollen die Abbaugebiete entstehen: Eine Fläche von 700 Hektar soll dann von bis zu 600 Quadratmeter großen Löchern durchpflügt sein, die 150 Meter tief in die Erde reichen. Für Fernando Queiroga eine schlimme Vorstellung. Er ist Landrat der Region: "Der Landkreis Boticas ist aufgrund der gegenwärtigen Erkenntnisse absolut gegen den Lithiumabbau. Vor allem wegen der Auswirkungen auf die Umwelt."

Die Ablehnung des Landrats ist erstaunlich. Schließlich ist diese Region besonders strukturschwach. Viele Menschen haben die Gegend verlassen, um anderswo Arbeit zu finden. Der Lithiumabbau könnte für Steuereinnahmen und Arbeitsplätze sorgen, die hier so dringend gebraucht werden. Aber die Sorgen um die Umwelt überwiegen - nicht ohne Grund.

Ähnliches Thema: Schneisen der Verwüstung in Wälder schlagen, um Windräder aufzustellen, die nach der Strommenge bezahlt werden, die sie theoretisch liefern könnten** ... - wenn wir so weiter machen, ist der Klimawandel irgendwann das kleinere Problem.


* ... und überall.

** Die Windmüller werden bezahlt für die installierte Leistung, nicht die effektive, (EDIT: die Leistung, die sie einspeisen unabhängig vom Bedarf), deswegen ist das ein bombensicheres Geschäft... (Wenn abgeregelt werden muß, rollt der Rubel trotzdem.)

Aus kundigem Munde weiß ich, daß die Kalkulation der Windmüller aussieht wie in der Hightech- Industrie: es winken sichere und üppige Gewinne, wenn man erst mal im Markt ist. Die Vorleistungen sind irre teuer, deswegen ist ein Projekt, wenn es einmal angekurbelt ist, ziemlich schnell too big to fail und wenn das soweit ist, wird säckeweise Geld hinterhergeschmissen, was dann wiederum ... 

UPDATE: Da ist sie, die Originalmeldung zur zweiten Anmerkung:
Nach Angaben der Bundesnetzagentur konnten im ersten Quartal knapp 3,3 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom wegen Überlastung der Stromnetze nicht eingespeist werden. Damit seien rund 364 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen fällig geworden - rund 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) forderte deshalb am Donnerstag einen schnelleren Leitungsausbau von Nord- nach Süddeutschland sowie eine alternative Nutzung für produzierten, aber nicht genutzten Strom.
Macht reichlich eine Milliarde im Jahr. Dafür werkelt man schon mal gerne wild drauf los.

Konstruktiver Vorschlag: Erst mal große Kuckucksuhren bauen. Dann weitersehen.